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Lübeck Nach Verletzung im Einsatz: Gutschein für Polizistin
Lokales Lübeck Nach Verletzung im Einsatz: Gutschein für Polizistin
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20:43 23.10.2017
HUPF-Vorsitzender Klaus Schlie übergibt den Gutschein für die Kur an Tanja G., die im Einsatz verletzte Beamtin. Quelle: Foto: Max Von Schwartz

Es scheint alles wie ein normaler Routineeinsatz, zu dem Tanja G. am 30. April gerufen wird. „Als wir an der Einsatzstelle eintrafen, haben wir eine offensichtlich psychisch kranke Frau vorgefunden“, erinnert sich Tanja G. „Diese Frau lief völlig unbekleidet und schreiend über die Straße.“ Die offensichtlich hilflose 48-Jährige schien die beiden zu Hilfe geeilten Beamten zuerst nicht wahrzunehmen. „Als wir die Frau in Gewahrsam nehmen wollten, widersetzte sie sich unseren Maßnahmen“, erzählt die Beamtin. „Ich wollte die Beine fixieren, jedoch strampelte die Frau. Dabei hat sie mich am Arm getroffen“, fährt G. fort. Dieser Treffer zog schwerwiegende Folgen für die 25-jährige Beamtin nach sich. Sie erlitt einen komplizierten Armbruch. „Ich musste für fast zwölf Wochen einen Gips tragen“, erzählt sie. Tanja G. fiel nach dem Einsatz für etwa ein halbes Jahr im Dienst aus.

Einsätze wie diese sind jedoch kein Einzelfall. Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) wurden 2014 täglich durchschnittlich 162 Polizeibeamte Opfer von Straftaten. Ebenfalls sind laut GdP im Jahr 2014 neun Polizisten pro Tag Opfer von schwerer oder sogar gefährlicher Körperverletzung geworden. Besonders bei sogenannten Routineeinsätzen, wie dem von Tanja G., sollen laut GdP die Gewaltdelikte gegen Vollstreckungsbeamte stark zunehmen.

Klaus Schlie, Landtagspräsident und Vorsitzender des Hilfs- und Unterstützungsfonds für Polizeibeschäftigte und deren Familien in Not e.V. (HUPF), spricht Tanja G. seine höchste Anerkennung aus: „Bei diesem Einsatz handelte es sich um eine besonders dramatische Situation, da die Polizeibeamten kamen, um zu helfen.“ Gleichzeitig verurteilte Schlie die zunehmende Gewalt gegenüber Polizisten.

Während 2013 rund 59000 Attacken auf Polizisten registriert wurden, waren es im Jahr 2015 fast 64400. Aufgrund dieses dramatischen Anstiegs wurden im Februar die Strafen für Angriffe auf Einsatzkräfte angehoben. Laut Schlie ein schon längst überfälliger Schritt: „Die Verschärfung dieses Gesetzes ist ein notwendiger Schritt und ein großes Zeichen im Kampf gegen die Gewalt.“

Der HUPF arbeitet ehrenamtlich und hat bereits in über 100 Fällen Polizisten, die Opfer von gewalttätigen Angriffen wurden, Unterstützung in Form von Zuwendungen gegeben. „Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Hilfe weder eine Verarbeitung der Erlebnisse noch eine Wiedergutmachung darstellen kann. Sie ist aber ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität“, so Schlie. Das Spendenkonto sowie weitere Informationen gibt es auf hupf-sh.de.

mvs

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