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Lübeck Mit dem Trike um die Welt
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15:20 02.07.2017
Die Piloten Andreas Zmuda (54) und Doreen Kröber (44) fliegen mit ihrem Trike über die Insel Tobago. Quelle: Fotos: Cosima Künzel (2), Zmuda/kröber

Seit fünf Jahren sind Andreas Zmuda (54) und Doreen Kröber (44) mit ihrem Trike auf Weltreise. Alles, was die beiden Globetrotter noch an Kleidung und Zeltausrüstung besitzen, wiegt nicht mehr als zwölf Kilo und passt auf ihr „fliegendes Motorrad“. Jetzt machen sie in Lübeck Station, um Valentina Pascu (42) zu besuchen. Die Lübecker Fluglehrerin ist ihr „treuester Fan“ und verfolgt die Reise der Abenteurer seit Jahren. Anfang kommender Woche wollen sie weiter nach Skandinavien.

Zwei Extremabenteurer machen auf ihrem Rekordflug durch 92 Länder in Lübeck Station.

Filme, Shows und Bestseller

Multimedia-Show zu präsentieren. Um ihr Leben als fliegende Nomaden zu finanzieren, haben sie außerdem einen Film („100000 Miles“) und drei Bücher herausgebracht („Abflug“, „Vogelfrei“ und den Spiegel-Bestseller „Überflieger“).

Mehr Infos: trike-globetrotter.de

„Am liebsten würde ich sofort mitfliegen“, sagt Pascu lachend, als sie die beiden am Flughafen Blankensee willkommen heißt. Am Morgen ihrer Ankunft in Lübeck wirken die Piloten frisch, ausgeruht und bestgelaunt. Dabei haben sie auf Isomatten in einem niederländischen Flughafenterminal geschlafen, sind um 5 Uhr morgens aufgestanden und hatten schlechtes Wetter vor sich. Gestartet sind sie in den Niederlanden, in der Nähe von Groningen, und ob sie es bis Lübeck schaffen würden, war nicht klar. „Über den Ostfriesischen Inseln zog ein Unwetter auf“, sagt Zmuda, „das war ganz schön schwarz am Himmel.“

Aber die beiden Extremabenteurer haben schließlich schon den gesamten amerikanischen Kontinent sowie die Karibik überflogen. Unvergesslich ist die Etappe entlang des Hudson Rivers, an Manhattan vorbei, zur Freiheitsstatue. Oder in Kolumbien, wo sie über einer geschlossenen Wolkendecke, ohne Sicht auf einen Landeplatz in eine lebensgefährliche Situation gerieten. „Um uns ein Loch in den Wolken zu suchen, schickte uns die kolumbianische Luftwaffe zwei Kampfjets hoch. Die Piloten waren schwer beeindruckt von unserem Flieger und übergaben uns als Anerkennung die Hoheitsabzeichen ihrer Uniform.“ Auch die fast fünf Flugstunden über dem unbewohnten Amazonas-Dschungel in Brasiliens werden sie nie vergessen.

Aber die Reise ist für sie kein Abenteuertrip, sie ist ihr Leben. Angefangen hat die Geschichte der beiden in Südamerika. Damals arbeitete Kröber als Wirtschaftsingenieurin und hatte einen „tollen und gut bezahlten Job“ in Berlin beim Flughafen. In dieser Zeit unternahm sie eine Reise nach Südamerika und machte eine Expedition mit. „Aber das Gefährlichste am Dschungel sind die Reiseleiter“, scherzt sie, denn Führer der Gruppe war Andreas Zmuda. Schon in den 90er Jahren war er nach Venezuela ausgewandert, um einige Monate völlig isoliert von jeglicher Zivilisation mit einem einheimischen Indianerstamm im riesigen Dschungel von Venezuela und Guyana zu verbringen. Später lebte er unter anderem auf der Karibik-Insel Tobago und arbeitete in Süd-und Mittelamerika als Reiseleiter und Organisator von Dschungel-Expeditionen. Doch als er bei einer der Touren Doreen kennenlernte, ließ er alles zurück und folgte ihr nach Berlin. „Wir wussten sofort, das passt.“ Und dann gab sie wiederum für ihn alles auf. „Sie hatte 30 Designer-Kleider und einen super Job bis zur Rente“, erzählt er, und in seiner Stimme schwingt auch nach fünf Jahren noch Bewunderung mit. Ein paar Monate später gaben sie ihr neues Zuhause in Berlin auf und brachen ohne viel Planung zu einem 160000 Kilometer langen Weltrekordflug durch 92 Länder auf.

Fluglehrerin Pascu (trike-fliegen-lübeck.de) hört sich alles mit glänzenden Augen an. Bis sie selbst auf Tour geht, zeigt sie ihren Schülern, wie das Trikefliegen über Lübeck geht. „Auch ein Stück Abenteuer“, sagt sie lächelnd und schaut sich die Route ihrer Gäste an. Die Tour haben sie auf das Trike gemalt. Der rote Strich wird von Norddeutschland nach Skandinavien, Südeuropa, Afrika, Asien und vielleicht 2022 bis Australien gehen. Genau geplant haben sie das nicht. „Wenn wir am Morgen starten, wissen wir nie, wo wir abends schlafen“, sagt Zmuda. „Unser Zuhause ist da, wo das Trike ist.“

Eine Bildergalerie vom Rekordflug gibt es auf LN-Online.de

 Cosima Künzel

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