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Lübeck Mausefallen fahren durch die Fachhochschule
Lokales Lübeck Mausefallen fahren durch die Fachhochschule
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18:36 02.07.2016
Reena Mahlandt, Jessica Jürgensen und Marit Jung (v. r.) haben als Team „Fairy Dust“ den dritten Platz gemacht. Ihre Mausefalle kam auf 20,5 Meter, rollte aber am Ende fünf Meter zurück. Quelle: Fotos: Thorsten Wulff

Das Gefährt des Red- Bull-Racing-Teams steht abfahrbereit an der Linie. Der Starter hat vorsichtshalber einen Motorradhelm aufgesetzt. Mit dem Startsignal schnellt der Adrenalinpegel nach oben – die Geschwindigkeit hingegen: na ja. Einen Meter, dann zwei – auf immerhin viereinhalb Meter schleicht sich die schuhkartongroße Konstruktion, bis sie zum Stehen kommt. Der Applaus aus dem Publikum ist dennoch beachtlich. Schließlich geht es beim traditionellen Mausfallenrennen der angehenden Wirtschaftsingenieure unter Professor Peter Sauckel (72) vor allem um Spaß und Teamgeist.

Zwölf Studierenden-Teams aus dem Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft lieferten sich jetzt ein Rennen mit besonderen Fahrzeugen.

„Aufgabe war es, Fahrzeuge zu konstruieren, die durch die Spannvorrichtung einer Mausefalle angetrieben werden“, erklärt Frank Mindt, Pressesprecher der FH. „Und alle Teilnehmenden machen freiwillig mit“, ergänzt Sauckel, der das Event seit Mitte der 1990er-Jahre immer wieder anstößt. Die Organisation übernehmen dann aber die Studenten selbst. „Ich hatte noch gewitzelt, dass nur diejenigen ihren Semesterschein bekommen, deren Mausefalle mehr als zehn Meter schafft, aber das sollte ich wohl besser nicht umsetzen“, meint Sauckel mit einem Augenzwinkern. Und in der Tat: Ein Blick auf die Platzierung verrät: Von den zwölf Teams sind gerade mal drei in den zweistelligen Bereich gefahren. Darunter natürlich das Gewinner-Team mit dem eingängigen Namen „Team Eins“. 13,5 Meter hat die Konstruktion von Titus Meining (25), Sebastian Spey (24), Kai Schlüter (22), Eike Desler (22) und Lukas Tachriss (26) im Atrium der FH zurückgelegt. Meining erklärt das Prinzip: „Die Federkraft der Falle wird durch einen Hebel verlängert, auf der Hinterachse wird ein Seil abgerollt, das diese dann in Bewegung setzt.“ Rahmen und Achsen seien aus Carbon – einem leichten aber stabilen Werkstoff aus Kohlefasern. Als Räder dienen CDs.

Letztere Idee findet sich in abgewandelter Form auch beim Team „Fairy Dust“: Reena Mahlandt (21), Marit Jung (24) und Jessica Jürgensen (25) haben ihrer mit Einhornbildchen und Glitzerherzen verzierten Rennfalle vier Schallplatten zur Fortbewegung gegönnt. Auf einen Hebel haben die jungen Frauen verzichtet, ansonsten ist die Antriebsidee dem von „Team Eins“ ähnlich: Die Feder der Falle wird gespannt, losgelassen, eine Schnur rollt sich über eine Stange an der Hinterachse ab. „In der Befürchtung, dass wir nicht weit kommen, haben wir auf Design gesetzt“, lacht Marit Jung. Und das nicht zu wenig: Einheitliche Shirts mit Teamtitel runden das Gesamtbild ab. Den gewählten Namen erklären die angehenden Ingenieurinnen wie folgt: „Wir hatten einen Nagellack, der so heißt.“ So schlecht schneidet das Gefährt letztlich allerdings gar nicht ab: Mit 10,5 Metern und leider fünf Metern Zurückrollen landet „Fairy Dust“ auf dem dritten Platz.

Ebenfalls auf Design hat das Team von Mirco Allerbeck (21)und Markus Schulze (30) gesetzt. Ihre Rennfalle geht passend zur EM in Deutschland-Farben an den Start, nach fünfeinhalb Metern ist allerdings Schluss – die Falle soll jetzt bei Ebay versteigert werden.

Noch weniger Meter, aber dafür viele Herzwärme-Punkte, erreicht das Team um das Gefährt „Sauckelnator“ – eine Art Hommage an den Professor. „Sowas muss ich mir hier gefallen lassen“, lacht dieser mit einem Seitenblick auf die Konstruktion. Ganze zwei Meter legt der Sauckelnator zurück. „Zu schwer und zu schlecht“, kommentiert Teammitglied Robin Heimann (25). Ihre Platzierung wollen die Jungs lieber nicht verraten. „Erfolgreich teilgenommen und alle nüchtern“, fasst Kollege Lucas Schuh (21) die Teamleistung zusammen.

lj

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