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Lübeck Mutiger Taxifahrer greift bei Überfall ein
Lokales Lübeck Mutiger Taxifahrer greift bei Überfall ein
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18:34 25.11.2013
Von Peer Hellerling
Ohne Zögern half Taxifahrer Wolfgang Krause-Riedel (54) dem niedergeschlagenen Mann. Quelle: Foto: Holger Kröger

Auch jetzt würde Wolfgang Krause-Riedel wieder so handeln. „Für mich ist es selbstverständlich, dass ich helfe“, sagt der 54-Jährige. „Ich gucke nicht weg.“ Sieben bis acht Männern stand der Taxifahrer vergangenen Sonnabend gegenüber, er hat jedoch nicht klein beigegeben. Mutig wehrte der Lübecker jeden Angriffsversuch ab, beim Anblick der Streifenwagen flüchteten die Unbekannten.

Krause-Riedel war um 23.55 Uhr auf der Ratzeburger Allee Richtung Innenstadt unterwegs, er hatte zuvor einen Fahrgast zum Mönkhofer Weg gebracht. Da bemerkte der Taxifahrer den Tumult vor dem Standesamt. Eine Gruppe junger Männer schlug und trat auf einen 58-Jährigen ein, der mit seinem Hund Gassi ging (die LN berichteten).

„Der Mann schrie um Hilfe und lief auf die andere Straßenseite“, berichtet Krause-Riedel. Umgehend rief der 54-Jährige die Polizei. Schützend brachte der Taxifahrer seinen Mercedes zwischen Opfer und Angreifer. Krause-Riedel: „Ich wollte einen Puffer schaffen.“ Langsam schlich der Verletzte zum Mühlenteller, das Taxi fuhr in Schrittgeschwindigkeit auf der Busspur nebenher.

Immer wieder habe einer der Angreifer hinüberlaufen wollen, drehte jedoch stets ab, erinnert sich Krause-Riedel. „Die waren unheimlich aggressiv.“ Das Opfer flüchtete schließlich ins Taxi. Ein Täter, er trug eine schwarze Joggingjacke mit hellen Ärmeln, wagte schließlich einen erneuten Angriff. Krause-Riedel schrie „Finger weg vom Taxi!“, der Mann trat vor lauter Wut gegen die vordere Stoßstange.

Dann rückte die Polizei an. Die Bande zerstreute sich in alle Richtungen, einige liefen in die Herderstraße und andere zum Mühlenteller. Der Rettungsdienst kümmerte sich um den 58-Jährigen, der anschließend stationär in der Uniklinik aufgenommen werden musste. Er klagte über Schmerzen in den Rippen. Mit bis zu sieben Streifenwagen suchte die Polizei die Gegend ab, dabei entdeckte sie vier Männer zwischen 20 und 25 Jahren. Die Frage, ob es sich um ein paar der mutmaßlichen Täter handelt, lassen die Ermittler unbeantwortet.

Als Wolfgang Krause-Riedel seiner Frau von der Heldentat berichtete, musste sie schlucken. „Ich darf gar nicht daran denken, was hätte passieren können“, so Susanne Krause. Solch einen Übergriff hatte der Taxifahrer noch nicht miterlebt. Betrunkene habe er schon an Bord gehabt und sei renitenten Radfahrern begegnet. Einmal bemerkte der 54-Jährige „im Augenwinkel“, wie auf der Schwartauer Landstraße ein Fußgänger plötzlich umkippte. Auch hier half Krause-Riedel und wählte den Notruf. Der Mann hatte einen Herzinfarkt.

„Ich habe nicht überlegt, sondern nur gehandelt.“
Wolfgang Krause-Riedel

Peer Hellerling

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