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Lübeck Mit 70 Jahren noch mitten im Berufsleben
Lokales Lübeck Mit 70 Jahren noch mitten im Berufsleben
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21:18 16.05.2018
Obermonteur Harald Ristau arbeitet auch mit 70 Jahren noch für den Klima- und Kältetechnik Betrieb Fernholz. Quelle: Fotos: Boerger, Maxwitat
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St. Jürgen

Mit 47 Jahren Berufserfahrung sei Obermonteur Harald Ristau zu einem unentbehrlichen Teil des Unternehmens Fernholz geworden. Und in Sachen Kälte- und Klimatechnik mache ihm kaum einer etwas vor.

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Während andere die Rente genießen, arbeitet Harald Ristau mit 70 Jahren immer noch. Vor zehn Jahren wechselte er in die Kälte- und Klimatechnikfirma Fernholz im Hochschulstadtteil. Zum Firmenjubiläum wurde der treue Mitarbeiter mit dem Ehrengesellenbrief ausgezeichnet.

„Den ersten richtigen Supermarkt mit einer Fläche von 1000 Quadratmetern, den habe ich mitgebaut“, sagt Ristau.

Seine Lehre absolvierte der Lübecker bei einer mittelständischen Kältemaschinenfirma in Eichholz. 37 Jahre arbeitete er für die Firma Line Kältetechnik, damals einer der Branchenführer. Vor zwölf Jahren wurde die Kältetechnikabteilung mit 6000 Mitarbeitern von dem US-amerikanischen Unternehmen Carrier übernommen. Nach einem Jahr wurden 160 der insgesamt 760 Monteuere entlassen.

In Schleswig-Holstein sechs Personen. Harald Ristau war einer von ihnen. „Ich war noch nicht zu alt, ich hatte die entsprechenden Arbeitsjahre, und ich bekam den Höchstsatz“, erinnert er sich. Man habe ihn damals zwar nicht unter Druck gesetzt, aber weich geklopft, das habe man sehr wohl, erzählt der 70-Jährige. Das ist mittlerweile zwölf Jahre her.

Zu dem Zeitpunkt hat sich Maik Fernholz mit seiner Kälte- und Klimatechnikfirma selbstständig gemacht. „Und so kamen wir beide zusammen.“ Und ab dem Punkt ging es alles ganz schnell, und der Betrieb wuchs stetig. Dass ein 60-jähriger Mitarbeiter neu eingestellt wird, ist eine Besonderheit. „Als ich mich vor zehn Jahren selbstständig machte, suchten wir nach einem Monteur. Was sich damals als sehr schwierig darstellte. Über das Arbeitsamt hat sich der Kontakt ergeben“, sagt der Firmengründer. Und die Zusammenarbeit funktionierte auf Anhieb bestens.

Nun sind es bereits zehn Jahre, die Harald Ristau ein fester Bestandteil des Unternehmens ist. „Tssssch“, macht der 70-Jährige und vollführt mit der Hand eine pfeilschnelle Bewegung durch die Luft.

„So schnell verging die Zeit. Eigentlich wie eine Wunderkerze“, sagt er amüsiert. Ein bisschen stolz sei er, dass er das Wachstum der Firma mitbegleitet habe. Denn „ein ganz kleines bisschen ist das auch mein Verdienst“.

Firmengründer Maik Fernholz kann das nur bestätigen: „ Gerade in den ersten Jahren hätte die Entwicklung der Firma ohne Harald Ristau nicht diese positive Richtung genommen.“ Über die lange Zeit seit der Gründung sei er stets ein sehr verlässlicher Obermonteur gewesen und seine Arbeit sei geprägt durch sein großes Fachwissen. „ Er ist ein alter Fuchs, kann improvisieren und weiß sich zu helfen. Das sind Dinge, bei denen das Alter überhaupt keine Rolle spielt“, so Fernholz.

Im August wird Harald Ristau mit 70 Jahren offiziell aufhören zu arbeiten. Aber wie genau das aussieht, wird sich erst zeigen. Dass er vollständig die Arbeit niederlegt, könne sich Maik Fernholz bei seinem fleißigen Mitarbeiter im Moment nicht vorstellen. „Er steht in einem Maße hinter dem Unternehmen, das muss man erstmal wiederfinden“, so Fernholz. Als feierlichen Abschluss wurde Harald Ristau nun auf der Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen der Firma Fernholz vom Innungsobermeister Klaus Oelrichs mit dem Ehrengesellenbrief geehrt.

fbo

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