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Lübeck Mit dem Schlafsack in die Kirche
Lokales Lübeck Mit dem Schlafsack in die Kirche
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22:03 12.05.2016
Anna (8, v. l.), Tamara (10), Milana (6) und Leon (8) dürfen auf dem Hochaltar in St. Marien Probe liegen. Quelle: Fotos: Cosima Künzel, Ulf-Kersten Neelsen

Wenn Kinder an Kirche denken, dann vermutlich an Holzbänke, Gebete, Stille, Gesang und Heiligenbilder. Weniger an Schlafsäcke, Isomatten, Malspaß, ein Abenteuer mit über 80 anderen Kindern und ein großes Frühstück unterm Gewölbe. Aber St. Marien bringt mit der Erlebnisnacht beides zusammen. Mitte Juni dürfen kleine Lübecker wieder im Gotteshaus übernachten.

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Malen und Maussuche: Bis zu 100 Kinder dürfen Mitte Juni in St. Marien übernachten.

„Ich habe schon im Garten gezeltet, aber in einer Kirche noch nie“, sagt Anna (8) und blinzelt zum Gewölbe hinauf. Das Mädchen darf mit Tamara (10), Milana (6) und Leon (8) von der Lübecker Knabenkantorei schon mal auf dem Hochaltar Probe liegen und freut sich auf den Termin. „Es wird bestimmt auch ein bisschen gruselig, dunkel und ganz doll aufregend.“ Auf jeden Fall werden die Kinder die Kirche ganz neu erleben, und darum geht es den Ideengebern.

„Wir haben uns dafür ein buntes Programm ausgedacht“, erzählt Kirchengemeinderätin Birgit Hauf im Beisein von Kirchenvögtin Sabine Weiß, Kirchenführerin Ilse-Marie Spitzer und Martina Wagner, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck. Insgesamt können 80 bis 100 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren dabei sein, wenn sich die Kirchentüren um 19 Uhr für die Erlebnisnacht öffnen. Nach der Begrüßung und einem ersten Kennenlernen beginnt in Gruppen eine Erkundungstour. „Wir zeigen den Kindern die Glockenkapelle, gehen mit ihnen hoch zur Orgel und suchen mit ihnen die steinerne Kirchenmaus Rosemarie“, sagt Spitzer. Außerdem können die kleinen Gäste Kirchenfenster malen. Die Bilder werden später als Kunstausstellung präsentiert.

Damit sich die vielen Kinder gut orientieren können, werden sie in acht Gruppen mit je etwa zehn Teilnehmern zusammengefasst. Die Gruppen bekommen T-Shirts in verschiedenen Farben (gelb, grün, hellgrün, blau, hellblau, rot, schwarz, orange), die von der Sparkassenstiftung gesponsert worden sind und die die Kinder als Erinnerung mit nach Hause nehmen dürfen. Die Gruppeneinteilungen gelten auch für die acht als Schlafinseln gestalteten Nachtlager, die während der Nacht von zwei jungen Leuten betreut werden. „Einige dieser Jugendlichen haben selber schon bei einer Erlebnisnacht mitgemacht und freuen sich jetzt, dass sie als Betreuer helfen können“, sagt Weiß. Außerdem wird Pastor Robert Pfeifer vor dem Schlafengehen eine Andacht in Form einer Gute-Nacht-Geschichte präsentieren.

Die Veranstaltung findet am 17. Juni statt und ist nach 2006, 2008 und 2011 die vierte dieser Art. „Die Idee entstand nach der ,Magischen Nacht für Kinder’, die 2001 in St. Marien stattgefunden hat“, erinnert sich die Kirchenvögtin. Inzwischen sind viele Helfer dabei. Zusätzlich zu den Schlafbetreuern wird ein großes Team von Kirchenmitarbeitern in St. Marien für die kleinen Nachteulen da sein – darunter auch Pastorin Annegret Wegner-Braun. „Ich freue mich schon sehr darauf und bringe auch meinen Schlafsack mit“, sagt sie. „In den frühen Morgenstunden könnte es etwas lang und ich etwas müde werden.“ Da kann ein Frühstück helfen, das es für alle Teilnehmer am Morgen gibt. Das Abholen ist für 8 Uhr geplant.

Kinder, die teilnehmen wollen, müssen Schlafsack plus Unterlage mitbringen und von einem Erziehungsberechtigten angemeldet werden. Dafür gibt es in der Kirche zwei Termine:

Freitag, 20. Mai, (16 bis 18 Uhr) und Sonnabend, 21. Mai, (10 bis 11.30 Uhr). Die Teilnahme kostet pro Kind acht Euro. Inbegriffen sind Abendsnack und Frühstück. Für Fragen stehen Birgit Hauf (0157/37256512), Sabine Weiß (0176/57759344) und Ilse-Marie Spitzer (0176/ 99338479) zur Verfügung.

 Cosima Künzel

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