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Lübeck MuK-Sanierung wird 22 Millionen Euro teuer
Lokales Lübeck MuK-Sanierung wird 22 Millionen Euro teuer
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21:07 11.12.2015
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Lübeck

Mit Fassungslosigkeit reagieren Politik und Verwaltung auf die neue Kostenschätzung für die Sanierung der Musik- und Kongresshalle (MuK). Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Mit so einem hohen Betrag habe ich nicht gerechnet. Das ist eine deutliche Hiobsbotschaft.“ Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos): „Diese Summe übersteigt alle meine Vorstellungen.“ CDU-Fraktionschef Andreas Zander spricht von einer „entsetzlichen Summe“. Ragnar Lüttke (Linke): „Das ist fast ein Totalschaden.“ Diese Kosten könne Lübeck nicht alleine tragen, stellt Thorsten Fürter (Grüne) klar.

Bernd Saxe spricht von einer Hiobsbotschaft

Die MuK wird so teuer, weil nicht nur die Akustikdecke im Konzertsaal erneuert werden muss, sondern auch die Fassade, das Dach, die Haustechnik und das Foyer saniert werden müssen. Die Baumaßnahmen werden in mehrere Abschnitte unterteilt und ziehen sich bis Ende 2018 hin. Trotzdem soll der Spielbetrieb ab Frühjahr 2017, wenn der Konzertsaal erneuert ist, weitgehend ohne Abstriche stattfinden. „Wir werden den Spielbetrieb allenfalls ein paar Wochen vorübergehend einstellen“, sagt Saxe.

Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) begründet das Desaster mit der jahrelang vernachlässigten Bauunterhaltung. Die MuK hätte jährlich eine Instandsetzung in Höhe von einer bis 1,5 Millionen Euro benötigt. Tatsächlich wurden zwischen 2009 und heute jährlich rund 135<TH>000 Euro investiert. Der MuK-Aufsichtsrat hat schon vor zwei Jahren auf den millionenschweren Sanierungsstau hingewiesen.

Die Stadt ist in Gesprächen mit der Landesregierung über eine Förderung. Ein förmlicher Antrag wurde noch nicht gestellt. Zugleich prüft das Rechtsamt, ob gegen den damaligen Generalunternehmer Regressansprüche geltend gemacht werden können. Die Chancen seien gering, sagt Boden, weil der Bau schon mehr als 20 Jahre zurück liege. Bürgermeister Saxe wirft den damaligen Baufirmen vor, „sich bereichert zu haben“. Die Stadt wisse inzwischen, dass Firmen „teure Materialien in Rechnung gestellt, aber billige eingebaut haben“.

Saxe will die 22,3 Millionen Euro abzüglich Landeszuschüsse und Zuwendungen von Stiftungen über vier Jahre finanzieren. Ob die Bürgerschaft, die Ende November bereits die sechs Millionen Euro für den Konzertsaal auf Eis legte, mitzieht, steht in den Sternen. „Die Diskussion um die MuK wird jetzt noch einmal ganz neu eröffnet“, erklärt Kultursenatorin Weiher. CDU, Grüne und Liberale fordern von Saxe ein schlüssiges Finanzierungskonzept, sonst könnten sie der Sanierung nicht zustimmen. MuK-Chefin Ilona Jarabek versucht derweil, die Veranstalter bei der Stange zu halten. Bislang seien lediglich fünf Veranstaltungen abgesagt worden. Jarabek: „In jeder Krise liegt auch eine Chance.“

Baumaßnahmen bis 2018

6 Millionen Euro kostet die Erneuerung der Akustikdecke im Konzertsaal (1900 Plätze). Die Stadt hat testen lassen, ob Teile der bestehenden Decke ertüchtigt werden können. Statiker haben das bestätigt. Damit muss voraussichtlich nicht die ganze Decke herausgerissen und erneuert werden.
3,5 Millionen Euro kostet die neue Haustechnik. Unter anderem müssen Brandschutz und Lüftung modernisiert werden. Drei Millionen Euro werden für die Sanierung der Fassade, 1,5 Millionen für das Dach und 2,5 Millionen für das Foyer fällig. 5,8 Millionen Euro sind für Ausschreibungen, Planungen, Honorare und Gebühren kalkuliert. Die Baumaßnahmen werden in mehrere Abschnitte gegliedert und ziehen sich bis Ende 2018 hin.

Kai Dordowsky

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