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Lübeck Neue Fahrspuren auf Fährplatz: So richtig glücklich ist damit keiner
Lokales Lübeck Neue Fahrspuren auf Fährplatz: So richtig glücklich ist damit keiner
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17:12 16.04.2019
Wegen der schmalen Fahrbahn sollen die Kassierer aus Sicherheitsgründen den Bereich an den Baken nicht verlassen. Quelle: Thomas Krohn
Travemünde

Nachdem vor zwei Monaten auf dem Fährvorplatz auf dem Priwall zwei Fahrspuren für das zusätzliche Einordnen von Kraftfahrzeugen aufgemalt wurden (LN berichteten), zieht der Stadtverkehr Lübeck eine erste Bilanz. „Es ist sicherlich keine optimale und schon gar keine endgültige Lösung“, bekennt Stadtverkehr-Sprecherin Gerlinde Zielke. Die Regelung solle aber auf jeden Fall mindestens bis zum Ende des Sommers bestehen bleiben, um zu sehen, wie sich die Situation in der Hauptsaison entwickelt.

Gefährdung für Fährmitarbeiter

Mitte Februar waren die roten Linien auf dem Asphalt aufgetragen worden. Vorausgegangen war eine Untersuchung des Beauftragten für Arbeitssicherheit beim Stadtverkehr. Dieser sieht eine Gefährdung der Fährmitarbeiter, die sich oft weit vom Kassenhäuschen entfernen müssen, um schnell im Voraus zu kassieren oder die Tickets zu kontrollieren, damit kein größerer Stau entsteht und möglichst viele Fahrzeuge mitgenommen werden können. Die Mecklenburger Landstraße ist am Häuschen sehr schmal. Dazu kommt, dass Autofahrer, die nicht zur Fähre wollen, sondern zum Parkplatz oder zum Restaurant „Pesel“, auf der Gegenspur mitunter in zügigem Tempo durchfahren. Daraufhin wurden von der Fährleitung Überlegungen angestellt, wie die Abwicklung des Kraftfahrzeugverkehrs beschleunigt und die Sicherheit der Mitarbeiter verbessert werden könne.

Markierungen erstmal nur ein Provisorium

Vom Fachbereich Planen und Bauen der Hansestadt wurde die Genehmigung für das Aufbringen von Fahrspuren ohne eine zeitliche Befristung erteilt, allerdings als Provisorium. In die Planungen für die Überarbeitung des Fährvorplatzes im Zusammenhang mit dem neuen Verkehrskonzept sollen die Erfahrungen des Provisoriums einfließen, hieß es im Februar aus der Zentrale des Stadtverkehrs. Doch so richtig glücklich ist mit der vorläufigen Lösung offenbar niemand. „Die Situation ist augenscheinlich schwierig und für manche Autofahrer nicht ganz eindeutig“, sagte Stadtverkehr-Sprecherin Zielke bei einem Ortstermin vor einigen Tagen.

Ein Problem ist, dass die Ampel am Kassenhäuschen auf Rot steht, wenn die Fähre noch unterwegs ist. Erst wenn diese angelegt hat, wird die Ampel umgeschaltet – von der Fähre aus. „Viele Autofahrer tun sich schwer, bei Rot durchzufahren. Dabei gilt die Ampel ausschließlich für die Fähre. Wir müssen die Fahrer jedes Mal durchwinken, damit sie auf den Platz vorfahren und die Wartespuren nutzen“, sagt Fährmitarbeiter Bernhard Holst. Die neue Regelung bringe allenfalls eine „minimale Erleichterung“. Problematisch sei zudem, dass Autofahrern im normalen Straßenverkehr rote Linien unbekannt seien und sie deshalb irritiert seien. Ein Chaos prognostiziert er für den Sommer, „wenn die ortsunkundigen Urlauber kommen.“

Kommt es zu Staus?

Auch Eckhard Erdmann, Vorsitzender der Gemeinschaft der Priwallbewohner, beobachtet die Situation vor dem Kassenhäuschen seit Langem. „Der Stau wird etwas reduziert, aber irgendwann ist auch der Fährplatz voll“, stellt er fest. Das eigentliche Problem des zunehmenden Autoverkehrs auf dem Priwall würden die Fahrspuren nicht lösen, in der Hauptsaison werde es weiter zu Staubildungen kommen.

Thomas Krohn

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