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Lübeck Musik liegt in der Luft: Zum Singen wieder in die Schule
Lokales Lübeck Musik liegt in der Luft: Zum Singen wieder in die Schule
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18:23 26.11.2016
Üben, üben, üben: Musiklehrer Malte Birkenfeld (Klavier) probt mit dem vielstimmigen Chor die Gospelversion des Liedes „Bridge over Troubled Water“. FOTO: WOLFGANG MAXWITAT

. „Schubidubidu“ schallt es die Treppe herunter. „Schubidubidu“ tönt es immer lauter, je näher man dem Musiksaal der Oberschule zum Dom (OzD) im zweiten Stock kommt. Es ist nach 19 Uhr, durch das Gebäude laufen nur noch vereinzelt ein paar Schüler, doch der Musiksaal, der ist voll. Am Klavier sitzt Malte Birkenfeld und begleitet dieses Mal nicht den Schülerchor. Etwa 30 Erwachsene stehen im Halbkreis um den Musiklehrer und singen sich die Stimmenbänder warm.

„Wir haben hier seit vergangenem Jahr einen Chor aus Eltern, Lehrern und Ehemaligen der Schule“, sagt Birkenfeld. „Entstanden ist der zur letzten Abitur-Entlassung.“ Ein Vater sei damals mit der Idee zu ihm gekommen, doch für die Abiturienten ein kleines Ständchen zu singen und brauchte dafür noch fachlichen Beistand. Birkenfeld sagte zu. „Plötzlich hatten wir hier einen Chor mit 40 Leuten“, sagt der Musiklehrer. „Da die Proben sehr lustig waren, dachten wir, wir machen das zu einer Institution.“

Jetzt sitzen die Sopranistinnen und Alt-Sängerinnen vorn und üben eine besonders schwierige Stelle in der Gospelversion des Klassikers „Bridge over Troubled Water“ von Simon and Garfunkel. „Ich mache gern Musik und habe früher schon im Chor gesungen“, sagt Petra Lutz, deren Kinder die OzD besuchen. Bei der Abi-Entlassung, wo der neu formierte Chor passenderweise das Stück „You’ll never walk alone“ sang, war sie mit dabei. „Das war ein sehr emotionaler Moment“, sagt Lutz. „Wir haben jetzt auch den Anspruch, uns nicht nur so zum Spaß zu treffen, sondern wirklich etwas daraus zu machen.“

Dass die Eltern, Lehrer und Ehemaligen sehr daran interessiert sind, wirklich etwas über das Singen zu lernen, merkt auch Birkenfeld. „Die Stimmung ist lustig, aber auch sehr konzentriert, die Sopranistinnen sabbeln gar nicht so viel wie sonst“, sagt der Musiklehrer und lacht. „Die Mitglieder des Chors sind total lernwillig, aber man muss ihnen auch noch mehr Grundbildung mitgeben, die Schüler in der Oberstufe häufig schon haben.“ So macht der Chorleiter mit seinen Sängern viele Übungen zur Atemtechnik und Artikulation. „Am Anfang muss man natürlich erst einmal lernen, gegenseitig aufeinander zu hören“, sagt Birkenfeld, der auch die Chöre der Unter- und Oberstufe an der OzD leitet.

So wird er nicht müde, jeder Gruppe einmal ihren Gesangspart am Klavier vorzuspielen, mit ihnen an der Betonung zu feilen und das so lange zu wiederholen, bis alle Teile zusammenpassen und „Bridge over Troubled Water“ als ganzes Stück mit allen Stimmen erklingt.

„Ich genieße es total, dass ich hier im Chor einfach mal alle Verantwortung abgeben und in Fachhände legen kann“, sagt Dirk Schulz, Biologie- und Deutschlehrer über seinen Kollegen aus dem Fach Musik. Schulz singt die Bassstimme und findet die Chorabende immer wieder sehr inspirierend. „Musik bringt die Leute eben zusammen“, sagt der Lehrer. Auch wenn er zwischen Ehemaligen und Eltern sitzt, Schulprobleme der Kinder etwa werden im Chor nie besprochen.

„Das eine ist Schule, das andere ist der Chor“, meint auch Petra Lutz. „Man begegnet sich hier auf einer anderen Ebene – und die ist auch nur möglich, da es hier an der Schule so ein offenes Miteinander zwischen Eltern und Lehrern gibt.“

Und dann geht es auch schon wieder weiter mit den Proben des Gospelstücks, denn beim nächsten Auftritt soll das Stück perfekt klingen. „Schubidubidu“ war schließlich nur zum Aufwärmen.

Lena Modrow

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