Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Moisling träumt von goldener Zukunft
Lokales Lübeck Moisling träumt von goldener Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:33 01.12.2016
Noch rauschen die Züge an Moisling vorbei. Doch 2020 werden sie hier am Oberbüssauer Weg in unmittelbarer Nähe der Brücke halten. Moisling rückt dann an Hamburg heran. FOTOS: LUTZ ROESSLER (6), WOLFGANG MAXWITAT

Es ist wie ein Sechser im Lotto für die 10000 Einwohner Moislings, und es wird empfunden als das „Ende vom im Abseits stehen“: Die Entscheidung des Kieler Wirtschaftsministeriums, dass in vier Jahren Züge an einer neuen Bahnstation am Oberbüssauer Weg in Moisling halten, wird als großer Durchbruch empfunden. Der Stadtteil rechnet mit neuen Einwohnern in neuen Wohngebieten und einer fulminanten Aufwärtsentwicklung.

Zur Galerie
Noch rauschen die Züge an Moisling vorbei. Doch 2020 werden sie hier am Oberbüssauer Weg in unmittelbarer Nähe der Brücke halten. Moisling rückt dann an Hamburg heran. FOTOS: LUTZ ROESSLER (6), WOLFGANG MAXWITAT

Michael Tietz, Vorsitzender des Beirates Soziale Stadt Moisling und Investor des Gesundheitszentrums am Sterntalerweg, spricht von einem Durchbruch: „Wir haben eine einmalige Chance, einen äußerst attraktiven Stadtteil neu zu planen.“ Denn mit dem Bahnanschluss verkürze sich die Fahrt nach Hamburg auf knapp 40 Minuten; und von Moisling aus fahre man dann mit dem Zug in 25 Minuten an den Ostseestrand. Tietz sieht die „historische Chance, viele junge Familien nach Moisling zu holen“. Der Jurist rechnet mit einer starken Zuwanderung aus Hamburg: „Wir sind der südlichste Stadtteil Lübeck, wir liegen im Grünen auf einer Insellage zwischen Trave und Elbe-Lübeck-Kanal und unsere Lebensqualität ist fünfmal höher als in Norderstedt.“ Tietz hat eine Vision von einer neuen Moislinger Mitte nahe des Bahnhaltepunktes mit kleinen Geschäften, Cafés und Gastronomie. Er erwartet mit der Eröffnung der Bahnstation wachsende Verkehrsströme auf der jetzt schon stark belasteten August-Bebel-Straße. Sein Traum: Eine neue Tangente von der Baltischen Allee zur Bahnstation parallel zu den Eisenbahnschienen.

Auch Ulrich Pluschkell, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, sieht große Zukunftschancen: „Wenn Moisling auf diese Weise an Hamburg heranrückt, dann bedeutet das, dass Moisling für Menschen, die schon heute in Hamburg verzweifelt Wohnungen suchen, als Wohnort attraktiv wird.“ Er sieht neue Wohngebiete südlich der Eisenbahnlinie und neue Einnahmequellen für Lübeck: „50 Arbeitnehmer aus Hamburg, die nach Moisling ziehen, erhöhen Lübecks Steuereinnahmen um jährlich 100000 Euro.“

Christian Gauer, Pastor der Wichern-Gemeinde, hofft, dass ein Ruck durch den Stadtteil geht: „Es ist eine Riesenchance, dass wir durch den Bahnhaltepunkt, das Projekt Soziale Stadt und Bauprojekte der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ,Trave‘ andere Menschen auf Moisling neugierig machen.“ Es sei wunderbar, „wenn neue Menschen zu uns kommen und unseren Blick weiten“.

Wolfgang Thieß, Vorsitzender von Rot-Weiß Moisling, fordert: „Wir müssen zum Hamburger Verkehrsverbund gehören“; dann sei Moisling attraktiv für Studenten und Arbeitnehmer, weil man in 40 Minuten am Hamburger Hauptbahnhof sei. Den Bahnhaltepunkt nennt Thieß eine „Frischluftzufuhr“ für Moisling.

Das sehen auch Christian Steen, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Moisling, und seine Stellvertreterin Erika Warnck so: „Mit dem Bahnhaltepunkt beginnt die neue Entwicklung Moislings. Denn hinter dem Bahnhaltepunkt haben wir sehr viel grüne Wiese.“ Diese Flächen seien geeignet für kleinteiligen Wohnungsbau und kleinteiliges Gewerbe. Steen: „Eine einmalige Chance.“

Dagmar Hildebrand, Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes West (Moisling, Buntekuh, St. Lorenz, Groß Steinrade), nennt die Bahnstation einen „Meilenstein“. Der „Schrumpfungstrend“ in Moisling habe sich umgedreht: „Der Stadtteil wächst und wird weiter wachsen. Wir brauchen Grundstücke für junge Familien.“ Doch Hildebrand mahnt: Moisling benötige angesichts seines „Inselcharakters“eine verbesserte Straßen-Infrastruktur: „Die Verkehre müssen abfließen können.“ Auch die CDU-Politikerin denkt an eine neue Tangente zwischen Baltischer Straße und Oberbüssauer Weg.

 Torsten Teichmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ab dem dritten Advent bis zum Reformationstag am 31. Oktober 2017 sollen Sonntag für Sonntag – abwechselnd in allen Lübecker Kirchen – die Kanzeln freigemacht werden für Menschen aus dem gesellschaftlichen Leben, die keine theologische Ausbildung haben – auch Torsten Albig und Bernd Saxe sind dabei.

01.12.2016

Die Stadt baut die Schulkinderbetreuung in Kitas ab – dafür soll die Nachmittagsbetreuung der Grundschulen ausgebaut werden. Die Eltern der Kita St. Marien wehren sich gegen die Schließung.

01.12.2016

Die Tafel braucht dringend ein neues Fahrzeug. Das Spendenkonto Kontoinhaber: Lübecker Tafel e.V.

01.12.2016
Anzeige