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Lübeck Neue Friedensbewegung: 200 marschierten für den Frieden
Lokales Lübeck Neue Friedensbewegung: 200 marschierten für den Frieden
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01:56 27.03.2016
Zum ersten Mal seit zwölf Jahren: Friedensmarsch in Lübeck. Quelle: Jospephine von Zastrow
Lübeck

Für den Frieden, gegen den Krieg: Das ist die Botschaft der 200 Demonstranten, die sich gestern zum Ostermarsch auf dem Schrangen getroffen haben. Bunte Peace-Fahnen, die weiße Friedenstaube auf blauem Grund und etliche Partei-Flaggen wehen im Wind. „Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten“, steht auf einem selbstgemalten Transparent.

Es ist der erste Ostermarsch seit zwölf Jahren. Die lange Pause erklärt Mitorganisator Bernd Meimberg mit den Gegendemonstrationen zu den Nazi-Aufmärschen in Lübeck. Sie fanden immer Ende März statt. „Da konnten wir nicht noch mehr organisieren“, sagt Meimberg.
Der Ostermarsch wird von Privatleuten und gut zehn Vereinigungen unterstützt, die meistens dem linken Spektrum zugeordnet sind. Aber auch Meimberg vom Verein der Verfolgten des Nazi-Regimes ist dabei. „Man muss Frieden immer wieder einfordern und die Mächtigen daran erinnern“, sagt er in seiner Rede.

Meimberg plädiert für das Ende der Kriegseinsätze der Bundeswehr und keine Atomwaffen auf deutschem Boden. „Die weltpolitische Lage hat sich dramatisch zugespitzt“, beschreibt er die Situation. Die „kriegerische Politik der Nato-Staaten“ lasse die Situation eskalieren, anstatt für Frieden zu sorgen. Er erinnert an die Zwei-plus-Vier- Verträge der Wendezeit, in denen sich Deutschland zum Frieden verpflichtet habe. „Wann ist endlich wieder Frieden?“ singt Lars Horst passend dazu und begleitet sich selbst mit einer Gitarre.

Dann startet der Demonstrationszug durch die Innenstadt. Das Bild erinnert an die Friedensbewegung der 80er Jahre, manch’ eine der Flaggen stammt wohl auch noch aus dieser Zeit. „Der Ostermarsch soll der Anfang einer neuen Friedensbewegung sein“, macht Meimberg klar. Deshalb hat sich ein neues Friedensforum gegründet. Das Ziel: „Wir wollen friedenspolitisch aktiv werden“, sagt Meimberg. Daher sind alle Interessierten eingeladen am Montag, 4. April, um 19 Uhr zu einem ersten Treffen ins Gewerkschaftshaus am Holstentorplatz 1-5 zu kommen. Wer sich vorab informieren möchte, kann sich unter LoBeMeimberg@t-online.de per E-Mail an Meimberg wenden oder per Telefon unter 045 43/71 07. jvz

In vielen Städten haben Friedensaktivisten traditionelle Ostermärsche veranstaltet. Unter der Losung „Nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg“ demonstrierten sie für Abrüstung und Entmilitarisierung und warnten vor einer Neuauflage des Kalten Krieges. Neben den Märschen gab es auch Mahnwachen, Kundgebungen und Friedensgottesdienste.

In Baden-Württemberg versammelten sich nach Angaben der Veranstalter am Karfreitag etwa 50 Menschen vor der US-Kommandozentrale AFRICOM in Stuttgart-Möhringen. „Mit einer Mahnwache und Kranzniederlegung gedachten wir den Opfern von Drohnen und Krieg und forderten die Schließung des AFRICOM“, erklärte der Sprecher der ökumenischen Aktion Ohne Rüstung Leben, Paul Russmann. AFRICOM steuert US-Militäreinsätze auf dem afrikanischen Kontinent. Weitere Aktionen gab es in Dortmund und im hessischen Bruchköbel bei Hanau, wie das Netzwerk Frieden und Zukunft mitteilte. Im nordrhein-westfälischen Gronau versammelten sich rund 200 Friedensaktivisten vor der dortigen Urananreicherungsanlage und forderten die Vernichtung aller Atomwaffen.

Insbesondere Deutschland müsse atomwaffenfrei werden. Mit den Osteraktionen wollen die Teilnehmer nach Angaben des zentralen Netzwerks Friedenskooperative auch auf die Ursachen für die Flucht hunderttausender Menschen nach Europa hinweisen. Kritik gab es an der Türkei, die keinen Beitrag zur Konfliktbeilegung leiste. In Biberach in Baden-Württemberg wurde zu einer Mahnwache „Die Flüchtlinge, der Frieden und wir“ aufgerufen. Für Samstag sind im Rahmen der Ostermärsche nach Angaben der Veranstalter Aktionen in Rostock, Kiel, Lübeck, Bremen, Hannover, Berlin, Leipzig, Köln, Würzburg und München geplant, außerdem in zahlreichen weiteren Städten. Die Osteraktionen werden bis Ostermontag fortgesetzt.

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