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Lübeck Max Mutzke rockte die MuK
Lokales Lübeck Max Mutzke rockte die MuK
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22:31 23.01.2017
Der Soulmann aus dem Schwarzwald: Max Mutzke hat die Norddeutschen sehr schnell in seinen Bann gezogen. Quelle: Olaf Malzahn

„Danke Lübeck, danke, das ist so ein fantastischer Abschied“, rief Max Mutzke am späten Sonntagabend immer wieder in die jubelnde Menge. In der MuK beendete er seine Tournee mit Songs aus dem Album „Max“, und der Sänger und seine dreiköpfige Band monoPunk wirkten immer noch frisch und voller Spielfreude. Die vier Männer unterhielten die Gäste in der gut besuchten Rotunde zwei Stunden lang.

„Ich glaube daran, dass Musik etwas bewirken kann. Max Mutzke plädiert für ein buntes Deutschland

Am Anfang gehörte die Bühne dem jungen schottischen Sänger Daniel Docherty, einem Saiten- Zauberer, der das Publikum mit seinen Songs aufwärmte und für virtuose Gitarrensoli viel Applaus kassierte.

Er steht noch am Anfang – den Unterschied zum Profi spürte man deutlich, als Max Mutzke die Bühne betrat und mit wandlungsfähiger Stimme und großer Präsenz den Funken zum Publikum zündete.

Mutzke ist einer der wenigen deutschen Sänger, die sich nach dem Sieg in einer Fernseh-Castingshow über einen langen Zeitraum im Musikgeschäft halten. Und ein Beweis, welch glückliches Händchen Stefan Raab, TV-Entertainer im Ruhestand, bei der Wahl seiner musikalischen Ziehkinder hatte. Ende 2003, als Max noch Schüler war, wurde er in der Show „TV Total“ entdeckt und schnell zum Publikumsliebling. Unter Raabs Führung schoss er an die Spitze der Hitlisten. Mit der Soul-Ballade „Can’t Wait Until Tonight“ landete er einen Nummer-Eins-Hit und brachte Deutschland damit beim Eurovision Song Contest in Istanbul 2004 auf Platz acht. Kurz darauf machte Mutzke in Waldshut-Tiengen sein Abitur.

Inzwischen hat sich der Sänger von Raab gelöst und mit Alben von Rocksoul über Funk, R’n’B und Jazz ein eigenes Profil entwickelt. Mit einem schönen Mix aus alten und neuen deutschen und englischen Songs erfreute er sein Lübecker Publikum, in dem man vom Schüler bis zum weißhaarigen Pferdeschwanzträger eine breit gefächerte Fangemeinde ausmachen konnte. „Still the same“, „You are all around me“, „Ich ohne dich“ stammen vom neuen Album, beim Eurovision-Klassiker „Can’t Wait Until Tonight“ musste der Sänger kaum noch arbeiten – das Publikum bildete den Chor. Überhaupt schlug Mutzke immer wieder die Brücke zu den Zuhörern, er animierte zum Mitsingen, Klatschen oder sang im Duett mit dem Publikum.

Bei seinen Zwischenmoderationen bewies der früher eher schüchtern auftretende Mutzke durchaus Entertainer-Qualitäten, wenn er mit feinem Humor aus Sicht eines 35-Jährigen den Stoßseufzer „früher war alles besser“ ausstößt. Oder wenn er sich an seine Zeit als Schüler erinnert, wie er in den Sommerferien den Song „Schwarz auf Weiß“ geschrieben hat, während er als Lkw-Fahrer in einem Kieswerk arbeitete – ein Liebeslied für seine damalige Freundin, das immer noch groovt und anrührt.

Der Künstler nutzt die Bühne auch, um Haltung zu beziehen zur aktuellen Stimmung im Land und in der Welt. „Das ist unsere Nacht“ lautet seine Botschaft für ein buntes Deutschland. Diesen Song schrieb Mutzke, dessen Frau aus Eritrea stammt, als persönlichen Appell gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. „Ich glaube daran, dass Musik etwas bewirken kann“, sagt der Sänger, und die Lübecker stimmen ein in den funkigen Titel.

Diese Nacht in der MuK war ganz klar seine Nacht. Das Potpourri aus Pop, Soul, Rock brachte die Leute zum Mitwippen, Mitsingen und Tanzen, man merkte das vertraute Miteinander der Musiker und ihre Freude an musikalischen Extras wie Soli und Einsprengseln von Jazz und Soul bei einigen Titeln. Gerne spielten sie noch mehrere Zugaben, darunter auch ein wunderbares Duo mit Daniel Docherty, der dafür noch einmal auf die Bühne kam.

Die gute Nachricht: Schon am 11. April ist Max Mutzke mit seiner Band das nächste Mal im Norden, er wird geadelt mit einem Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie. Die schlechte Nachricht – Sie ahnen es: Das Konzert ist ausverkauft.

 Petra Haase

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