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Lübeck Mit Gesang und Tanz gegen Vorurteile
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20:34 24.08.2016
Gestenreiche Choreografie: Intensiv werden die Szenen der Jugendoper „Gestrandet“ im Hafenschuppen C einstudiert. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat

Dass es hier „Kunst am Kai“ gibt, ist von Weitem zu hören, wenn man sich dem Hafenschuppen C auf der Nördlichen Wallhalbinsel nähert. Es sind klare, helle Stimmen von 40 Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 17 Jahren, die eine Botschaft verkünden: „Lass Dir Deine Träume nicht rauben, hör’ nicht auf an sie zu glauben.“ Und: „Du kannst gestrandet sein, doch du bist nicht allein.“

Kunst am Kai: Im Hafenschuppen C proben 40 Mädchen und Jungen Gabriele Potts Jugendoper „Gestrandet“.

Die Jugendoper „Gestrandet“, die Gabriele Pott komponierte (es ist ihre dritte Uraufführung auf der Nördlichen Wallhalbinsel), ist brennend aktuell. Sie handelt von Flucht und Aufbruch in ein neues Leben, von Vorurteilen und Zuneigung, von Verlorensein und Gefunden werden. Uraufführung ist am Sonnabend, 3. September, um 16 Uhr.

Was Gabriele Pott (Musik und musikalische Leitung), Birgit Kronshage (Libretto und Regie) und Martina Wüst (Choreografie) auf die Bühne bringen, ist ein großes Stück Nächstenliebe. Feindbilder werden mit mitreißenden Tänzen, Gesängen und schönen Texten aus den Köpfen verbannt.

Die Oper handelt von zwei Mädchen: Einem arabischen und einem deutschen. Zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen treffen aufeinander, werden bei der Suche nach Heimat und Identität zu Freunden.

Die jungen Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer kommen aus Lübeck und Umgebung. Einige reisen täglich von Hamburg an, um an den Proben im Hafenschuppen C mit großer Begeisterung teilzunehmen. 14 Tage lang proben sie im Theatercamp von 10 bis 17 Uhr Gesänge, Tänze, Texte, dramatische Szenen, wechseln in Liedern fast fließend vom Arabischen ins Deutsche. Das ist große Kunst mit großer Freude zelebriert. Und der Hafenschuppen C mit seinem morbiden Charme ist eine fantastische Bühne dafür.

Begleitet werden die Jugendlichen von einem Orchester mit 20 Musikern (Lübecker Philharmoniker und Gäste) und sechs Solisten. In Klang- und Bewegungsbildern wird erzählt, wie die orientalische Welt auf die europäische, abendländische trifft. Gabriele Pott, die vor einem Jahr den Verein „Kunst am Kai“ gründete, um das jährliche Musikfestival im Hafenschuppen C zu sichern und die Nördliche Wallhalbinsel als Kulturmeile zu festigen, will mit ihrer neuen Oper die „unterschiedlichen Welten sichtbar machen, auch die Probleme, die dahinterstecken“. „Denn“, so die Komponistin, „auf fremde Welten treffen wir an allen Ecken und Enden.“ Ihre Oper soll auch ein Appell sein, Konflikte auszuhalten und auf andersdenkende Menschen zuzugehen. Und die Jugendoper will „Vorurteile, die in der Luft schweben, ad absurdum führen“. Die Menschen, die vor Krieg und Terror zu uns fliehen würden, würden zwar anders denken und fühlen als wir, sagt Birgit Kronshage: „Die Träume sind aber die gleichen.“

Der Verein „Kunst am Kai“, der beständig wächst, hat eine Vision. Er will den Hafenschuppen C „multikulturell und unter engsten finanziellen Verhältnissen von und mit Lübecker Kräften neu erlebbar machen“. Viele Kinder und Jugendliche, Vereine, kulturelle Institutionen und Bürger Lübecks sind am Projekt Kunst am Kai künstlerisch beteiligt – wie die Musikhochschule, das Theater und die Musik- und Kunstschule.

Aufführungen

wird am 3. September um 16 Uhr im Hafenschuppen C uraufgeführt. Weitere Aufführungen sind am 4. und 10. September jeweils um 16 Uhr. Die Karten kosten 15 Euro/12,50 Euro, für Kinder und Studenten zehn Euro/7,50 Euro.

Eine Aufführung für Schulklassen gibt es am 9. September ab 10.30 Uhr. Eintritt: fünf Euro. Vorverkauf in allen LN-Geschäftsstellen, bei Hugendubel und im Pressezentrum.

Anmeldung für Klassen: kunst-am-Kai@mail.de

Torsten Teichmann

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