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Lübeck Museen: Behnhaus muss saniert werden
Lokales Lübeck Museen: Behnhaus muss saniert werden
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11:45 05.01.2018
Platz vier der beliebtesten Lübecker Museen geht mit 22.835 Gästen an das Behnhaus. Das Haus von Leiter Alexander Bastek hat allerdings 26 Prozent Minus eingefahren.  Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Lübeck ist die Stadt der Museen: „Es gibt keine Stadt, die so viele Museen pro 100000 Einwohner hat“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Die Stadt leistet sich neun Häuser. Hinzu kommen das Willy-Brandt-Haus der Bundesstiftung und das Europäische Hansemuseum, das von der Possehl-Stiftung finanziert wird - wie auch das Theaterfigurenmuseum.

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Großes Sorgenkind ist das Behnhaus. „Wir müssen dort sechs Millionen Euro investieren“, macht Hans Wißkirchen, Chef der Lübecker Museen, klar. Das Haus von 1783 an der Königstraße muss saniert werden, dabei geht es um Brandschutz und eine neue Klimaanlage. „Das muss dringend gemacht werden“, so Wißkirchen. In dem Zuge soll das Museum behindertengerecht und mit neuer Technik ausgestattet werden. „Es geht nicht um eine Luxussanierung.“ Die Pläne sollen demnächst vorgestellt werden. Die Politiker müssen dafür extra Geld bereitstellen.

Für das laufende Geschäft der neun städtischen Häuser gibt die Stadt pro Jahr 5,2 Millionen Euro dafür aus. Davon kommen nur drei Millionen Euro bei den Häusern an. Denn: Das meiste der restlichen 2,2 Millionen Euro geht für die Miete der Gebäude drauf. Doch die Museen nehmen auch Geld ein. Geschätzte 1,2 Millionen Euro werden es 2017 gewesen sein, davon 800.000 Euro an Eintritt. Für Ausstellungen werben sie Geld von Stiftungen und Sponsoren ein.

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Sehen lassen können sich die Besucherzahlen: 220.000 Gäste werden es voraussichtlich gewesen sein. „Ein gutes Jahr“, sagt Wißkirchen. Aktuell liegen die Zahlen von Januar bis November 2017 vor. Da verzeichnen die neun Häuser ein leichtes Minus von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Spitzenreiter bleibt das Holstentor. Das Wahrzeichen wollen jährlich gut 50.000 Besucher sehen.

Damit sind die Zahlen konstant geblieben, obwohl das Hansemuseum 2015 eröffnet wurde. „Das Holstentor ist das große Exponat“, sagt Wißkirchen. Dennoch soll die Ausstellung erneuert werden. Der Titel:

„Das Tor, die Stadt, die Welt“. Es wird die Geschichte des Gebäudes erzählt und seine Bedeutung für die Stadt. Zudem werden Exponate der Völkerkundesammlung gezeigt, die Lübecker aus aller Welt herbrachten.

Auf Platz zwei der Besucher-Skala landet das Buddenbrookhaus. Gut 40.000 Gäste kamen von Januar bis November. 2018 wird das Museum regulär geöffnet sein, ab 2019 wird es umgebaut und soll 2021 fertig sein. 18 Millionen Euro kostet der Neubau. 11,2 Millionen Euro zahlt das Land, 1,6 Millionen die Stadt, 5,2 Millionen sollen über Stiftungen reinkommen. Während der Bauzeit wird es weiterhin eine Ausstellung geben - wo, ist unklar.

Ein Top-Jahr hat das Willy-Brandt-Haus an der Königstraße hingelegt. 52.303 Besucher sind in das Haus gekommen, so viele wie nie. Zudem: Die Zahl der Besucher ist stets gestiegen. Im ersten Jahr 2008 waren es knapp 39 000 Besucher, jetzt gut 52.000. Ursache des Erfolges: „Die temporären Ausstellungen wie die Fotografien über den DDR-Alltag“, sagt Leiter Jürgen Lillteicher. Zudem sei das Haus bekannter geworden. Zu den Museumsbesuchern kommen weitere 1500 Gäste von Veranstaltungen.

Der Eintritt in das Museum ist frei, weil die Willy-Brandt-Stiftung vom Bund jährlich knapp 2,6 Millionen Euro erhält. Davon betreibt die Stiftung zwei Häuser - in Berlin und Lübeck. Wobei das Lübecker Museum etwa ein Viertel erhält.

Von Josephine von Zastrow

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