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Lübeck Missglückte Werbung für die „MS Koi“
Lokales Lübeck Missglückte Werbung für die „MS Koi“
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19:44 02.08.2017
Seit 2014 tourt die „MS Koi“ durch Norddeutschland und bietet Partys auf dem Meer an. Mehr als 500 Menschen haben auf dem Schiff Platz, auf drei Decks kann gefeiert werden. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen, Privat

Catharina Fleischhauer ist verärgert. Als sie am vergangenen Wochenende mit ihrem Wagen losfahren will, bemerkt sie die Flyer der „MS Koi“ an ihrer Windschutzscheibe und der Heckscheibe. Das Partyschiff macht Mitte August in Lübeck fest. Und dafür rühren die Betreiber schon jetzt kräftig die Werbetrommel. Allerdings normalerweise nicht so wie im Fall von Catharina Fleischhauer. Denn die Flyer werden für gewöhnlich in Bars und Cafés ausgelegt. Doch am Wochenende fanden gleich mehrere Lübecker die Werbezettel hinter ihrem Scheibenwischer. Das Problem: Der Regen hat das bunte Papier aufgeweicht. Was bleibt, ist ein unschöner Abdruck auf der Scheibe.

DJs haben die Flyer an Autos geklemmt – Regen hat Papier aufgeweicht – Reinigung notwendig.

Das Partyschiff

haben an Bord Platz. Die Karten für die Party auf offener See kosten 27 Euro. Die Fahrt dauert fünf Stunden, anschließend gibt es eine Afterboat-Party im Strandsalon.

Einige Lübecker haben sich deshalb auch bei der Reederei gemeldet. „Wir stehen mit den betroffenen Fahrzeughaltern in Kontakt und werden eine Lösung finden“, berichtet Juliane Nissen-Hünding, Sprecherin der Adler-Schiffe. Die Reederei betreibt unter anderem das Partyschiff. Die Sache mit den Flyern ist den Betreibern sehr unangenehm. „Wir können uns nur in aller Form und wirklich ganz ernst gemeint bei den Leuten entschuldigen. Es mildert nicht den Ärger“, so die Sprecherin.

Die Flyer, die auf den Fahrzeugen klebten, wurden durch die DJs verteilt, die auf dem Schiff auftreten. „Eigenmächtig und ohne Absprache“, wie Nissen-Hünding betont. „Wir haben in Lübeck lokale Promoter, die die Tour auf der ,MS Koi‘ als DJ mit begleiten. Diese haben von uns Flyer bekommen, um sie vor Ort in Bars, im Strandsalon und in den Subway-Stores zu verteilen. Es war uns nicht bekannt, dass diese an Autos verteilt werden. Diese Nacht- und Nebel-Aktion der Jungs war nicht mit uns abgesprochen“, sagt Juliane Nissen- Hünding. In Lübeck sind die Goldkinder für die Promotion zuständig. „Das Ganze ist unglücklich gelaufen. Wir haben junge Menschen, die die Verteilung übernehmen. Die haben nicht so weit gedacht, es tut uns leid“, sagt der Verantwortliche der Goldkinder, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Die jungen Leute wussten offenbar nicht, dass sogar das Gesetz es verbietet, Werbung an ein Auto anzubringen. „So etwas fällt nicht unter den Allgemeingebrauch“, erklärt Stadtsprecherin Valessa Glisovic. „Werbung darf grundsätzlich nicht an privatem Eigentum angebracht werden. Würde man jemanden dabei auf frischer Tat ertappen, wäre es eine Ordnungswidrigkeit.“ Bei der Reederei will man die Sache nun gütlich lösen. Drei Geschädigte haben sich dort bisher gemeldet und Fotos ihrer Autos gezeigt. Ihnen wurde angeboten, kostenlos auf der „MS Koi“ mitzufahren, wenn diese am 19. August in Lübeck festmacht.

 Maike Wegner

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