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Lübeck Maßgeschneiderter Brandschutz für die „Passat“
Lokales Lübeck Maßgeschneiderter Brandschutz für die „Passat“
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21:13 26.09.2016
Stellten das Brandschutzkonzept auf der „Passat“ vor: Friedrich Thorn (v. l.), Ronnie Schmidt, Benjamin von Jagow (LPA) und Matthias Schäfer. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Die Viermastbark Passat ist nicht nur ein Museumsschiff, sondern auch ein beliebter Veranstaltungsort und eine Herberge. In den Kabinen übernachten bis zu 102 Menschen. Doch weil der Brandschutz nicht zeitgemäß war, drohte das Aus. Um die „Passat“ als Veranstaltungsort zu bewahren, startete der städtische Bereich Schule und Sport 2012 in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr und der Lübeck Port Authority (LPA) ein ganzheitliches Brandschutzprojekt, das vom Lübecker Sachverständigenbüro „Assmann Schmidt Ingenieure“ seit März 2013 entwickelt wurde.

Das neue Sicherheitskonzept, ausgezeichnet mit dem Fachpreis „Brandschutz des Jahres 2016“, verlangte allen Beteiligten viel Fantasie ab. Denn es gab keine Brandschutzbestimmungen für die alte Bark.

Rein rechtlich ist die „Passat“ nämlich kein Schiff, weil sie nicht auf Fahrt geht; ein Gebäude ist sie aber auch nicht. „Es gab keine Sicherheitsvorschriften“, sagte gestern Friedrich Thorn, Bereichsleiter Schule und Sport, bei der Vorstellung des neuen Brandschutzkonzeptes. Doch es habe wegen konkreter Gefahren ein großer Handlungsbedarf bestanden.

Ein „Verrauchungsversuch“ mit einer Nebelmaschine zeigte 2012, wie brenzlig es werden kann auf der „Passat“. Innerhalb kürzester Zeit war das Unterdeck verraucht, man sah die Hand vor Augen nicht mehr.

Es sei nicht einfach, Branschutzmaßnahmen auf einem alten Schiff umzusetzen, betonte Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer. Es gebe kaum Abtrennungen, sondern nur offene Niedergänge zwischen den Decks.

Doch jetzt ist die „Passat“ sicher. Während der Nachtstunden wird das Personal verstärkt, wenn es Feste auf der beliebten Viermastbark gibt, in allen Räumen befinden sich funkvernetzte Rauchmelder.

Mit großem Arbeitsaufwand wurden von der „Passat“-Crew unter anderem die Stahlschotts dicht gemacht und Türen verstärkt. Und in die historischen Lüftungsschächte des alten Schiffes wurden elf seeluftbeständige Ventilatoren eingebaut, die bei einem Brand den Rauch absaugen. Die Ventilatoren wurden speziell für die „Passat“ in den Niederlanden gebaut, erläuterte Ingenieur Ronnie Schmidt.

Darüber hinaus ist die Brandmeldetechnik an Bord direkt mit der Lübecker Feuerwehrzentrale verbunden.

Den neuen Brandschutz nannte Feuerwehrsprecher Matthias Schäfer „extrem gut angelegtes Geld“. Friedrich Thorn sprach angesichts der „fehlenden rechtlichen Grundlagen“ von einer „außergewöhnlichen Herangehensweise“ bei der Realisierung des Brandschutz-Konzeptes. Alle Beteiligten hätten eng miteinander kooperiert. Den Löwenanteil der Kosten für den Brandschutz in Höhe von 220 000 Euro finanzierte die Hansestadt. Ein Drittel der Summe stellte die Possehl-Stiftung zur Verfügung.

tt

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