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Lübeck Neben dem neuen Spielplatz der Marien-Schule verrotten die Gebäude
Lokales Lübeck Neben dem neuen Spielplatz der Marien-Schule verrotten die Gebäude
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13:46 26.10.2012
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Lübeck

Gestern gegen halb elf in Lübeck: Luftballons zerplatzen, Grundschüler erstürmen mit ohrenbetäubendem Gejubel die Klettergeräte auf ihrem Schulhof. Für 200 000 Euro hat die Grundschule (197 Kinder, 16 Lehrer) einen neuen Schulhof erhalten. „Wir mussten dringend etwas tun“, sagt Christian Maack, Vorsitzender des Schulvereins, die öde Fläche mit Tischtennisplatte und Basketballkorb sei den Schülern nicht mehr zuzumuten gewesen. Jetzt bilden Kletterwand, Kletterturm und eine Bühne einen tollen Spielplatz. Und damit sich die Kinder nicht verletzen, wurde ein Kunststoffboden verlegt.

„Wir sind stolz auf das, was mit viel Engagement erreicht wurde“, erklärt Schulleiterin Waltraud Mallach. 14 Förderanträge bei diversen Stiftungen hat der Schulverein gestellt. Eigenleistung im Wert von 20 000 Euro erbrachten Eltern, Lehrer und Schüler. 100 000 Euro steuerte die Possehl-Stiftung bei, 40 000 Euro der Verein „Ein Herz für Kinder“, über 32 000 Euro die Gemeinnützige Sparkassenstiftung. Geld gaben die Ikea-Stiftung, die Wendelborn- und die Marwitz-Stiftung. „Die Außengelände von Kitas und Schulen müssen perfekt gestaltet sein, damit sich Kinder überhaupt bewegen“, erklärt Renate Menken von der Possehl-Stiftung.

Trotzdem herrscht an der Marien-Schule nicht eitel Sonnenschein. Seit einem Jahr steht ein Gerüst am Gebäude, und ein Viertel des Schulhofes ist gesperrt. Das Dach ist marode, Ziegel drohen herabzufallen. „Das Gebälk ist morsch“, sagt Schulleiterin Mallach, „der Hausmeister kommt gar nicht damit nach, Eimer aufzustellen.“

Der Schulverein bittet Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), sich bei den Politikern für die rund eine Million Euro teure Sanierung einzusetzen. Saxe kann keine frohe Botschaft verkünden: „Wir haben viele Gebäude in schwierigem Zustand. Weil wir die Sanierung nur aus Krediten finanzieren können, brauchen wir die Zustimmung des Kieler Innenministeriums.“

Aber politischer und öffentlicher Druck wirkt. An der Pestalozzi-Schule werden seit dem 4. Oktober die stinkenden Toiletten erneuert. Im Jungen- und Lehrer-WC wurden Fliesen und Estrich entfernt und die Betonsohle erneuert. In der Adventszeit soll die 120 000 Euro teure Baumaßnahme beendet sein.

Schulleiter Jens Hoffmann: „Ich bin froh, dass die Stadt das Problem jetzt anfasst und eine vernünftige Sanierung betreibt.“ Anfang Juni hatten Kommunalpolitiker bei einer Besichtigung die Nase gerümpft. Vor allem die Grünen hatten sich für eine sofortige Modernisierung stark gemacht. Baupolitiker Carl Howe: „Wir freuen uns, dass wir mithilfe öffentlichen Drucks erreicht haben, dass die Verwaltung mit der Sanierung begonnen hat.“

Erleichterung auch an der Friedrich-List-Berufsschule an der Lohmühle: Seit November vergangenen Jahres leckt Regenwasser in den Verwaltungstrakt. „Anfang November sollen die Handwerker kommen“, berichtet Schulleiter Stephan Cosmus, „ich bin zufrieden.“ Im Sommer hieß es noch, für die 220 000 Euro teure Maßnahme gebe es kein Geld.

Unklar ist die Lage an der Albert-Schweitzer-Schule, an der zwei Klassenräume gesperrt werden mussten. „Zwei kleine Gerüste stehen“, sagt Schulleiter Jan-Eric Becker, „und es werden keine Schüler auf andere Schulen verteilt.“ Auf weitere Informationen wartet Becker.

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