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Lübeck Neue Chefin für die Awo-Drogenhilfe
Lokales Lübeck Neue Chefin für die Awo-Drogenhilfe
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18:16 22.12.2015
Karin Mechnich (l.), Chefin der Awo-Drogenhilfe, spricht im Kontaktladen „Tea & Talk“ mit Mitarbeiterin Ute Behrendt. Quelle: Lutz Roeßler

Im hessischen Hanau hat sie Straßensozialarbeit gemacht. In Ludwigshafen betreute sie Nichtsesshafte. In Darmstadt half sie psychisch Kranken. In Gelnhausen leitete sie eine Suchtberatung des Caritas-Verbandes. Karin Mechnich ist seit mehr als 30 Jahren Diplom- Sozialarbeiterin. Jetzt hat die 56-Jährige die Awo-Drogenhilfe Südholstein übernommen. „Ich habe mich in die Stadt verliebt“, sagt die Nachfolgerin von Wolfgang Sasz, „aber auch die vielschichtige Arbeit reizt mich.“

Mechnich leitet ein Team von zwölf Mitarbeitern und mehreren Honorarkräften, das sich in Lübeck und Ostholstein um Süchtige illegaler Drogen kümmert. Die Sucht-, Familien- und Sozialtherapeutin hat das Ruder am 1. Dezember übernommen und zeigt sich schwer beeindruckt vom „multiprofessionellen Team“ und vom breit gefächerten Angebot. Ihre erste Weihnachtsfeier im Kontaktladen „Tea & Talk“ in der Wahmstraße wird sie nicht so schnell vergessen. „70 Leute waren hier, das ist Frankfurter Niveau“, sagt Mechnich anerkennend. 6718 Besucher kamen in den ersten neun Monaten 2015 in den Kontaktladen. Die Mitarbeiter gaben 6312 Mal Frühstück aus. Über 56000 Spritzen wurden ausgetauscht.

Mechnich trat ihren Job an, als es für die Drogenberatung gerade einen Rückschlag gab. Die Bürgerschaft schichtet die finanziellen Mittel zwischen den Beratungsstellen für legale und illegale Süchte um. „Wir müssen uns neu aufstellen, ich sehe aber keine großen Dramen“, nimmt die neue Leiterin die Situation gelassen an. Bei den Süchtigen verwischen die Grenzen ohnehin immer mehr. Die Suchthilfe müsse sich ändern, weil die Szene sich verändere, bilanziert auch Wolfgang Sasz, der die Drogenhilfe neun Jahre lang leitete und Ende November in den Ruhestand ging. Vor allem der Cannabiskonsum nehme deutlich zu, außerdem müsse sich die Suchtberatung um das Thema Flüchtlinge kümmern.

Die neue Leiterin will deshalb das Projekt „Cantrol — Weniger ist mehr“ ab Januar anbieten. Es spricht Menschen an, die ihren Cannabiskonsum nicht einstellen, aber besser kontrollieren wollen. Ein neues Projekt „Interkulturelle Öffnung“ geht der Frage nach, ob traumatisierte Flüchtlinge sich in Drogen flüchten. „Wir vermuten, dass diese Menschen wegen ihres Glaubens nicht zum Alkohol greifen“, sagt Mechnich. Bis Ende Februar baut eine Honorarkraft Kontakte zu den Flüchtlingen auf, um herauszufinden, ob es einen Bedarf für Beratung gibt.

Ebenfalls neu ist das Projekt „Wege in die Arbeit“, das bis zum nächsten Sommer von der Deutschen Rentenversicherung Nord gefördert wird. Erforscht wird, auf welchen Wegen Süchtige wieder in Lohn und Brot gebracht werden können.

dor

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