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Lübeck MuK-Chefin zuversichtlich: „Wir schaffen das“
Lokales Lübeck MuK-Chefin zuversichtlich: „Wir schaffen das“
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09:03 13.12.2015
Ilona Jarabek (50) ist seit 2007 Geschäftsführerin der MuK. Das hauptamtliche Team zählt 24 Beschäftigte. Hinzu kommen rund 100 Aushilfen und zwischen 30 und 50 Technik-Helfer. Quelle: Olaf Malzahn, Wolfgang Maxwitat (4)

Nach der Hiobsbotschaft — welche Reaktionen haben Sie erlebt?

Ilona Jarabek: Ich war von der Summe selbst erschrocken, damit habe ich nicht gerechnet.

Die Nachricht war für Sie überraschend?

Jarabek: In der Größenordnung ja. Die Gesamtsumme verursacht Unbehagen. Bei 22,3 Millionen schreien natürlich alle auf, woher soll das Geld kommen? Jetzt entsteht wieder so eine Unsicherheit.

Wir sind gerade an dem Punkt gewesen, an dem wir die ersten schlimmen Einschläge bewältigt haben. Nach der Schließung des Konzertsaales haben wir auf die Rotunde umgerüstet — das ist gut gelungen.

Dann kam der zweite Rückschlag, als es hieß, Flure und Foyer müssen auch gemacht werden. Publikum und Veranstalter dachten, hier ist alles kaputt. Wir hatten Mühe, die Menschen zu überzeugen. Das ist nicht immer gelungen. Wir haben einen internationalen Kongress verloren.

Erwarten Sie weitere Absagen?

Jarabek: Die Nachricht ist in der Welt. Am Montag sprechen bei mir die ersten Veranstalter vor, denen ich schwören muss, dass bei ihrer Veranstaltung nichts passiert. Das verstehe ich, aber das macht unser Geschäft so schwer.

Die öffentliche Botschaft lautet: Das ganze Haus ist kaputt.

Jarabek: Genau. Aber die Sanierung der Decke hat nichts mit den anderen Maßnahmen zu tun. Jeder Hausbesitzer weiß, dass irgendwann das Dach repariert werden muss. Das ist aber nicht akut. Die ganze Sanierung findet in mehreren Abschnitten statt.

Drei Jahre Baustelle — wie organisieren Sie den Betrieb?

Jarabek: Ich erwarte, dass sich der Bauplan an unserem Spielplan orientiert. Wir können mal den vorderen, mal den hinteren Eingang nutzen. Wir können die Besucherströme lenken. Es kommen ja nicht bei jeder Veranstaltung 1500 Menschen. Das Haus ist groß genug, dass wir Teile absperren können, ohne dass Veranstaltungen darunter leiden. Wir können Maßnahmen auch beschleunigen. Die Akustikwände für die Rotunde haben wir zusammen mit einem Partner entwickelt und innerhalb eines Tages gebaut. Unser Team nimmt jeden Besucher an die Hand und führt ihn zu seinem Platz. Wir werden die Werbung für die MuK nochmal verstärken. Das ist ein Signal an unsere Veranstalter: ,Wir schaffen das‘.

Wird der Konzertsaal tatsächlich im Frühjahr 2017 fertig?

Jarabek: Die Decke kann in Teilen ertüchtigt werden und muss nicht komplett ausgetauscht werden. Das ist eine gute Nachricht. Für mich liegt auf der Hand, dass die Sanierung des Saales schneller geht.

Mit welchen Verlusten rechnen Sie?

Jarabek: Mindestens eine Million Euro pro Jahr an Zuschuss werden wir von der Stadt brauchen.

Kann Lübeck sich eine so teure Sanierung leisten?

Jarabek: Lübeck muss sich das leisten. Die MuK ist ein Leuchtturm über die Landesgrenzen hinaus. Das Haus steht da und kann nicht einfach abgeschlossen werden. Außerdem würden ja trotzdem Kosten auflaufen. Wenn man die MuK sanieren will, finden sich Wege. Die Summe wird ja nicht auf einen Schlag fällig. Lange Diskussionen in der Bürgerschaft wären allerdings für uns tödlich.

Interview: Kai Dordowsky

LN

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