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Lübeck Messerattacke auf Rentner: Es war versuchter Ehrenmord
Lokales Lübeck Messerattacke auf Rentner: Es war versuchter Ehrenmord
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21:18 01.04.2016
Die Spurensicherung analysiert den Tatort am Zob. Quelle: Holger Kröger

Die Lübecker Staatsanwaltschaft vermutet einen versuchten Ehrenmord hinter der Messerattacke am vergangenen Mittwoch vor einer Sportsbar am Zob. Ein 75-Jähriger war gegen 16.20 Uhr auf sein nur zwei Jahre jüngeres Opfer losgegangen und hatte den Rentner niedergestochen. Der 73-Jährige musste noch am Mittwochabend in einem Lübecker Krankenhaus notoperiert werden. Der Angreifer floh zunächst, stellte sich aber kurze Zeit später der Polizei. Auch das Messer konnte sichergestellt werden, die Spurensicherung untersuchte den Tatort (die LN berichteten).

„Bei der blutigen Tat sei es nach den bisherigen Erkenntnissen nicht um Eifersucht, sondern um verletzte Ehre gegangen“, berichtet Oberstaatsanwalt Ralf Peter Anders. Der 75-jährige Angreifer sei davon ausgegangen, dass das Opfer vor Jahren ein Verhältnis mit seiner damaligen Ehefrau gehabt habe, sagt Anders. Täter und Opfer sind nach seinen Angaben türkische Staatsbürger, leben aber seit vielen Jahren in Deutschland. Unmittelbar vor der Messerattacke seien beide Männer vor der Sportsbar am Zob verbal aneinander geraten. Danach fügte der Angreifer dem 73-Jährigen eine tiefe Stichverletzung am Hals zu.

Noch am Mittwoch nahm die Polizei den 75-Jährigen in Gewahrsam, am nächsten Tag erließ ein Richter Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Sein Opfer hat die Messerattacke überlebt, nach Angaben von Oberstaatsanwalt Anders sei der 73-Jährige aber „noch in kritischem Zustand“.

Die blutige Messerattacke weckt Erinnerungen an den brutalen Beilmord am 28. Dezember 2007. Ein damals 37-Jähriger hatte in der Walderseestraße auf Marli elf Mal mit einer Axt auf seine geschiedene Frau eingeschlagen und sie getötet. Als Motiv wertete das Landgericht in seiner Urteilsbegründung, dass der 36-Jährigen das alleinige Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Kinder zugesprochen wurde.

Der Ex-Mann verbüßt eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes.

Nur etwas mehr als ein Jahr später wurde ebenfalls in der Walderseestraße eine damals 42-Jährige von ihrem Ex-Mann niedergestochen — sie überlebte den blutigen Angriff schwerverletzt. Und erst diesen Februar verurteilte das Landgericht ein Pärchen wegen Totschlags zu mehrjährigen Haftstrafen, weil beide im April 2015 einen Nebenbuhler in der Schwartauer Allee umbrachten.

Von pah

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