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Lübeck Mit dem Kleinwagen zum Diensttermin
Lokales Lübeck Mit dem Kleinwagen zum Diensttermin
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22:27 15.02.2016
Bernd Möller (Grüne, v. l.), Sven Schindler (SPD), Hinrich Kählert (StattAuto) und Kathrin Weiher (parteilos) präsentieren den Opel, der Mitarbeitern der Verwaltung für Dienstfahrten zur Verfügung steht. Quelle: Maxwitat

 Über 100 der rund 500 Verwaltungsmitarbeiter haben Bedarf angemeldet. Die beiden Opel stehen erst einmal für ein Jahr zur Verfügung. „Wenn das Angebot gut angenommen wird, wird es ausgebaut“, sagt Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos).

Auslöser für die Car-Sharing-Station ist die absehbare Parkplatznot am Verwaltungszentrum. Umwelt- und Innensenator Bernd Möller (Grüne) schätzt die Zahl auf 200 Stellplätze. Weil aber die Tiefgarage sanierungsbedürftig und in Teilen schon gesperrt ist, müssen Mitarbeiter und Besucher demnächst um weniger Parkraum konkurrieren. Ab Mai wird das städtische Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) auf dem öffentlichen Parkraum abkassieren. Zugleich wollen die drei Senatoren, deren Mitarbeiter im Verwaltungszentrum tätig sind, ein Zeichen setzen. Weiher: „Die Verwaltung muss mit gutem Beispiel vorangehen und die Autonutzung auf ein sinnvolles Maß begrenzen.“ Car-Sharing würde die Umweltbelastung und den Parkdruck mindern, sagt Möller.

Das Teilen von Autos boomt bundesweit. Nach Angaben des Bundesverbandes Car-Sharing (BCS) waren am 1. Januar 2015 — die Zahlen für 2016 werden in wenigen Wochen bekanntgegeben — 1,04 Millionen Nutzer bei den rund 150 deutschen Car-Sharing-Anbietern gemeldet — 37,4 Prozent mehr als im Vorjahr. 15 400 Fahrzeuge stehen den Nutzern bundesweit zur Verfügung, 490 Städte und Gemeinden verfügen über ein Car-Sharing-Angebot. Die größte Auswahl haben die Karlsruher mit zwei Fahrzeugen pro 1000 Einwohnern. Lübeck kommt auf Platz 28, Kiel auf Rang 38 und Rostock auf 112 von 136 Städten mit mehr als 50000 Einwohnern.

In der Hansestadt gibt es derzeit zwei Anbieter mit festen Stationen, bestätigt Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverbandes. Neben StattAuto ist Flinkster von der Deutschen Bahn an der Trave vertreten. „Flinkster verfügt aber nicht über ein flächendeckendes Angebot“, sagt Loose. Die Flinkster-Fahrzeuge stehen am Hauptbahnhof und müssen dort wieder abgegeben werden.

Obwohl Car-Sharing sich in den nächsten Jahren in der Fläche verbreiten werde, „sehe ich für Lübeck auf Dauer nur ein stationsbasiertes Angebot“, sagt Loose. Große Anbieter wie Car2Go würden in absehbarer Zeit nicht nach Lübeck kommen. Von dem Auf und Ab der Branche ist die Hansestadt deshalb nicht betroffen. Vor allem in den Metropolen gibt es neben vielen Neugründungen auch immer wieder Pleiten. ZebraMobil stellte im Juni 2013 seinen Dienst in München ein und verschwand vom Markt. SpotCar in Berlin hat im Mai 2015 das Angebot eingestellt. CiteeCar, ebenfalls Berlin, hat nach übereinstimmenden Medienberichten Insolvenz angemeldet.

StattAuto, der Lübecker Platzhirsch, expandiert weiter. Im vergangenen Jahr wurde die Zahl der Stationen auf 30 erhöht, 75 Fahrzeuge stehen zur Verfügung und die Zahl der Teilnehmer stieg um zehn Prozent auf 1700. In diesem Frühjahr werden zwei Leihautos am Neubau des Bauvereins in der Ratzeburger Alle und eines auf dem Edeka-Parkplatz am Hansering stehen.

Bunte Branche

150 Car-Sharing-Anbieter hat der Bundesverband BCS gezählt. Unterschieden wird zwischen Anbietern wie StattAuto, die mit festen Mietstationen arbeiten, zu denen die Fahrzeuge zurückgebracht werden. Daneben gibt es vor allem in Metropolen wie Berlin, Hamburg und München Anbieter wie Car2Go oder DriveNow, deren Fahrzeuge überall im öffentlichen Raum stehen und überall wieder abgestellt werden können. Schließlich gibt es diverse Internet-Plattformen, auf denen Privatleute ihre Fahrzeuge anderen zur Verfügung stellen.

Kai Dordowsky

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