Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Nach Kabelbrand: „Baltic Cable“ geht wieder ans Netz
Lokales Lübeck Nach Kabelbrand: „Baltic Cable“ geht wieder ans Netz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 26.04.2016
Die 20 Meter breite Grube um die Unfallstelle am Waldweg auf dem Priwall ist bereits geschlossen worden. Quelle: Fotos: Felix König, Wolfgang Maxwitat

Es soll wieder ans Netz gehen: Vor elf Tagen brannte plötzlich das „Baltic Cable“ auf dem Travemünder Priwall, eine regelrechte Stichflamme schoss aus der Erde. Jetzt soll das Seekabel, das morgen — nach einem Dringlichkeitsantrag der GAL — auch die Lübecker Bürgerschaft beschäftigen wird, wieder Strom zwischen Schweden und Deutschland transportieren. Das teilte die Statkraft Markets GmbH, die für den Betrieb und die Wartung des Kabels auf deutscher Seite zuständig ist, gestern mit.

Die Betreiberfirma teilte gestern den Abschluss der Reparaturarbeiten mit — Die GAL kritisiert die schnelle Inbetriebnahme.

Die Reparatur sei abgeschlossen, als Unfallursache gab das Unternehmen ein defektes Verbindungsstück des Elektrodenkabels an. „Das Verbindungsstück ist zwischen zwei Abschnitten der Erdungsleitung geschmolzen, Teile der Leitung wurden beschädigt“, sagt Pieter Schipper, Geschäftsführer von Statkraft in Deutschland, „solch ein Verbindungsstück ist die einzige sensible Stelle bei erdverlegten Kabeln.“ Das defekte Verbindungsstück sei das einzige auf dem Festlandabschnitt des „Baltic Cables“. Es sei jetzt durch eine verbesserte Kabelverbindung ersetzt worden. Schipper: „Das Erdungskabel an sich ist stahlummantelt und mehrfach isoliert. Es wäre selbst bei Berührung während des normalen Betriebs ungefährlich.“ Nach Abschluss der Reparaturarbeiten seien Sicherheitsprüfungen durchgeführt worden. Statkraft plante gestern, das Kabel noch am Abend wieder in Betrieb zu nehmen.

Wenig beruhigt zeigt sich die Lübecker GAL-Fraktion über die geplante Inbetriebnahme des Seekabels: „Das ist unserer Meinung nach verantwortungslos“, sagt Fraktionsvorsitzende Antje Jansen. Die GAL hat einen Dringlichkeitsantrag für die morgige Bürgerschaftssitzung gestellt. Die Fraktion fordert, dass die Ursachen des Kabelbrandes genau geprüft und die Genehmigungsauflagen des Seekabels, das 1994 in Betrieb genommen wurde, offengelegt werden. „Ein solcher Schaden muss von allen zuständigen Gremien geprüft werden“, sagt Jansen. Sie kritisiert, dass der Betreiber den Schaden nicht transparenter mit der Stadt besprochen habe: „Das würde alle beruhigen, jetzt wird die Unfallstelle vom Betreiber nur schnell wieder zugeschüttet.“ GAL-Mitglied Günter Wosnitza spricht sogar von einem Skandal. Der 65-Jährige weist darauf hin, dass das Kabel quer über einen öffentlichen Ostseestrand verläuft, der im Sommer stark frequentiert wird: „Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn sich die Explosion tagsüber im Hochsommer ereignet hätte“. Dass der Betreiber jetzt nach der Reparatur des Kabels die Sicherheitsprüfung selbst abnehme, nennt Wosnitza „wildwest“.

Denn vonseiten der Stadt war eine Abnahme der reparierten Kabelstelle bisher nicht vorgesehen. „Das Kabel wurde 1993 von der damaligen Unteren Landschaftspflegebehörde, dem heutigen Bereich Umwelt, Natur und Verbraucherschutz der Stadt abgenommen“, sagt Valessa Glisovic, stellvertretende Stadtsprecherin. Bei Erteilung dieser Genehmigung wurden nur die „naturschutzrechtlichen Belange“ geprüft.

Glisovic: „Die aktuellen Reparaturarbeiten müssen von der Stadt daher nicht genehmigt oder überwacht werden, der Eingriff in die Natur ist ja damals schon erfolgt.“

Von Katrin Diederichs und Torsten Teichmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

An vier Orten hatten Unbekannte am Dienstagmorgen die Beutel entzündet.

26.04.2016

Er hat seiner Klanginstallation den Namen „Unsichtbar“ gegeben; aber das Gegenteil ist der Fall.

26.04.2016

Radeln für den Klimaschutz: Die Kampagne Stadtradeln findet in diesem Jahr zum neunten Mal statt — die Hansestadt ist vom 7.

26.04.2016
Anzeige