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Lübeck Mit coolen Touren die Kultur entdecken
Lokales Lübeck Mit coolen Touren die Kultur entdecken
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21:20 20.12.2017
Niki (9, links) und Naomi (10) schauen sich das alte Stadtsiegel an. Es ist sogar beleuchtet.

Klaus Wigger (74) steht an Deck des Hanseschiffes und schaut die Kinder ein wenig fassungslos an. „Also, ihr habt ja viele Fragen“, sagt der Quartiermeister lachend, „das habe ich noch nie erlebt.“

Mit Cool-Touren will die Nachmittagsbetreuung der Grundschule Falkenfeld Kultur vermitteln. Das Angebot des Kinderschutzbundes bietet Schülern Einblicke in die Geschichte Lübecks und zeigt ihnen Orte, die die meisten noch nie gesehen haben. Die „Lisa von Lübeck“ gehört dazu.

Viel los am Nachmittag

Die Cool-Touren sind ein Angebot der Offenen Ganztagsschule der Grundschule Falkenfeld. Der Kinderschutzbund bietet dort Angebote in drei Bereichen. Erstens: Mittagessen im Kinderhaus Blauer Elefant. Zweitens: Hausaufgabenbetreuung. Drittens: Projekte, Kurse und Spiele in Haus, Sporthalle und Schulhof sowie im Wäldchen der Schule.

Und kaum hat Wigger eine Antwort gegeben, schnellen wieder Finger in die Höhe.

Die Kinder gehören zur Grundschule Falkenfeld, und wenn der Unterricht zu Ende ist, besuchen 79 Erst- bis Viertklässler die Nachmittagsbetreuung. „Offene Ganztagsschule Falkenfeld“ heißt das pädagogische Betreuungsangebot des Lübecker Kinderschutzbundes, das den jungen Leuten viel bietet. Dazu gehört auch die Cool- Tour, die den Kindern an diesem Tag einen Ausflug zur nördlichen Wallhalbinsel und zur „Lisa von Lübeck“ ermöglicht.

Nachdem sich die Kinder an Deck versammelt haben, schauen sie sich staunend Tampen, Luken, Masten und mehr an. Wigger erzählt vom Bau des Hanseschiffes als Projekt des Vereins Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck. Er berichtet, dass die Kraweel in den Jahren 1999 bis 2004 entstanden ist und nur dank des Einsatzes vieler ehrenamtlicher Helfer auf den alten Hanserouten unterwegs sein kann. Wieder melden sich die Kinder. Niki (9) möchte wissen, ob das Schiff auch fahren kann. Benjamin (10) fragt, warum das Holz an Deck nicht marode wird, und Maya (10) wundert sich über die vielen Kisten im Laderaum.

Für den Leiter der Nachmittagsbetreuung, Tim Walter (37), ist die Wissbegierde der jungen Teilnehmer nicht verwunderlich. „Wir sind eine Brennpunktschule mit 70 Prozent Migrationsanteil“, sagt er, „die meisten Kids kennen ihr soziales Umfeld – zwei Blocks, zwei Straßen – aber oft kennen sie nicht mal die Lübecker Innenstadt.“ Besuche in Museen, Stadtführungen oder eben auf diesem Schiff seien ein Novum für die meisten und faszinierten sie, sagt er.

Um den Schülern die Kultur und Geschichte der Hansestadt näherzubringen, hat die Offene Ganztagsschule die Cool-Touren 2014 ins Leben gerufen. Gedacht ist das spendenunterstützte Projekt für Viertklässler, in der Regel sind zwölf bis 15 Kinder dabei. Für 2018 möchte Walter das Angebot insofern intensivieren, dass die Kinder das historische Lübeck nicht nur kennenlernen, sondern es als Ton-Modell auch nachbauen. „So könnten wir das Wissen vertiefen und zusätzlich die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder fördern“, sagt der Psychologe, der sich die Modellstadt aus der Vogelperspektive in einer Größe von 1,50 mal 1,80 Meter vorstellt.

Inzwischen hat sich die Gruppe auf den Weg unter Deck gemacht. Klaus Wigger bleibt am so genannten Süllrand stehen und erklärt: „Der ist dafür da, dass kein Wasser von Deck ins Schiff laufen kann.“

Früher habe er sich manchmal die Schienbeine daran gestoßen, verrät er lachend, doch inzwischen kennt er das Schiff in- und auswendig. Maya (10) und Ümmühan (9) lassen den 74-Jährigen kaum aus den Augen. Immer wieder haben sie neue Fragen, sind begeistert von der Tour. „Ich habe das Schiff vorher noch nie gesehen. Wusste nicht mal, dass es das gibt“, sagt die Neunjährige. „Toll, dass ich so viel lernen durfte.“

Cosima Künzel

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