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Lübeck Mit Kerzen gegen die Gewalt
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21:26 10.11.2016
Gesänge im Kerzenlicht vor dem jüdischen Friedhof: Christen gedachten am 9. November der verfolgten und ermordeten Juden. Quelle: Teichmann

78 Jahre ist es her, dass mit der Pogromnacht am 9. November 1938 die Judenverfolgung in Deutschland in den nackten Terror überging. In Moisling gedachten Christen in einem Gottesdienst in der Wichern-Kirche und bei einer anschließenden Mahnwache vor dem jüdischen Friedhof mit Kerzen und Liedern der Verfolgten und Ermordeten.

Mit deutlichen Worten machte Pastor Olaf Klein in seiner Predigt unmissverständlich klar, dass wir auch heute nicht in einer heilen Welt leben. Mit Blick auf das Ergebnis der Wahlen in den Vereinigten Staaten, auf die Verfolgungswelle in der Türkei und die Umtriebe der Pegida in Deutschland sagte er: „Die Geister, die wir rufen, sind auf einmal da.“ Die Geschichte scheine sich zu wiederholen.

Die „Missachtung und Ausgrenzung von Menschen“ habe im Dritten Reich mit der Pogromnacht vor 78 Jahren ihren Lauf genommen. Das furchtbare Ende sei die „ Vernichtung jüdischen Lebens in Europa“

gewesen. Die Vergangenheit mahne, aufmerksam und wachsam für die Gegenwart und Zukunft zu sein. Der Theologe: „Wir sind heute weit entfernt von religiöser Toleranz.“

Anlässlich der 500-Jahr-Feier der Reformation im kommenden Jahr zeigte der Pastor auch die dunkle Seite Martin Luthers auf, dessen judenfeindlichen Aussagen („Ertragen können wir sie nicht“) bis zum heutigen Tag erschütternd seien. Olaf Klein mahnte in der Andacht eindringlich: „Lasst uns gemeinsam an einer menschenfreundlichen Welt bauen.“

tt

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