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Lübeck Nächste Wahl: Plakate, Plakate, Plakate
Lokales Lübeck Nächste Wahl: Plakate, Plakate, Plakate
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15:39 03.10.2017
„Wir wollen keine Kopf-Plakate“, sagt Kathrin Weiher (parteilos). Quelle: Felix König
Lübeck

Sei anders. Das ist der Leitspruch für diesen Wahlkampf fast aller Kandidaten, die den Chefsessel im Rathaus erringen wollen. „Wir wollen keine Kopf-Plakate“, sagt Kathrin Weiher (parteilos). Sie wird von CDU, BfL, FDP, Grünen und Linken unterstützt. Nach Landtags- und Bundestagswahl habe es jetzt genügend solcher Plakate gegeben. „Die Bürger sind das leid“, sagt Weiher. Sie wolle „die Fragen der Bürger aufgreifen, die ich immer wieder gehört habe“. Das reicht von „Warum steht Lübeck im Stau?“ über „Warum gegeneinander statt miteinander?“ bis hin zu „Warum utzt Lübeck seine Chancen nicht?“

Die Antworten darauf will Weiher auf Veranstaltungen geben, sagt aber auch: „Nicht ich muss die Fragen alle beantworten, sondern wir können gemeinsam mit den Bürgern Antworten finden“. 1000 dieser Plakate hängen in der Stadt – versehen mit dem Spruch „Lübeck kann mehr“. Aber es gibt doch ein paar Kopf-Plakate von Weiher. 20 Stück im Großformat zeigen sie in pink-farbenem Jackett. Die Hände vor der Körpermitte – eine Kanzlerinnen-Raute? „Nein“, sagt Weiher. „Der Fotograf hat gesagt, ich soll die Hände so halten.“ Kosten ihrer Plakataktion: etwa 5000 Euro.

Auf zur nächsten Wahl: Am 5. November wählt Lübeck einen Bürgermeister. Sechs Kandidaten treten an und wollen sich schon durch ihre Werbekampagnen voneinander unterscheiden. Es gibt sprechende Plakate, welche mit Fragen; und zwei Kandidaten hängen überhaupt nichts an Laternen.

Ebenfalls anders wirbt SPD-Kandidat Jan Lindenau. Er hat zwischen 5000 und 6000 Euro ausgegeben. Seine Plakate können sogar sprechen. Die 1000 Plakate mit Lindenau vor der hellen Rathausfassade erinnern an das Motiv, mit dem Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) 2011 in den Wahlkampf gezogen ist. Aber: Die von Lindenau haben einen QR-Code. Wer ihn mit dem Handy scannt, kann die Stimme des SPD-Kandidaten hören – allerdings erst ab kommender Woche. Zudem gibt es 22 Großplakate, von denen Lindenau kopfüber herunterschaut – samt umgedrehtem Holstentor. „Manchmal muss man die Perspektive wechseln, um wirklich etwas zu verändern“ ist darauf notiert. Lindenau wirbt mit „Zusammen. Mutig. Anpacken“. Lindenau: „Die Probleme der Hansestadt müssen wir zusammen lösen. Das erfordert Mut – und dann müssen wir es anpacken.“

Völlig anders will Detlev Stolzenberg sein. Der Parteilose verzichtet gänzlich auf Wahlplakate an Laternen, sondern setzt auf Werbung an 25 Bushaltestellen. Dort vermietet die Wall AG Werbeflächen.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

„Lübeck benötigt neue Wege. Die möchte ich gehen, auch bei der Wahlwerbung“, macht er klar. Deshalb will er nur dort mit Plakaten werben, wo sie nicht stören. Demnächst werden an Haltestellen „Wanted-Plakate“ hängen – für eine Woche. Vorab will Stolzenberg sie allerdings nicht zeigen. „Sie sollen sich ein bisschen lustig machen über die herkömmliche Wahlwerbung“, sagt er. Eine Woche vor der Wahl soll ein weiteres Motiv zu sehen sein. Stolzenberg investiert dafür aus seinem Budget 6500 Euro.

Den Nimbus des „Andersseins“ beansprucht auch Ali Alam von der Satire-Gruppe „Die Partei“ für sich. „Ich habe null Plakate, weil ich kein Geld habe“, macht der Spaßkandidat klar (ein einsames entdeckten die LN allerdings in Bahnhofsnähe). Er wirbt in sozialen Netzwerken, präsentiert sich dort als Bürgermeister der Herzen.

Quelle: Felix König

Auf die Klassiker setzen Thomas Misch (Freie Wähler) und Joachim Heising (parteilos). Sie haben Plakate und Flyer gedruckt. Misch ist auf 18 Großplakaten zu sehen und hat 1000 kleine Plakate aufgestellt. Kosten: etwa 6400 Euro. Sein Motto: Mut, Maß und Mitte.

Quelle: Felix König

Und Heising? Er hat 350 kleine Plakate aufgehängt, hauptsächlich an den großen Einfallstraßen. Auch in Travemünde und Schlutup will er welche platzieren. Die Kosten: 1300 Euro. Sein Spruch: Für unsere Wohlfühlhauptstadt des Nordens.

Quelle: Felix König

LN-Leserkonferenz

Die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Lübeck stellen sich am Sonnabend, 7. Oktober, von 11 bis 13 Uhr den Fragen der LN-Leser. Mit dabei ist auch Amtsinhaber Bernd Saxe (63, SPD). Wer bei der Leserkonferenz im Europäischen Hansemuseum dabei sein möchte, kann seine Fragen vorab bei den LN einreichen.

Fragen und Anmeldung sind unter www.LN-online.de/leserkonferenz möglich.

Alles zur Bürgermeisterwahl finden Sie unter LN-online.de/Wahl

 Josephine von Zastrow

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