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Lübeck Muss der Rathaushof schließen? Stadt kündigt dem Pächter
Lokales Lübeck Muss der Rathaushof schließen? Stadt kündigt dem Pächter
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20:16 04.08.2017
Unklar ist, wie es weitergeht: Die Stadt hat dem Pächter des Restaurants Rathaushof gekündigt. Es liegt in Top-Lage direkt am Rathaus. Quelle: Foto: Künzel

Zentral, zentraler, Rathaushof. Es ist Lübecks absolute Top-Lage: Der Innenhof des Rathauses. Jetzt hat die Stadt dem Restaurant Rathaushof gekündigt – fristlos zum 31. August. Grund: Sie erhält seit einem halben Jahr keine Pacht. Jetzt droht ein monatelanger Leerstand an dieser 1-A-Adresse. Denn: Die Stadt will die Gastronomie neu vergeben und ausschreiben. Das dauert. Zudem ist unklar, wann der Rathaushof schließen muss. Die Sache ist kompliziert.

Die Details: Die Kündigung des Pachtvertrages bestätigt die Stadt. Zu Einzelheiten will sie sich nicht äußern. Aber: Seit fast zwei Jahren soll der Rathaushof wieder auf Vordermann gebracht werden.

Er ist eine kleine Oase mitten in der Stadt, versprüht aber den recht verblassten Charme der 70er Jahre. Der Pächter der Gaststätte sollte „attraktivitätssteigernde Maßnahmen ergreifen“ wie es im Bürokratendeutsch heißt. Dabei geht es um eine modernere Einrichtung wie Tische und Stühle, aber auch um Umbauten. So sollte ein Fenster zur Seite des Marienkirchhofs eingesetzt werden, Küche und Sanitäranlagen erneuert werden. Der Hintergrund: Die Stadt will den gesamten Rathaus-Innenhof und den Marienkirchhof verschönern. Aus dieser derzeitigen Schmuddelecke soll ein Vorzeigeplatz werden.

Dabei ist die Runderneuerung der Gaststätte ein wichtiger Baustein. Doch passiert ist bislang nichts.

Denn der Betreiber des Restaurants Rathaushof ist insolvent. 2016 hatte die Gaststätte einen Wasserschaden und musste knapp acht Wochen schließen. Das hat der Kaufmann nicht verkraftet. Seit März dieses Jahres ist der Lübecker Anwalt Marc Schaumann nun der Insolvenzverwalter. Das Verfahren ist am 1. Juni eröffnet worden. „Seit April versuche ich, mit der Stadt zusammenzukommen“, sagt Schaumann. Alle paar Wochen habe er versucht, Kontakt aufzunehmen, um die Situation zu besprechen. Erfolglos. Die Lage ist kompliziert: Denn der insolvente Betreiber des Rathaushofes ist nicht der Pächter. In den Pachtvertrag von 1992 mit der Stadt ist im Herbst 2015 sein Sohn eingestiegen. Das heißt: Der Vater ist als Betreiber insolvent, dem Sohn wurde als Pächter gekündigt. Denn er hat die Pacht nicht bezahlt, er ist zurzeit arbeitslos. Damit führt Schaumann als Insolvenzverwalter derzeit einen Betrieb mit zwölf Leuten weiter, hat aber Ende des Monats keine Restaurantfläche mehr.

„Das wollte ich mit der Stadt klären“, sagt der Anwalt. Aber: „Ich wurde vertröstet und vertröstet.“ Er vermutet, dass die Stadt kein Treffen mit ihm wollte und so lange gewartet hat, bis sie fristlos kündigen kann. „Das ist ein rechtsmissbräuchliches Verhalten“, sagt Schaumann. Er will mit der Stadt einen Nutzungsvertrag schließen, so dass der Betrieb bis Ende des Jahres weiterlaufen kann. „Es geht auch um die Beschäftigten. Die stehen sonst auf der Straße“, macht er klar. Außerdem würde der Sohn die Gaststätte gern weiterführen. Denn eigentlich betreibt er das Restaurant schon seit Jahren. Doch auf dem Papier ist immer noch sein Vater der Betreiber. Der Sohn hat versäumt, das rechtlich zu regeln – und hat auch keine gastgewerbliche Genehmigung. Er hat sie bisher auch nicht beantragt. Dazu müsste er wiederum zur Stadt. Denn die erteilt die Genehmigung.

Josephine von Zastrow

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