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Lübeck Mehr Geld für Lübecker Leitstelle?
Lokales Lübeck Mehr Geld für Lübecker Leitstelle?
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10:44 09.06.2016
Modern sieht sie aus, die 2011 eingeweihte Polizei-Einsatzleitstelle. Doch die Technik versage andauernd, klagen Beamte. Die Gewerkschaft DPolG hält die Mängel für „sicherheitsrelevant“. Quelle: Fotos: Neelsen, Roeßler, Maxwitat

 Nach dem LN-Bericht gestern greift jetzt doch Kiels SPD-Innenminister Stefan Studt ein. Am Sonnabend wird er die Leitstelle besuchen, will sich dort vor Ort von den Beamten über die Missstände unterrichten lassen. Notfalls müsse Geld bereitgestellt werden, um Probleme schnell beheben zu können, heißt es aus dem Ministerium.

Innenminister will sich am Sonnabend selbst ein Bild von den Missständen bei der Polizei-Einsatzleitstelle machen.

Immer wieder war über Bau- und technische Mängel in der 2011 neu eingerichteten Leitstelle für die Hansestadt und die Kreise Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg berichtet worden. Zuletzt war der Kreischef der Polizeigewerkschaft DPolG, Thomas Nommensen, mit einer dringenden Warnung an die Öffentlichkeit gegangen: Die Mängel seien mittlerweile „sicherheitsrelevant“ – für Beamte und Bürger der Region.

Was den Gewerkschafter besonders erzürnt: Landespolizeiamt und Kieler Innenministerium hätten den zugesagten Austausch der veralteten Hard- und Software immer wieder verschoben, zuletzt auf 2018.

Derweil werden die anderen drei Leitstellen im Land – Kiel, Harrislee und Elmshorn – bereits auf den neuesten technischen Stand gebracht. Das Innenministerium will jetzt aber offensichtlich auch für Lübeck Geld außer der Reihe zur Verfügung stellen. Im Landespolizeiamt hatte man die Probleme mit der Leitstelle Lübeck sofort eingeräumt. Auch der Lübecker SPD- Landtagsabgeordnete Thomas Rother will jetzt nachhaken. Man habe Studt um einen ausführlichen Bericht gebeten, sagt Rother. Die CDU-Landtagsopposition will das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Innen- und Rechtsausschusses am kommenden Mittwoch setzen, sie fordert ebenfalls, dass die erheblichen Probleme in der Leistelle Lübeck sofort behoben werden müssen.

Auch die CDU in Lübeck reagiert sauer. „Das ist wieder typisch: Lübeck wird wie ein Stiefkind behandelt“, sagt Fraktionsvize Lars Rottloff. Das sei jetzt offenbar auch bei der Leitstelle so. Für die Landesregierung sei Kiel der Mittelpunkt der Welt, die Umgebung auch noch interessant – aber der Südosten schon nicht mehr. „Ich bin überrascht, dass es immer noch etwas gibt, was da nicht funktioniert“, erklärt Jochen Mauritz, sicherheitspolitischer Sprecher der CDU. Er verstehe nicht, wie es soweit kommen konnte. „Und das in dem heutigen Zeitalter. Es ist traurig.“

Mauritz macht klar: „Ich erwarte, dass die Landesregierung jetzt mal Gas gibt und Abhilfe schafft.“ Etwas gemäßigter klingt es bei der SPD. „Eine Leitstelle die nicht funktioniert, ist eine Leidstelle“, sagt aber auch Frank Zahn, sicherheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Es sei eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass die Leitstelle funktioniere. Immerhin glaubt Zahn, dass die Landespolizei die Missstände jetzt „schnellstmöglich abstellt“.

 Wolfram Hammer und Josephine von Zastrow

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