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Lübeck Musik für die „Grand Hotel“-Atmosphäre
Lokales Lübeck Musik für die „Grand Hotel“-Atmosphäre
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22:18 13.01.2018
Hoteldirektor Kay Plesse genießt seit seinem ersten Tag das Flair des altehrwürdigen Gebäudes von 1914. Quelle: Fotos: Ulf-Kersten Neelsen
Travemünde

Ihr „Haus“ hat turbulente Zeiten hinter sich – Ende 2011 ist nach über 60 Jahren Spielbetrieb das Casino ausgezogen; dann gab es Erweiterungspläne, die aber nicht umgesetzt werden konnten. Und vor zwei Jahren übernahm ihr Arbeitgeber das Zepter. Möchten Sie jetzt der viel beschworene Ruhepol sein?

In „seinem“ Haus waren schon Josephine Baker, Marlene Dietrich, Sophia Loren und Kirk Douglas zu Gast. Seit vier Wochen ist nun Kay Plesse Chef des altehrwürdigen, früheren „Casino“-Hotels, das seit zwei Jahren „Atlantic Grand Hotel“ heißt. Der Neue hat sich viel vorgenommen – vor allem die Musik soll wieder eine tragende Rolle spielen.

Kay Plesse: Es ist uns in der Tat ein großes Anliegen, dass das Haus zur Ruhe kommt. Schließlich war die Übernahme des Hotels kein einfacher Prozess. Wir haben das komplette 87-köpfige Mitarbeiter- Team übernommen und freuen uns über die hohe Motivationsbereitschaft. Sie sprachen das Thema Vergrößerung an; das ist nicht unsere erste Priorität.

Was hat sich denn seit der Übernahme durch die Atlantic-Hotelgruppe verändert?

Wir haben in vielen Bereichen im Haus investiert, wie zum Beispiel in die Hoteltechnik und die EDV im Haus, was jedoch für den Gast nicht sichtbar ist.

Sie sind jetzt seit knapp vier Wochen vor Ort. Was wollen Sie als Erstes anpacken?

Mein erstes Projekt, das ich im Frühjahr angehen werde, ist die Modernisierung der Konzertmuschel. Jeder läuft daran vorbei, jeder sieht sie. Wir möchten sie nach dem Facelifting rechtzeitig zu Ostern auch wieder zum Leben erwecken – mit Caféhaus-Musik, Jazz, Shantys, Kammermusik. Gerade an den Wochenenden, wenn wir auch viele Tagestouristen in Travemünde haben, ist so ein Angebot wichtig.

Sie führen den Titel „Grand Hotel“. Was soll dem Gast damit vermittelt werden?

Atmosphäre. So haben wir nun aktuell wieder einen Haus-Pianisten, der am Wochenende zur Kaffeestunde spielt. Für mich gehört so etwas einfach zu einem Grand Hotel dazu. Wir reden über Ambiente, Gefühl, Erlebnis.

Gehört zu einem Fünf-Sterne-Haus nicht auch ein Sterne-Koch?

In der Vergangenheit hatten wir in der Tat mit dem Drei-Sterne-Koch Kevin Fehling und dem „La Belle Epoque“ so eine Adresse im Hause. Doch im Sommer 2015 hat Fehling sein eigenes Restaurant in Hamburg aufgemacht. Und das „La Belle Epoque“ ist unter unserer Führung zum Veranstaltungsraum „Baltic View“ geworden. Er kann bei unserer Eventmanagerin

Ariane Peters für kleine Tagungen, Gesellschaften oder Familienfeiern wie Hochzeiten und Geburtstage gebucht werden. Und dieses Angebot kommt an.

Vor einigen Jahren verfügte Ihr Haus noch über drei Restaurants. Jetzt gibt es nur noch eine gastronomische Adresse . . . Soll es also dabei bleiben?

Mit dem „Holsteins“ bieten wir im ersten Stock ein Restaurant an, das auf hohem Niveau und mit abwechslungsreicher Küche den kulinarischen Ansprüchen unserer Gäste mehr als genügt. Wir müssen und möchten nicht in Sterne-Klassifizierungen denken. Denn damit sich der Gast bei uns wohlfühlt, brauchen wir keinen Stern. Nun zu Ihrer Frage – ich möchte es nicht ausschließen, dass wir in absehbarer Zeit gastronomischen Zuwachs bekommen werden. So sind im Erdgeschoss die Flächen des ehemaligen „Fischmarktes“ beziehungsweise der „Tafelfreuden“ frei.

Ich arbeite daran, dass wir dort auch mal wieder Licht anmachen können.

In Travemünde werden gerade einige Bauprojekte verwirklicht – damit kommen auch mehr Gäste ins Ostseebad. Freuen Sie sich?

Man könnte meinen, dass sich mit der Gästezahl auch automatisch die Zufriedenheit der Hoteliers und Gastronomen vor Ort erhöht. Das ist jedoch kein Automatismus. Denn ein Zuwachs an Hotels und Ferienwohnungen bedeutet zum Beispiel ebenfalls mehr Individualverkehr – mit allen Problemen, die dazu gehören. Knappe Parkplätze, volle Straßen, längere Wartezeiten bei der Priwallfähre. Ich hoffe, dass sich die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung genug Gedanken darüber gemacht haben. Es wäre nämlich kontraproduktiv, wenn die Gäste unzufrieden werden.

Werden Ihre Bedenken von Ihren Kollegen geteilt?

Schon kurz nach meinem Dienstantritt habe ich meine Kollegen, Thomas Lenz vom A-Rosa und Thomas Liedl vom Maritim, besucht. Unser Ziel ist es, die Hoteldirektoren-Runde in Travemünde, die zwei Jahre ruhte, wiederzubeleben. Und von Kurdirektor Uwe Kirchhoff und LTM-Chef

Christian Martin Lukas weiß ich, dass unsere Stimmen Gewicht haben.

Sehen Sie eine Strategie gegen das „Gästeloch“ im Winter – Stichwort Ganzjahrestourismus?

In dem Fall denke ich mal nur an unser Hotel. Da müssen wir es durch eigene attraktive Angebote schaffen, die Saison zu verlängern.

Könnte ein Eventgastronom wie Gosch an der Travepromenade helfen?

Jeder attraktive Anlaufpunkt im Ort, der Gäste anzieht, ist natürlichpositiv.

Interview: Michael Hollinde

Fünf Jahre Groß Schwansee

Kay Plesse, 50 Jahre alt, ist gebürtiger Lüneburger. Das Hotelfach hat er von der Pike auf gelernt. Begonnen hat er in Karlsruhe, bevor er dann erste Positionen im Bereich Verkauf und Marketing inne hatte, bei Mövenpick, Kempinski, Dorint, Le Méridien. Von 2005 bis 2010 war er Hoteldirektor im Schlossgut Groß Schwansee. Danach wechselte er an die Spitze des Best Western Premier Seehotel Krautkrämer in Münster. Von dort kam er nun Mitte Dezember 2017 zurück an die Ostsee.

LN

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