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Lübeck Museumsnacht-Einnahmen: Galerien fordern Transparenz
Lokales Lübeck Museumsnacht-Einnahmen: Galerien fordern Transparenz
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18:12 01.09.2016
Peter Messerschmidt, Chef der Essigfabrik, findet die bisherige Regelung unfair. Quelle: Lutz Roeßler

Wer Werbung für seine Galerie machen möchte, wer im offiziellen Programm der Museumsnacht stehen und Flyer bekommen möchte, muss einen Obolus an die Kulturstiftung zahlen: 250 Euro. Was einige Galeristen für selbstverständlich halten, stößt anderen sauer auf. Viele verzichten deshalb auf eine Nennung im offiziellen Programm und öffnen an jenem Abend einfach ihr Atelier. Was nicht gern gesehen, aber auch nicht verhindert wird.

„Ich werde die Galerien zum Gespräch einladen.“Hans Wißkirchen, Direktor der Museen

Peter Messerschmidt, Chef der Essigfabrik in der Kanalstraße, hat sich in den Vorjahren stets offiziell beteiligt. Dieses Mal jedoch nicht. Im Gegenteil: In einem offenen Brief an Prof. Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, regt er eine Beteiligung der Galerien an den Einnahmen der Museumsnacht an. Denn: Sie trügen entscheidend zur Popularität der Veranstaltung bei, betrieben einen hohen Aufwand und müssten, statt die Kosten für Künstler und Ähnliches erstattet zu bekommen, sogar noch 250 Euro zahlen. Was Messerschmidt für unfair hält. Bis vor fünf Jahren waren übrigens nur 180 Euro zu zahlen.

Gut eine Woche später erhielt der Galerist eine Antwort vom Chef der Kulturstiftung, der ihm beipflichtete, dass die Galerien die Museumsnacht bereicherten. Zugleich klärte er aber auch darüber auf, dass sie keine Veranstaltung der Hansestadt sei und von daher über kein städtisches Budget verfüge. Sie „muss über die Einnahmen der Vorjahresveranstaltung finanziert werden, die gerade einmal die Programmkosten der Museen decken“. Der finanzielle Beitrag, den die Galerien leisten müssten, sei im Übrigen keine Teilnahmegebühr, sondern ein zweckgebundener Zuschuss zu den Werbekosten, „für die es ebenfalls keinen Etat gibt“.

Doch Messerschmidt bleibt dabei: Die bisherige Handhabung sei unfair, zumindest solle die Kulturstiftung „mit offenen Karten spielen und sagen, wie viel bei der Museumsnacht eingenommen wurde und wofür die Gelder verwendet werden“. Das fände auch Caroline Rügge, die ihre Galeriewerkstatt in der Fleischhauerstraße in jeder Museumsnacht öffnet, richtig. „Es kommt mir seit Jahren nicht gerecht vor“, sagt sie, die sich offiziell beteiligt und ihren Obolus bezahlt. Unfair fände sie es aber auch, einfach ohne offizielle Teilnahme die Galerie in der Museumsnacht zu öffnen. Frank Siebert, Galerist aus der Großen Burgstraße, ist einer derjenigen, die „einfach so“ aufmachen: „Für meine kleine Galerie sind 250 Euro zu viel, das bringt nichts.“ Er sehe darin jedoch „keine Gegenaktion zur Museumsnacht, sondern ein zusätzliches Angebot für die Besucher.

Und dann gibt es diejenigen, die die bisherige Regelung in Ordnung finden. Sowohl Susanne Adler als auch Ulrike Traub von der Gemeinschaft Lübecker Künstler versichern, immer sehr fair behandelt worden zu sein. Eine kleine Anzeige koste mindestens 250 Euro, „und die Kulturstiftung macht sehr gute Werbung“, so Ulrike Traub. Auch Ilona Kelling, die mit Karsten Müller das Atelier No. 44 in der Fleischhauerstraße betreibt, ist zufrieden: „Wir profitieren davon, wenn wir im offiziellen Museumsnacht-Flyer stehen.“ Der Obolus sei geringer als die Kosten, die bei ihren Kunst-Punsch-Aktionen in der Weihnachtszeit entstünden.

Reichlich Diskussionsstoff also. Hans Wißkirchen versichert, es sei kein Problem, die Kosten für die Museumsnacht aufzuschlüsseln. Ein Patentrezept, wie man die erwünschte Beteiligung der Galerien regeln könnte, habe er nicht. Aber: „Ich werde die Galerien noch einmal zu einem Gespräch einladen.“ Das wäre ganz im Interesse von Caroline Rügge, die Transparenz und ein Interesse der Museumsnacht-Macher an den Galerien fordert. Sie wünscht sich „ein offenes Gespräch. Ich möchte, dass wir uns verständigen.“

Sabine Risch

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