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20:19 08.07.2017
Musiklehrer André Hanßke (v. l.), Bosse, Finn und Mathea sowie Schulleiter Michael Cordes und Daniela Appel gestalten einen Song zusammen. Quelle: Foto: Mho

Zusammen mit ihrem Musiklehrer André Hanßke sitzen Finn, Bosse und Mathea im Kreis. Es wird rhythmisch in die Hände geklatscht, und mit Drum Sticks wird dem Takt gefolgt, der auf dem Xylophon vorgegeben wird. Auch das Schlagzeug, an dem Schulleiter Michael Cordes sitzt, wird in die Musikaufnahme miteinbezogen, die über den Tablet-Computer aufgezeichnet werden kann.

„Die einzelnen Rhythmus-Sequenzen können dann später mit Hilfe einer speziellen Software zu einem einzigen Song zusammengesetzt werden“, erklärt Hanßke. Daniela Appel, selber Gymnasiallehrerin an einem Lübecker Gymnasium, hört gespannt zu. Ihre Stiftung, die sich die kulturelle Förderung für Kinder mit Behinderung zum Ziel gesetzt hat, konnte Anfang des Jahres der Stadtschule Travemünde mehr als 11000 Euro zur Verfügung stellen und lässt sich nun die Verwendung der Mittel erläutern.

„Die Tablets, die wir anschaffen konnten mit den dazu gehörigen Programmen, sowie die Musikanlage zur Verstärkung helfen uns in der Komplexität des Musikunterrichts erheblich weiter“, freut sich Cordes, selber passionierter Musiker, über die großzügige Finanzspritze. Vorher sei es zum Beispiel unmöglich gewesen, den zehnjährigen Finn – der neben 19 weiteren Schulkindern einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat – in Gruppenkonstellation am Musikunterricht teilnehmen zu lassen.

Finns Vater, Oliver Benecke, nickt zustimmend. „Jeder, der meinen Sohn kennt, weiß, dass der klassische Musikunterricht gar nicht geht. Er hat einfach ein anderes Verständnis von Musik und Kreativität als andere Kinder“, sagt er und fügt hinzu: „Für ihn ist es schön, wenn es laut ist. Und wenn ich ihn jetzt in dieser Situation erlebe, bin ich hellauf begeistert.“

Inzwischen sind die unterschiedlichen Ton-Sequenzen erfasst und können per Fingereingabe über einfache Symbole auf dem Touchscreen kombiniert sowie beliebig verändert werden. „Das Schöne an der App ist“, merkt Hanßke an, „dass wir alle Schüler mitnehmen können, weil es intuitiv zu bedienen ist. Trotzdem bekommen wir eine hohe Komplexität, und es klingt immer gut.“ Außerdem gebe es viele weitere Anwendungen – „so können zum Beispiel per Fingerstreichen viele unterschiedliche Instrumente gespielt werden.“ Für Daniela Appel steht fest: „Es gibt nichts Schöneres, als wenn Kinder gemeinsam musizieren. Das ist gelebte Inklusion.“

Michael Hollinde

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