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Lübeck Er schlug immer sonntags zu – Mutmaßlicher Vergewaltiger vor Gericht
Lokales Lübeck Er schlug immer sonntags zu – Mutmaßlicher Vergewaltiger vor Gericht
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16:40 12.01.2019
Ein Tatort an der Kanaltrave. Alle Taten ereigneten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft an Sonntagen zwischen 5.30 und 6 Uhr. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Ein 29 Jahre alter Mann, dem zwei versuchte und zwei vollendete Vergewaltigungen vorgeworfen werden, muss sich von Dienstag an vor dem Lübecker Landgericht verantworten. Der Mann soll zwischen Mai und August 2018 im Bereich der Lübecker Innenstadt Frauen überfallen und angegriffen haben. Alle Taten ereigneten sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft an Sonntagen zwischen 5.30 und 6 Uhr. Ob das Zufall oder Absicht war, muss der Prozess klären.

Bei der ersten Tat Mitte Mai soll der Angeklagte eine 24 Jahre alte Frau unter den Rathausarkaden an der Lübecker Marienkirche vergewaltigt und dabei nicht unerheblich verletzt haben. Zwei Monate später soll er ganz in der Nähe versucht haben, eine 32 Jahre alte Frau auf offener Straße zu vergewaltigen – was ihm nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht gelang, weil das Opfer sich massiv zur Wehr setzte. Eine Woche später soll er eine 17-Jährige in der Nähe des Schulgartens an der Falkenwiese in St. Jürgen niedergeschlagen und sich in einem Gebüsch an ihr vergangen haben.

Betroffene erkannte den Mann beim Einkaufen wieder

Die letzte Tat soll sich am 12. August auf einem Wanderweg an der Kanaltrave in der Nähe der Mühlenbrücke ereignet haben. Da soll der Angeklagte eine 31 Jahre alte Studentin, die dort joggte, zu Boden gestoßen haben, um sie zu vergewaltigen. Eine Zeugin kam der Frau zu Hilfe, so dass der 29-Jährige flüchtete.

Die Polizei hatte zu den Fällen eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Einige Tage nach dem Vorfall mit der Studentin war sie an die Öffentlichkeit gegangen und hatte mit einem Phantombild nach dem mutmaßlichen Täter gefahndet – ohne Erfolg. Der Durchbruch für die Ermittlungen kam am 28. August. An diesem Tag erkannte die 31-jährige Studentin, die drei Wochen zuvor an der Kanaltrave um ein Haar vergewaltigt worden wäre, in einem Einkaufszentrum den Mann wieder, der sie angegriffen hatte. Sie war sich ganz sicher und rief sofort die Polizei. Die kam und nahm den mutmaßlichen Täter an Ort und Stelle fest.

Im Oktober erhob die Staatsanwaltschaft Lübeck am Landgericht Anklage gegen den Mann. Es werden ihm vier Fälle der Vergewaltigung, davon in zwei Fällen der Versuch zur Last gelegt. In drei der Fälle wird ihm darüber hinaus eine Körperverletzung zum Nachteil der weiblichen Opfer vorgeworfen.

Der Angeklagte hat die Vorwürfe nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Ermittlungsverfahren zurückgewiesen. Allerdings seien in allen vier Fällen DNA-Spuren des Angeklagten an den Körpern und der Kleidung der Opfer sichergestellt worden, die seine Täterschaft belegten.

Zu dem Prozess sind bislang 17 Zeugen und eine Sachverständige geladen. Ein Urteil wird Mitte Februar erwartet.

Die LN berichteten zum Thema

15. August: Studentin entkommt knapp einer VergewaltigungPolizei veröffentlicht Phantombild

16. August: Polizei durchsucht Tatort

Bildergalerie: Polizei nach Vergewaltigung auf Spurensuche

22. August: Polizei sucht weiter nach Hinweisen

30. August: 29-Jähriger in Untersuchungshaft

8. Oktober: Anklage wegen Vergewaltigung in vier Fällen

RND/dpa/kab

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