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Lübeck Messerangriff: 30-Jähriger in Untersuchungshaft
Lokales Lübeck Messerangriff: 30-Jähriger in Untersuchungshaft
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16:12 16.07.2017
Die Spurensicherung nimmt die Ermittlungen auf. Quelle: Holger Kröger
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Siems

Bei einem Familiendrama in Lübeck soll ein Mann seine Mutter getötet und seine Großmutter schwer verletzt haben. Warum er die 51 und 78 Jahre alten Frauen am späten Freitagabend gegen 23:30 Uhr mit einem Messer angriff, war zunächst noch unklar, wie die Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Ulla Hingst, am Sonnabend sagte. Der 30-Jährige habe sich noch nicht geäußert.

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In der Nacht zu Sonnabend ist es in Lübeck-Siems zu einer Messerstecherei gekommen. Ein 30 Jahre alter Mann steht unter dem Tatverdacht seine Mutter und seine Großmutter niedergestochen zu haben. Die Mutter starb noch am Tatort.

 Abgeschieden und versteckt liegt die Straße Am Teichberg zwischen Autobahn 226 und einem Wäldchen im Kücknitzer Ortsteil Siems. Auf den ersten Blick scheint am Sonnabendmorgen nichts die Idylle zu trügen. Ruhig liegen die kleinen Einfamilien- und Doppelhäuser da, ein Mann mäht den Rasen in seinem Vorgarten. Doch kurz vor dem Ende der Sackgasse flattert noch ein Stück rot-weißes Absperrband in einem Gebüsch. „Polizeiabsperrung“ steht darauf geschrieben. Es zeugt von dem schrecklichen Familiendrama, das sich hier in der Nacht zuvor abgespielt hat.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei hat ein 30 Jahre alter Mann am späten Freitagabend gegen 23.30 Uhr seine eigene Mutter und seine Oma mit einem Messer angegriffen. Die 51-jährige Mutter verstarb noch vor Ort. Die Großmutter des Mannes wurde von einem Notarzt versorgt und in eine Lübecker Klinik gebracht. Der Tatverdächtige wurde erheblich blutverschmiert am Tatort angetroffen und von der Polizei festgenommen. Zunächst wurde er in eine Lübecker Klinik gebracht, um medizinisch untersucht zu werden. Offenbar handelte es sich aber größtenteils um das Blut seiner Opfer, denn die Ärzte stellten keine größeren Verletzungen fest, so dass der Verdächtige kurz darauf in Polizeigewahrsam genommen wurde.

In dem rotverklinkerten Doppelhaus wohnte die 51-jährige Frau mit ihrem Ehemann sowie der 82-jährige Vater und die 78 Jahre alte Mutter der Getöteten. Der 30-jährige Sohn wohnt nicht mit in dem Haus. Zum Zeitpunkt der Tat war der Sohn dort aber mit beiden Frauen allein. Die 78-Jährige soll selbst bei einer Nachbarin angerufen und gesagt haben, dass „ihr Enkel durchdrehe“. Die Nachbarin rief daraufhin die Polizei. Hinweise auf das Motiv des jungen Mannes gibt es bisher nicht. „Es gibt keine Tatzeugen, und die Großmutter ist schwer verletzt und schwebt in Lebensgefahr“, sagt Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst. „Der Beschuldigte hat sich auch noch nicht zu der Tat eingelassen.“

Die Polizei ermittelt derzeit unter Hochdruck. Noch in der Nacht war die kleine Straße vom Blaulicht der Einsatzfahrzeuge hell erleuchtet. Allein acht Streifenwagen waren vor Ort, dazu drei Rettungswagen, ein Notarztwagen, die Feuerwehr und mehrere Zivilfahrzeuge der Kriminalpolizei. Schockiert beobachteten die Nachbarn das Geschehen durch ihre Fenster. In weißen Schutzanzügen übernahmen schließlich die Beamten der Spurensicherung den Tatort, auch ein Gerichtsmediziner des UKSH wurde herbeigerufen. Die Untersuchungen dauerten bis in den Morgen hinein, zwischenzeitlich versorgten Nachbarn die Einsatzkräfte mit Kaffee.

Der mutmaßliche Täter sollte derweil noch am Sonnabend dem Amtsarzt vorgestellt und dann am Abend dem Haftrichter vorgeführt werden. Dann werde entschieden, ob der 30-Jährige in U-Haft kommt oder ob er in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird, so Hingst.

Am späten Sonnabendabend vermeldete die Staatsanwaltschaft dann, dass das Amtsgericht Lübeck auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaftbefehl wegen Totschlags und versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung gegen den Beschuldigten erlassen hätte. Dieser wurde der Justizvollzugsanstalt Lübeck zugeführt.

Die Obduktion hat ergeben, dass die Mutter des Beschuldigten aufgrund einer Vielzahl ihr zugefügter Stichverletzungen verblutet ist.

Die Großmutter schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

Motiv und Hintergründe der Tat sind im Einzelnen sind weiterhin noch ungeklärt. Der Beschuldigte hat angegeben, es habe einen Streit zwischen ihm und seiner Mutter gegeben. An das weitere Tatgeschehen hat er nach seinen Angaben jedoch keine Erinnerung.

Sven Wehde

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