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Lübeck Nach Kabelbrand in Travemünde: GAL fordert Aufklärung
Lokales Lübeck Nach Kabelbrand in Travemünde: GAL fordert Aufklärung
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22:03 22.04.2016
Das Kabel wurde um die Brandstelle freigelegt. Quelle: Holger Kröger

Darin fordert die GAL unter anderem Einblick in die Genehmigungsauflagen des Seekabels, das 1994 in Betrieb genommen wurde. „Es ist an der Zeit, dass die damaligen Auflagen auf den Tisch kommen“, sagt Fraktionsvorsitzende Antje Jansen. „Die Ursachen für den Brand müssen genau untersucht werden.“

Das Gleichstromkabel, das eine Leistung bis zu 600 Megawatt transportieren kann, verbindet das deutsche mit dem schwedischen Stromnetz. Am Sonntagmorgen hatte es an einem Teilstück der Minusleitung, die unterirdisch am Rand des Waldwegs verläuft, gebrannt. Nachdem ein Entstörtrupp der Betreiberfirma den Strom ausgeschaltet hatte, erlosch auch das Feuer (die LN berichteten).

Der Stichflamme war zuvor nur wenige Meter von einer Wohnsiedlung entfernt aus dem Boden geschossen, die GAL hat jetzt Sorge, dass das Kabel vor genauer Klärung der Brandursache wieder in Betrieb geht. „Die Leitung darf nicht nur repariert werden“, sagt Günter Wosnitza, GAL-Mitglied und Priwall-Anwohner. „Ein weiterer Risikobetrieb muss sicher ausgeschlossen werden — bevor das Kabel wieder unter der Erde liegt.“ Für die Reparaturarbeiten wurde das Elektrodenkabel auf einer Länge von 20 Metern um die Brandstelle freigelegt. Die GAL kritisiert unter anderem, dass das Kabel auf dem Priwall nicht tief genug verlegt sei.

Die Statkraft Markets GmbH, zuständig für den Betrieb und die Wartung des Kabels auf deutscher Seite, weist den Vorwurf zurück: „Unsere Prüfungen haben ergeben, dass die Tiefe des Kabels an der Brandstelle den gesetzlichen Vorgaben von einem Meter Tiefe an allen Stellen entspricht“, sagt Unternehmenssprecherin Anne Joeken. Laut Statkraft sei die Brandursache ein technischer Defekt des Kabelverbindungsstücks (Muffe). „Die beschädigte Muffe wurde durch eine neue, verbesserte Generation von Kabelverbindungen ausgetauscht“, sagt Anne Joeken. Zusätzlich soll das Kabel an der Muffe durch stählerne Halbrohrverkleidungen sowie Betonabdeckungen verstärkt werden.

Wann das Kabel wieder an das Netz angeschlossen wird, ist unklar. Joeken: „Nach Beendigung der Reparaturarbeiten werden eingehende Sicherheitsprüfungen stattfinden. Wenn die Ergebnisse dieser Prüfungen die Sicherheit einwandfrei belegen, wird das Kabel wieder in Betrieb genommen.“

Von kad

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