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Lübeck Mehr Tempo 30: Grüne machen konkrete Vorschläge
Lokales Lübeck Mehr Tempo 30: Grüne machen konkrete Vorschläge
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22:04 31.08.2016
Die Grünen mit dem Parteichef Thorsten Fürter setzen sich für mehr Tempo 30 in Lübeck ein – beispielsweise hier auf dem Abschnitt der Ziegelstraße zwischen Teller und Fackenburger Allee. Der Vorschlag entstammt einer Bürgerbefragung. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen, Wolfgang Maxwitat

Auf der Schönböckener Straße zwischen Robert-Schumann-Weg und Gravensteinstraße, auf der Ziegelstraße zwischen Teller und Fackenburger Allee und auf der Friedhofsallee von Bornhövedstraße bis Eutiner Straße sollen die Auto langsamer fahren. Das fordern die Grünen nach Auswertung einer Bürgerbefragung zu mehr Tempo-30-Abschnitten in der Hansestadt.

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107 Tempo-30-Zonen in Wohngebieten gibt es in Lübeck.

So viele Autos täglich

13220 Fahrzeuge verkehren täglich auf der Ziegelstraße westlich der Fackenburger Allee. Das ergab eine Zählung der Stadt vom Juni 2016. 10530 Kraftfahrzeuge nutzen täglich die Schönböckener Straße östlich der Beethovenstraße (Zählung vom April 2012). Auf der Friedhofsallee östlich der Bornhövedstraße sind täglich 7460 Fahrzeuge unterwegs (Zählung vom März 2013).

Anfang August hatte die Partei die Lübecker um Vorschläge gebeten. Mehr als 30 gingen ein. Auf den Abschnitten, die mehrfach genannt wurden, setzen sich die Grünen für eine Geschwindigkeitsreduzierung von 50 auf 30 ein.

„Wir wollen Lübeck nicht flächendeckend zu einer Tempo-30- Zone machen“, sagt Grünen-Chef Thorsten Fürter. „Deshalb gehen wir nicht gleich mit 50 Vorschlägen auf den Markt.“ Mit Hilfe der Bürgerbefragung wollte die Partei herausfinden, wo der Bedarf am größten ist. Die Grünen wollen bis Jahresende abwarten, welche konkreten Vorschläge die Verwaltung vorlegt. Sollte nichts kommen, geht sie mit den drei genannten Abschnitten in die Gremien. Die Bürgerschaft hatte im Juni einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung weitere Tempo-30-Abschnitte insbesondere vor Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Seniorenheimen benennen soll, sobald die notwendige Änderung der Straßenverkehrsordnung Gesetzeskraft hat. Die örtliche Straßenverkehrsbehörde will einen entsprechenden Erlass des Landes abwarten. „Erst dann wird es detaillierte Angaben geben, wie der Beschluss in Schleswig-Holstein umgesetzt werden soll“, sagt eine Stadtsprecherin.

Die Bundesregierung hatte Mitte Juni die Änderung der Straßenverkehrsordnung beschlossen. Bislang können Kommunen auf Hauptverkehrsstraßen nur Tempo 30 anordnen, wenn sie besondere Unfallschwerpunkte nachweisen können. Künftig können die örtlichen Behörden auch ohne diesen Nachweis das Tempo der Autos drosseln, wenn sich Kitas, Schulen, Alten- und Pflegeheime oder Krankenhäuser an diesen Abschnitten befinden. Diesem Beschluss muss der Bundesrat noch zustimmen. Die Zeichen stehen günstig, denn die Initiative ging von den Länder-Verkehrsministern aus. Federführend war der Kieler Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD).

In der Ziegelstraße zwischen Teller und Fackenburger Allee würden 324 Anwohner unmittelbar von einer Geschwindigkeitsreduzierung profitieren. Bürger, die diesen Abschnitt vorgeschlagen haben, verweisen auf das nahegelegene Lotti-Tonello-Haus, eine Seniorenresidenz. Außerdem würden in der Straße An der Stadtfreiheit viele Senioren wohnen. Auf beiden Seiten der Straße gebe es zudem zahlreiche Supermärkte und Geschäfte, bei denen Senioren und Familien mit Kindern einkaufen.

 Die Friedhofsallee wird von Bürgern als Rennstrecke bezeichnet. Nach Angaben der Grünen liegen dort die Paul-Gerhardt-Schule und die Kita St. Lazarus. Laut Schätzung der Statistiker wohnen in dem Abschnitt von Bornhövedstraße bis Eutiner Straße rund 100 Anwohner. An der Schönböckener Straße zwischen Robert-Schumann-Weg und Gravensteinstraße liegt die Kita Nimmerland, hier wohnen rund 130 Lübecker.

Bürger regen Tempo-Reduzierungen an der Untertrave, im Mönkhofer Weg, in der Moltkestraße, der Geniner Straße, der Wesloer Landstraße, auf der Moislinger Allee zwischen Lilienstraße und Ringreiterweg, auf der Fackenburger Allee vor der Pestalozzi-Schule, der Kantstraße, der Schwartauer Allee und im Gneversdorfer Weg an. Aus der Neuen Hafenstraße berichtet ein Bürger, dass trotz Blitzer nachts hohe Geschwindigkeiten gefahren würden – wenn die Autofahrer an der Messanlage vorbei sind. Aus Kücknitz erreichte die Grünen der Wunsch, dass die einst drei Jahrzehnte geltende Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Hauptstraße wieder eingeführt wird. Die Tempo-30-Schilder waren vor mehr als zwei Jahren plötzlich abgebaut worden.

Fürter: „Es bringt allerdings wenig, nur ein neues Verkehrsschild an die Straße zu stellen. Wenn wir mehr Sicherheit und Lärmschutz wollen, muss die Einhaltung der Regeln auch kontrolliert werden.“

Dies gelte besonders für die Anfangszeit, damit eine schnelle Umstellung der Fahrgewohnheiten erzielt werde.

 Kai Dordowsky

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