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Lübeck Mutmaßlicher Sexualstraftäter wollte Macht demonstrieren
Lokales Lübeck Mutmaßlicher Sexualstraftäter wollte Macht demonstrieren
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20:10 19.10.2017
St. Lorenz Nord

Peter N. (Name geändert) steht wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern und diverser Sexualstraftaten an weiteren mutmaßlichen Opfern zwischen 16 und 25 Jahren vor Gericht. Die psychiatrische Gutachterin Christine Heisterkamp führte mit dem Angeklagten Gespräche, um dessen Schuldfähigkeit zu beurteilen. Gestern stellte die Gutachterin ihre Ergebnisse im Landgericht vor. Eine Strafminderung aufgrund einer schweren depressiven Diagnose konnte Heisterkamp bei der Begutachtung nicht erkennen.

Die Sachverständige geht davon aus, dass der 42-Jährige möglicherweise eine narzisstische Persönlichkeitsstörung habe. So könnte N. durch die Trennung seiner Noch- Ehefrau in seiner Männlichkeit gekränkt worden sein. „Diese Krise kann zu den Taten geführt haben“, sagte Heisterkamp. Durch die Übergriffe wollte der Angeklagte seine sexuelle Überlegenheit demonstrieren, um sein Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Dies schließt die Gutachterin unter anderem daraus, dass N. seine mutmaßlichen Opfer nach einem geringen Risikopotenzial ausgewählt habe. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, drei Mädchen unter einem falschen Vorwand zu sich gelockt und diese später sexuell missbraucht zu haben. Weiter soll er eine 17-jährige Schülerein Anfang Dezember 2016 von hinten festgehalten und angefasst haben, als diese allein zu Fuß unterwegs war.

„Er wollte Angst und Demütigung vermitteln“, sagte die Kripobeamtin, die die Ermittlungen leitete und die Vernehmungen durchführte. Der mutmaßliche Täter konnte Anfang des Jahres durch einen Hinweis aus der Bevölkerung gefasst werden. In späteren Vernehmungen hatte der Angeklagte einzelne Fälle eingeräumt und den schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes gestanden.

Am kommenden Montag sollen die Plädoyers der Anklage und Verteidigung verlesen werden.

sha

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