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Lübeck „Müllmonster“ sollen Spielplätze sauber halten
Lokales Lübeck „Müllmonster“ sollen Spielplätze sauber halten
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10:14 28.09.2016
Die Werkkunstschule ist stolz auf ihre „Müllmonster“: Jelena Piep (v. l.), Josuha Liebmann und Christian Lau. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Sie fletschen die Zähne, beißen sie grimmig zusammen oder reißen die Mäuler auf: Lübeck schickt „Müllmonster“ in den Kampf gegen wilde Abfallberge auf den Spielplätzen. Doch die „Müllmonster“ sind recht friedliche Gesellen, wollen nur erreichen, dass sie von den Menschen bereitwillig mit Abfall gefüttert werden. 212 Müllbehälter (Stückpreis 150 Euro) in Grün, Blau, Rot und Gelb mit aufgemalten Grimassen werden auf allen Lübecker Spielplätzen aufgestellt. Schüler der Werkkunstschule haben die Behälter gestaltet. Der Entwurf von Jelena Piep (23) für die neuen Abfallbehälter kam auf den ersten Platz, der von Josuha Liebmann (22) auf den zweiten. Liebmann wird künftigen Abfallcontainern ein neues Gesicht geben.

„Die neuen Müllbehälter sollen auffallen.“Stefan Klotz, Stadtgrün und Verkehr

Gestern stellten Bausenator Franz-Peter Boden (SPD), Dr. Stefan Klotz, Bereichsleiter Stadtgrün und Verkehr, sowie Christian Lau, Leiter der Werkkunstschule Lübeck, die „Müllmonster“ auf dem Spielplatz an der Kanalstraße vor. Boden kann sich vorstellen, dass die augenfälligen Abfallbehälter künftig nicht nur Spielplätze schmücken, sondern überall in der Stadt das Maul aufreißen – und dazu beitragen, dass der Müll nicht mehr in der Gegend herumgammelt.

Wild entsorgter Müll ist überall in Lübeck ein ziemliches Problem. Doch auf Spielplätzen sind die Scherben zerbrochener Flaschen eine ganz besondere Gefahrenquelle. Der Bausenator hofft, dass die farbenprächtigen und Grimassen schneidenden „Müllmonster“ die Menschen veranlassen, den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Denn die bisherigen unscheinbaren grauen Abfallbehälter würden vielfach ignoriert.

Die neuen Müllbehälter haben ein größeres Volumen, ihre Öffnungen allerdings wurden so gestaltet, dass dicke Abfalltüten mit Hausmüll dort nur schwer Unterschlupf finden. Auch die Krähen werden Mühe haben, hineinzusteigen. Und die Abfallbehälter werden auch nicht mehr direkt neben Parkbänken aufgestellt, weil dies – aus was für Gründen auch immer – zu einer Vermüllung der Umgebung führt.

Offensichtlich ist der Mensch nicht in der Lage, Müll aus einer Sitzposition heraus in den Behälter zu werfen. Die neuen robusten Mülleimer stehen jetzt „an den natürlichen Laufwegen“, wie Boden betonte.

Jelena Piep erläuterte, mit ihrer Gestaltung der Abfallbehälter wolle sie erreichen, dass sich Kinder von den „Müllmonstern“ aufgefordert fühlen, den Abfall bei ihnen zu hinterlassen. „Die Müllbehälter werden wahrgenommen“, ergänzt Christian Lau. „Man guckt hin und freut sich.“ So werde eine positive Situation geschaffen. Stefan Klotz unterstrich dies. „Wir haben uns entschieden, die Müllbehälter auf Kinderspielplätzen freundlich und bunt zu gestalten. Sie sollen ja auffallen.“

Die „Müllmonster“ werden nun nach und nach die 212 Spielplätze der Hansestadt erobern. Zu sehen sind sie allerdings auch ab heute im Fenster der Werkkunstschule, Wahmstraße 43-45. Schulleiter Christian Lau ist stolz auf seine Schüler und freut sich, dass die private Werkkunstschule fast pünktlich zu ihrem 30. Geburtstag einen Entwurf im Herzen der Stadt veröffentlichen kann. Sie kann sich eine weitere Kooperation mit der Hansestadt gut vorstellen. Die Fachbereiche Planen und Bauen und der Bereich Stadtgrün und Verkehr bedankten sich gestern bei der Werkkunstschule für „die tolle Zusammenarbeit und die wirklich gelungenen Entwürfe“.

 Torsten Teichmann

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