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Lübeck Messerstecherei zwischen Rentnern am Zob
Lokales Lübeck Messerstecherei zwischen Rentnern am Zob
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10:14 01.04.2016
Der Streit begann gegen 16.20 Uhr vor einem Wett-Cafe am ZOB  zwischen den beiden südländischen älteren Männern. Als plötzlich der 75-Jährige ein Messer zog und seinen 73-jährigen Kontrahenten nieder stach. Quelle: Holger Kröger
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Lübeck

Entsetzen am Zob: Eine Messerstecherei am Mittwoch Nachmittag vor der Sportsbar beschäftigte die Gäste der Kneipe und Pendler. „Da ist so viel Blut“, bemerkte eine Passantin im Vorbeigehen und schaute zu der Treppe im Eingangsbereich der Bar hinüber. Hinter den rot-weißen Absperrbändern der Polizei sind zwei Männer in weißen Anzügen der Spurensicherung damit beschäftigt, den Tatort zu untersuchen. Bis auf etwas Blut vor dem Eingang weist kaum noch etwas auf die Tat hin.

Ein 75-Jähriger hat sein Opfer am Zob niedergestochen. Der Mann wurde notoperiert. Der Täter stellte sich der Polizei.

Nach Angaben der Polizei kam es gegen 16.20 Uhr vor dem Café zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei älteren, südländischen Männern, woraufhin der 75-Jährige sein 73-jähriges Opfer mit einem Messer niederstach. Der Rentner wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren und musste dort noch am Abend notoperiert werden.

Zeugen berichteten den LN, dass das Opfer tiefe Schnittverletzungen an Hals und Beinen erlitten habe. „Ein Gast hat gesehen, wie Blut aus der Wunde am Hals floss“, sagte Hakkin Yigit (47), der Geschäftsführer der Sportsbar. Er selbst habe von dem Streit der beiden Männer jedoch erst mitbekommen, als das Opfer bereits am Boden lag. „Wir haben hier drinnen lautes Geschrei gehört und sind dann nach draußen geeilt“, so Yigit. Die beiden Männer seien kurz vor der Tat noch in seinem Lokal gewesen. Der Ältere der beiden habe dann die Kneipe verlassen. „Vielleicht hat der auf den anderen gewartet, denn als der Jüngere der beiden nach draußen ging, hörten wir gleich lautes Geschrei“, erinnert sich Yigit.

Die Kapitaldelikt- und Mordkommission (K1) der Kriminalpolizei ermittelt nun in dem Fall, da der Verdacht auf ein Tötungsdelikt bestehe, teilte die Polizei mit. Nach Behördenangaben entfernte sich der Täter zwar nach dem Angriff vom Tatort, stellte sich aber kurz darauf den Beamten. „Er wurde festgenommen und in polizeilichen Gewahrsam genommen“, sagte Polizeisprecher Dierk Dürbrook . Auch das Messer konnte die Polizei nach längerer Suche finden.

Es ist nicht der erste Messerangriff in der Hansestadt, immer wieder hat es die Polizei damit zu tun. Erst Anfang Februar wurde ein 71-Jähriger Angreifer wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Der Mann hatte seinen Nachbarn im Mai 2015 mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt zu haben.

Außerdem kam es im vergangenen Dezember zu einem Überfall an der Untertrave. Vor einer Disco brach ein 50-Jähriger zusammen, der mehrere Stichverletzungen erlitten hatte. Täter und Waffe konnten damals nicht gefunden werden.

Von Elisabeth Riedel

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