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Lübeck Meierstraße: (K)ein Platz für alle
Lokales Lübeck Meierstraße: (K)ein Platz für alle
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21:18 11.01.2017
Nils Weiland präsentiert die Pläne zur Umgestaltung. Noch in diesem Jahr sollen die Markierungen vorgenommen werden. Quelle: Fotos: Malzahn (4), Kröger
St. Lorenz Süd

Eng ist es in der Meierstraße, da ist man sich einig. Doch wer wohin weichen soll, um die Enge aufzulösen, darüber herrscht Uneinigkeit.

Die Radfahrer sollen zurück auf die Straße – Stadt stellt jetzt ihre Umgestaltungspläne vor.

Zur Situation: 2008 wurde der Gehweg der Einbahnstraße verbreitert, damit sich Radfahrer auch entgegen der Fahrtrichtung in Richtung Moislinger Allee bewegen können. Geboten ist für die Drahtesel allerdings Schrittgeschwindigkeit. Eine Einschränkung, an die sich offenbar nicht jeder Zweiradfan hält. Das jedenfalls legen vielfach bei der Stadt eingegangene Beschwerden von Fußgängern nahe.

Viele von ihnen fühlen sich von vorbeirauschenden, sich den Weg freiklingelnden oder gleich über die Füße fahrenden Radfahrern offenbar missachtet.

Darauf reagierte die Stadt bereits letztes Jahr mit einer Umplanung, deren Inhalt Diplom-Ingenieur Nils Weiland den Bürgern jetzt im Stadtteilhaus Hansering vorstellte. In einer knappen Präsentation erläuterte der Mann von der Verkehrsplanung die Änderungen: Die Radler sollen künftig für beide Fahrtrichtungen die Straße nutzen. Da die Meierstraße von Linienbussen befahren wird, muss die dafür zulässige Fahrbahnbreite von 3,50 Metern gegeben sein. Deshalb sollen Autos bis zu 50 Zentimeter auf dem verbreiterten Gehweg parken dürfen. Etwa alle 40 Meter soll das Parken verboten sein, um Warteflächen für die Räder zu schaffen – falls es richtig eng wird. Die Stadt will die Pläne noch in diesem Jahr umsetzen.

Anwohner der Meierstraße und andere Quartierbewohner nahmen die Pläne durchaus unterschiedlich auf. „Ich fände es besser, wenn es bleiben würde, wie es ist“, sagte Jochen Kurth (68). Er nehme als Radfahrer immer Rücksicht auf Fußgänger und habe noch nie Schwierigkeiten gehabt. Außerdem hielten sich die Autofahrer oft nicht an das Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde. Müsse er künftig auf der Straße fahren, befürchte er dadurch Gefährdungen. Ganz anders äußerte sich Nadine Lenz (31): „Auf dem Schulweg wurden meine Kinder bereits öfter von Radlern angefahren.“ Deswegen fände sie es gut, wenn der Radverkehr auf die Straße verlegt würde. Karen Meyer-Rebentisch (53) ergänzte: „Ich möchte definitiv lieber auf der Straße fahren, denn ich habe keine Lust, von Fußgängern als ständige Bedrohung wahrgenommen zu werden.“ Dabei müsste den Autofahrern aber deutlich gemacht werden, dass sich die Radfahrer tatsächlich gegen die Fahrtrichtung bewegen dürfen. „Ich kenne das aus anderen Einbahnstraßen: Im schlimmsten Fall halten die tatsächlich direkt auf einen zu“, berichtet die 53-Jährige. Auch das Parken auf den Gehwegen rief Besorgnis hervor. „Was ist, wenn sich der Kantstein absenkt?“, fragte ein Mann. „Kinderwagen kommen da doch nicht mehr durch“, rief ein anderer. Nils Weiland blieb am Ende das Fazit: „In alten Quartieren müssen wir mit dem arbeiten, was da ist.“ In diesem Fall ist das eine enge Straße – und alle wollen sie nutzen.

Luisa Jacobsen

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