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21:15 14.09.2013
Tatort Lübeck: Hier, zwischen St. Marien und Kanzleigebäude, wird zwar nicht wirklich gemordet. Gruselig ist es dennoch. Quelle: Foto: Peer Hellerling

Ein Präpariersaal in der Anatomie der Uniklinik: Ort wilder, meist eher negativ besetzter Fantasien, ein Horror für manchen Medizinstudenten. Ein Ort, wie geschaffen für eine Krimilesung, dachten sich auch die Organisatoren des ersten Lübecker Krimifestivals — Jochen Rühmling von der Agentur „Mikado“, Dietlind Kreber vom Scharbeutzer Windspiel-Verlag und Pia Walter, Past President der Lions Lübeck-Altstadt.

Letztere wollten eine Veranstaltung für einen guten Zweck auf die Beine stellen. Der war schnell gefunden: 2,50 Euro pro Eintrittskarte gehen an chronisch Diabetes-kranke Kinder, die in der Uniklinik behandelt werden. Ein Medium, Geld einzunehmen, war ebenfalls schnell gefunden, denn Krimis, gerade solche aus dem Norden, haben Konjunktur. Die Auswahl der Autoren, die höchstselbst lesen, fiel ebenfalls nicht schwer. Pia Walter kümmerte sich um die Orte. Sie räumt ein, dass man beispielsweise den Präpariersaal sicher nicht ohne entsprechende Kontakte und den guten Zweck im Hintergrund bekommen hätte. Bei Anatomie-Professor Jürgen Westermann stieß sie gleich auf offene Ohren. „Es war schön, wie er sofort gesagt hat: ,Im Kampf um die Uni hat Lübeck so viel für uns getan, jetzt können wir auch mal was für Lübeck tun‘.“

Die schlechte Nachricht: Die Lesung am Mittwoch, 25. August, in der Anatomie, bei der die Autoren Lena Johannson, Jürgen Vogler und Jan von der Bank aus dem soeben im Windspiel-Verlag erschienenen Kurzgeschichten-Band „Kriminelle Weihnachten in der Lübecker Bucht und der Hansestadt Lübeck“ vortragen, ist ausverkauft. „Die Resonanz war gewaltig“, sagt Jochen Rühmling, „damit hätten wir nie gerechnet!“ Doch vielleicht übt dieser Ort eine besondere Anziehungskraft aus, zumal im Anschluss an die Lesung eine Führung durch die Anatomie geboten wird.

Interessant dürfte es aber auch am Dienstag, 24. September, im Amtsgericht am Burgfeld sein: Denn im Gerichtssaal liest das erfolgreiche dänische Autorenduo A. J. Kazinski — Pseudonym für Anders Rønnow Klarlund und Jacob Weinreich — ab 19 Uhr aus dem Thriller „Der Schlaf und der Tod“, in dem es um den vermeintlichen Selbstmord der Primaballerina des Königlichen Balletts Kopenhagen geht. Kommissar Niels Bentzon glaubt nicht an Selbstmord und nimmt die Ermittlungen auf. Wer kein Dänisch kann, muss sich nicht fürchten, denn die bekannte Moderatorin und Autorin Regula Venske übersetzt simultan.

Übersetzung ist hingegen nicht nötig, wenn Derek Meister am Donnerstag, 26. September, im „Hotel Hanseatischer Hof“ in der Wisbystraße liest. Und zwar aus seinem im Mai 2012 erschienen Roman „Flutgrab“, der im Lübeck des 14. Jahrhunderts spielt. Rungholt ermittelt für den Bankier d‘Alighieri, dem eine Schatulle mit wichtigen Papieren gestohlen wurde. Während Rungholts Recherchen ereignen sich seltsame Todesfälle. Auch hier dürfen sich die Zuhörer auf schaurig-spannende Stunden freuen — zum Abschluss des Festivals in schöner Atmosphäre. Wer sich vor Beginn der Lesung lieber aufs Angenehmste stärken möchte, kann das mit einem begleitenden Drei-Gang-Menü tun.

Pia Walter, die selbst leidenschaftlich gern Krimis liest — „Adler Olsen und Nele Neuhaus finde ich sehr gut“ — und Jochen Rühmling sind sicher, dass es nächstes Jahr ein zweites Lübecker Krimifestival geben wird. „Wir sind schon bei der Planung“, sagt Rühmling, „und zwar mit höchstkarätigen Autoren“. Und vielleicht ja wieder an ungewöhnlichen Orten.

Tickets und Preise
Karten für die Lesung am Dienstag, 24. September, im Amtsgericht kosten im Vorverkauf 17,50 Euro (Abendkasse 18,50 Euro) und sind erhältlich im Pressezentrum, bei Hugendubel oder unter www.luebeck-ticket.de. Beginn ist um 19 Uhr. Karten für die Lesung mit Dinner am Donnerstag, 26. September, im Hotel Hanseatischer Hof gibt es zum selben Preis an den genannten Stellen sowie im Hotel. Für das Menü sind weitere 17 Euro zu zahlen. Beginn mit Menü: 18 Uhr, Lesung 19.30 Uhr.

Sabine Risch

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