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Lübeck Mit dem alten Doppeldecker zum Kunstflug-Weltmeister
Lokales Lübeck Mit dem alten Doppeldecker zum Kunstflug-Weltmeister
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20:21 16.08.2016
Mit seiner Focke-Wulf namens „Stieglitz“ überzeugte Claus Cordes die Jury in der Luft, aber auch am Boden. Zur Vintage Aerobatics World Championship in Dänemark waren 13 Piloten angereist.

Eine Riesenflasche Schampus für einen begnadeten Piloten: Claus Cordes hat im dänischen Stauning am Ringköbing Fjord in Jütland einen Titel gewonnen. „Ich darf mich jetzt Weltmeister im Oldtimerkunstflug nennen“, sagt Cordes. Zuvor hatte er sich gegen vier Konkurrenten in der Wertungsklasse „Looping the Loop“ durchsetzen können. Außerdem gewann er bei der Vintage Aerobatics World Championship mit seiner Focke-Wulf namens „Stieglitz“ den Preis für das besterhaltene Flugzeug.

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Claus Cordes hat bei der Vintage Aerobatics World Championship in Dänemark den inoffiziellen Titel gewonnen – Auch sein Oldtimer-Flugzeug gewann einen Preis.

„Den inoffiziellen Weltmeistertitel darf man natürlich nicht so ernst nehmen“, sagt Cordes. „Und ich kenne auch viele Piloten, die das besser können als ich.“ Für die ernsten Konkurrenten sei die Anreise entweder zu weit oder das Wetter zu schlecht gewesen. „D-EQAX“ (Delta-Echo-Quebeck-Alpha-X-Ray) lautet das offizielle Kennzeichen des 1936 gebauten, zweisitzigen, offenen Doppeldeckers für Schulung und Wettbewerbskunstflug. Neun Meter Spannweite und 160 PS hat der Sieben-Zylinder-Sternmotor mit 7,7 Litern Hubraum. „Seit 2015 ist das Flugzeug als bewegliches, technisches Denkmal ausgezeichnet“, sagt Cordes stolz. Eigentlich könnte er nach getaner Arbeit die Füße hochlegen. Denn der Lufthansa-Verkehrspilot, der als Kapitän eines Airbus A380 auf weltweiten Langstrecken im Cockpit sitzt, hat mit Sicherheit keinen langweiligen Job. Aber Cordes ist als aktives Mitglied und Segelflugausbilder des Aero Clubs Lübeck mit der Fliegerei so sehr verbunden, dass er es kaum am Boden aushält. Und deshalb war es für den 56-Jährigen „natürlich ein Muss“, in Dänemark zu starten.

Der Wettstreit in der Luft hat noch einen anderen Hintergrund: „Es werden einige alte und kunstflugtaugliche Maschinen erhalten, die mit ihren behäbigen Bewegungen und ihren gefälligen Formen ein wunderschönes Flugbild abgeben“, sagt der Pilot. Da diese Flugzeuge vergleichsweise schwer und schwach motorisiert seien, müssten die Piloten beim Kunstflug mit Höhe und Geschwindigkeit arbeiten. „Dabei hilft auch eine präzise Ausführung der einzelnen Manöver, um den Luftwiderstand klein zu halten“, erzählt der erfahrene Fluglehrer.

Diese Flugzeuge und Piloten zusammenzubringen war das Ziel der Veranstaltung. 13 Teilnehmer mit neun Flugzeugen aus Skandinavien, Deutschland und Tschechien waren angereist. Sie starteten in drei Wertungskategorien, unter anderem in der Klasse Freistil, bei der jeder Teilnehmer eine Kür fliegen musste, die auch Showelemente beinhalten sollte. Dazu bewertete eine Jury den Zustand der Flugzeuge.

Neben dem Sport und der fliegerischen Weiterbildung ging es auch um den Spaßfaktor. Auch das Treffen der Piloten und ihrer Mannschaften, das dem Austausch und der Geselligkeit dienen solle, sei wichtig, so Cordes. Und da alles ein wenig „unverbindlich“ sein und auch bleiben solle, wurde die Veranstaltung quasi im Untertitel als „inoffizielle Weltmeisterschaft“ bezeichnet. Cordes Worten zufolge gibt es etwas Vergleichbares nicht auf der Welt.

Ideengeber der ungewöhnlichen Sause sind dänische Kunstflugpiloten und Schiedsrichter, denen der moderne, professionelle Kunstflug zu sehr in eine Materialschlacht ausgeartet ist – „und von der die Zuschauer nicht mehr viel haben“, erklärt Cordes das Motiv der Macher der inoffiziellen WM. Reich wird man bei so einem Wettkampf nicht. Für seinen Titel hat Cordes nur eine Plakette für das Flugzeug bekommen. „Wichtig ist ja nur, dabei zu sein“, sagt der Erfolgspilot. „Es hat einen Riesenspaß gemacht.“

Club der Segelflieger

140 Mitglieder zählt der Aero Club Lübeck (ACVL). Und der Verein sucht noch Nachwuchs. „Wir können gern noch jugendlichen Zuwachs gebrauchen“, sagt Jugendgruppenleiter Lennart Voutta (17). Der Verein bietet für Anfänger unter anderem spezielle Schnupperkurse an.

Zurzeit starten die Segelflieger vom Flugplatz Wahlstedt. Die Mitglieder hoffen allerdings, nach dem Betreiberwechsel nach Blankensee zurückkehren zu können.

• Weitere Informationen zum Aero Club gibt es unter www.acvl.de.

Rüdiger Jacob

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