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Lübeck Eine Familie unterwegs mit dem Kult-Bus
Lokales Lübeck Eine Familie unterwegs mit dem Kult-Bus
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15:52 14.06.2018
Freiheit verkörpert der VW-Bulli für Sven (44), Marcella (41) und Maxima (15) Höger. Mit Freunden fährt die Familie zum Bulli-Festival nach Fehmarn. Quelle: Bücker
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Ostholstein

Der alte Diesel knattert, fremde Leute auf der Straße winken Sven und Marcella Höger mit Tochter Maxima im Vorbeifahren zu. Auf geht es an die Küste! Sobald sich die Sonne blicken lässt, schwingt sich die Familie in ihren historischen VW-Bus und düst ans Meer. Letztes Jahr durchquerten sie Holland in Richtung Rotterdam, waren in Dänemark, St. Peter-Ording und an der ostholsteinischen Ostseeküste unterwegs. „Unsere Ziele müssen nicht kilometerweit entfernt sein“, sagt Sven Höger.

Er sei eher der Spontane, der einfach losfährt und dann an einer schönen Stelle den Rücksitz umklappt und zum Bett umfunktioniert. Auch Ehefrau Marcella Höger schätzt die unkomlizierte Art des Reisens. „Nur Hotel, das ist uns zu steif“, sagt die 41-Jährige. Die Vorteile des Reisens mit dem eigenen Bulli: keine aufwändigen Buchungen. Ein direkter Blick aufs Meer. Und, ganz wichtig, die Ruhe. Abschalten, auch das Telefon.

Wieder schick gemacht: neue Farbe, neues Kennzeichen

 Bei den Reisen immer mit dabei: der kultige VW-Bulli, Multi-T3, dunkelblau, Baujahr 1986. Diesel, kantige Konturen. Vor zehn Jahren erwarb Sven Höger das Fahrzeug von einem Freund. Ein Stück Geschichte steckt in diesem Bus. Es ist ein ehemaliges Behördenfahrzeug, das an der Grenze patroullierte. Später dann fuhr der Bulli für einen Landschaftsgärtner durch die Gegend. Als Sven Höger den Wagen in Besitz nahm, war klar: Der VW-Bus muss sich einer Frischzellenkur unterziehen. Er bekam eine neue Lackfarbe, neue Fenster und die Karosserie wurde restauriert. Mit Erfolg: Dieses Jahr bekam Högers Bulli das historische Kennzeichen zuerkannt, wurde zum erhaltenswerten Fahrzeug.

Großer Traum seit Kindheitstagen

Sven Högers Herz schlägt seit Kindheitstagen für Kult-Fahrzeuge und schon als kleiner Junge sei er infiziert worden vom Campen. „Meine Großeltern haben mich immer mit auf den Priwall genommen“, erzählt der 44-Jährige. Als Erwachsener flitzte er mit einem auberginefarbenen Käfer durch die Gegend.

Vor zehn Jahren dann kam der VW-Bus. Als Högers Eltern von Maxima wurden, nahm der Vater seine Tochter sofort im Bulli mit. „Sie ist da drin quasi groß geworden“, sagt Mutter Marcella. Während Vater und Tochter durch das Umland fuhren und Paddeltouren unternahmen, blieb Marcella Höger noch skeptisch zu Hause. Erst als Kollegen das Paar zum Midsummer-Bulli-Festival auf Fehmarn einluden, sagte sie: „Ich komm mal mit.“ So erzählt sie es heute. Seit dem ersten Festivalbesuch und damit auch der ersten Übernachtung im Bus sei auch sie mit dem „Bulli-Virus“ infiziert worden. Urlaub auf vier Rädern – „das ist etwas ganz anderes als eine Pauschalreise“, sagt sie.

Beim Bulli-Festival auf Fehmarn war die Familie schon einige Male, alle schätzen die entspannte Atmosphäre. „Wir haben schon viele spannende Leute aus ganz Europa kennengelernt“, sagt Marcella Höger.

Sogar jemand aus Malaysia sei dort gewesen. Dieses Jahr nimmt die Familie auch einen kleinen Wohnwagen aus DDR-Zeiten mit. Zwei Sitzleisten, eine kleine Küche – das ist etwas mehr Platz für Hund Poldi und Tochter Maxima.

Besondere Vorbereitungen braucht es nicht. „Vielleicht installieren wir an den Außenkanten vom Bulli noch Lichterschläuche“, sagt Marcella Höger. Hund Poldi bekommt ein extra Halsband, „Strandjunge“ steht darauf. Und dann kann es losgehen.

 Von Saskia Bücker

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