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Lübeck Mit Hightech gegen Krebserkrankungen
Lokales Lübeck Mit Hightech gegen Krebserkrankungen
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22:15 20.09.2013
Dr. Ursula Steidle-Katic (51, l.) und Irina Robrahn-Nitzschke (48) mit dem neuen Hochpräzisionsbeschleuniger. Quelle: Foto: Schülermann

Eines fällt in den Räumen von Curavid im Facharztzentrum in der Kronsforder Allee sofort auf: Die Praxis wirkt keineswegs klinisch und kühl. Die Räume sind hell und von Tageslicht durchflutet.

Trotzdem geht es dort um ernste Erkrankungen — um Krebs. Um den Patienten eine noch effektivere Behandlung durch Strahlentherapie anbieten zu können, nahmen Ärzte, Physiker und Assistenten eine neue Bestrahlungstechnik mit Hochpräzisionsbeschleuniger in Betrieb. Das Besondere ist, dass sie den Krebs sehr genau bestrahlen kann und die Anwendung sehr schnell geht. Die Bestrahlung müsse schnell gehen, damit durch Bewegungen der Patienten kein gesundes Gewebe bestrahlt werde, erklärt Dr. Rainer Schulte (43), Facharzt für Strahlentherapie und Mitinhaber von Curavid. Die Anlage arbeitet millimetergenau und kann so auch kleine Tumore im Kopf- und Lungenbereich bestrahlen.

Dass die Anzahl der Krebspatienten zunimmt, sei einerseits darauf zurückzuführen, dass Krebs immer früher erkannt werde. „Der wichtigste Grund ist aber, dass die Menschen immer älter werden“, erklärt Dr. Ursula Steidle-Katic, Mitinhaberin der Praxis. Das Durchschnittsalter bei Krebserkrankungen liege bei 69 Jahren, so die 51-jährige Fachärztin für Strahlentherapie weiter.

Während früher nur aus einer Richtung großflächig bestrahlt werden konnte und so auch gesundes Gewebe Strahlen abbekam, kann die neue Anlage kleine, genau festgelegte Bereiche treffen und sich gleichzeitig 360 Grad um den Patienten herum bewegen. Dabei lässt sich auch die Intensität der Strahlung variieren, so dass die Krebszellen am effektivsten zerstört werden und die Behandlung gleichzeitig schonend für den Patienten ist. Für einen reibungslosen Ablauf und gute Heilungschancen setzen sich Physiker, Ingenieure, Ärzte und medizinisch-technische Assistenten gemeinsam ein.

„Onkologie und Strahlungstherapie sind Teamarbeit“, so Dr. Schulte. Für jeden Patienten wird ein individueller Bestrahlungsplan entwickelt, mit modernster Technik umgesetzt und am Computer überwacht.

„Wir behandeln an zwei Standorten 2000 Patienten im Jahr“, sagt Irina Robrahn-Nitzschke (48), ebenfalls Mitinhaberin der Praxis und Fachärztin für Strahlentherapie. Es gibt auch abends Behandlungen, damit Berufstätige die Therapie in Anspruch nehmen können. Curavid plant, den neuen Hochpräzisionsbeschleuniger auch am zweiten Standort im Hochschulstadtteil zu installieren.

Denn man könne durch die Therapie die Lebensqualität von Erkrankten erhalten, sagt Steidle-Katic.

phs

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