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Lübeck MuK-Konzertsaal: Im August beginnt die Sanierung
Lokales Lübeck MuK-Konzertsaal: Im August beginnt die Sanierung
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18:51 07.05.2016
Ostern 2017 soll im Konzertsaal — hier ein Konzert des NDR-Sinfonieorchesters — wieder Musik erklingen. Quelle: Olaf Malzahn

Der „ambitionierte Zeitplan“ werde dennoch eingehalten, versichern GMHL-Chef Dennis Bunk und MuK-Geschäftsführerin Ilona Jarabek. Ostern 2017 soll im Konzertsaal wieder musiziert werden.

Warum dauert das alles so lange? Am 28. Januar dieses Jahres hatte die Bürgerschaft einstimmig grünes Licht für die millionenschwere Sanierung der Akustikdecke gegeben. „Wir legen jetzt so schnell wie möglich los“, sagte Ilona Jarabek damals. Doch erst Ende April konnte die Bürgerschaft die ersten drei Millionen Euro tatsächlich freigeben. Das Geld unterlag einem Sperrvermerk. Das GMHL musste zunächst eine Entwurfsunterlage vorlegen. Die war im März fertig, aber die Stadtvertretung tagte erst wieder Ende April. Außerdem mussten die Planer die Freigabe des städtischen Haushaltes durch den Kieler Innenminister abwarten. Die lag Ende März vor.

Das Gebäudemanagement hat in einer europaweiten Ausschreibung Fachplaner gesucht. Derzeit laufen Vertragsverhandlungen. GMHL-Chef Bunk: „Die Aufträge können jetzt erteilt, Planer und Firmen gebunden werden.“ Ab Mitte dieses Monats werden zahlreiche Gewerke ausgeschrieben. Für die Ertüchtigung der Akustikdecke, den Brandschutz und sicherheitstechnische Maßnahmen werden Gerüstbauer, Trockenbauer, Maler, Elektriker, Metallbauer, Tischler, Lüftungstechniker sowie Informationstechniker benötigt. Im Laufe der nächsten zwei Monate werden die auserwählten Firmen beauftragt. „Für die Arbeiten an der Decke sind sechs Monate vorgesehen“, erklärt Dennis Bunk.

Die absturzgefährdete Akustikdecke wird nicht erneuert, sondern in einem aufwendigen Verfahren von oben befestigt. Vorteil, so Bunk: „Die akustische Perfektion bleibt gewährleistet.“ Parallel zur Sanierung des Konzertsaals starten die Arbeiten am Foyer, in dem ebenfalls Decken erneuert werden müssen. Dabei nehmen die Bauarbeiter Rücksicht auf die Veranstaltungen. Erst wenn der Konzertsaal Ostern 2017 wieder eröffnet ist, werden im Foyer umfangreichere Arbeiten vorgenommen.

„Die Veranstalter, die Gäste und unser Team haben sich mit der Lage abgefunden“, bilanziert die MuK-Chefin die ersten sieben Monate ohne großen Konzertsaal. „Anfangs gab es viele Klagen, aber die sind stark zurückgegangen.“ Die Rotunde, in der Konzerte und Kongresse stattfinden, werde sehr gut angenommen. Trotzdem verliert die MuK Veranstaltungen. „Der Komiker Otto Waalkes sollte im Herbst bei uns spielen, hat aber abgesagt“, berichtet die MuK-Chefin, „er will 2017 zu uns kommen.“

Ein für Mai nächsten Jahres geplanter, großer Kongress wurde komplett abgesagt, weil der Veranstalter dem ambitionierten Zeitplan der Sanierung nicht traut. Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen hat seinen im Herbst geplanten Kongress nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt. Der Kongress der Humangenetiker, um den die MuK fünf Jahre geworben hat, wich im März ins ECC von Heinz Besser aus. Das alles hat finanzielle Konsequenzen. MuK-Chefin Jarabek braucht in diesem Jahr einen städtischen Zuschuss von 1,6 Millionen Euro. Bisher lag der bei 480000 Euro.

Erneuerung nach 22 Jahren

22,3 Millionen Euro kostet die gesamte Runderneuerung der 1994 eröffneten Musik- und Kongresshalle (MuK). 8,3 Millionen Euro werden für den ersten Abschnitt fällig, in dem es um die Ertüchtigung der absturzgefährdeten Akustikdecke im großen Konzertsaal geht. Vier Millionen Euro stellt die Stadt 2016 und 2017 zur Verfügung, zwei Millionen kommen vom Land — und eine Million hat die Possehl-Stiftung zugesagt.

Von Kai Dordowsky

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