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Lübeck Neue Hafenprognose: Wachstum zwischen 2,5 und 3,9 Prozent
Lokales Lübeck Neue Hafenprognose: Wachstum zwischen 2,5 und 3,9 Prozent
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22:15 02.06.2016
Der Skandinavienkai. Quelle: Olaf Malzahn

Langsam, aber stetig: So sehen Experten das Wachstum im Lübecker Hafen. Bis 2030 werden die Umschlagszahlen an den Kaikanten ein Plus verzeichnen – zwischen 2,5 und 3,9 Prozent pro Jahr. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Gutachten hervor. Damit deckt sich die Prognose fast mit der des Bundes von 2013, die von einem Jahresplus von 2,3 Prozent für Lübeck bis 2030 ausging. Das neue Gutachten wird am Montag der Branche auf einer Tagung vorgestellt und danach im Bauausschuss diskutiert. Es ist Teil des Hafenentwicklungsplans 2030, den die Stadt bis Ende des Jahres vorlegt.

„Die Prognose ist vorsichtig“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Aber das sei auch richtig. „Wir durchlaufen eine schwierige Phase, und es bedarf des Einsatzes aller, um aus dieser wieder heraus zu kommen.“ Damit zielt Saxe auf die Situation der städtischen Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) ab. Sie ist der größte Hafenbetreiber und hat drei Großkunden an die Konkurrenz verloren. Ein Zukunftspakt sollte das angeschlagene Unternehmen wieder auf Vordermann bringen, scheiterte aber. „Das prognostizierte Wachstum ist schon gut“, sagt Hans-Wolfgang Wiese, Chef der Lübeck Port Authority (LPA), der an dem Hafen-Plan 2030 arbeitet. Er ist sich sicher: „Das Potenzial ist da.“ Das würden die Gutachten zeigen. Jetzt müsse die Hafenwirtschaft die Ladung nach Lübeck holen.

Die konkreten Zahlen: 2015 wurden im Lübecker Hafen 16,6 Millionen Tonnen umgeschlagen. Gerechnet wird ohne Eigengewichte, also nur die Waren, nicht die Trailer oder Container. 2030 soll es an den lübschen Kaikanten mehr Umschlag geben – zwischen 24 und 30 Millionen Tonnen. Die Prognose des Bundes ging von 28 Millionen Tonnen aus. Das jetzt vorliegende Gutachten ist allerdings detaillierter.

Der Lübecker Hafen soll vor allem auf den Osten setzen, so die Experten. Denn der Papierumschlag breche weiter ein – anders als in der Bundesprognose vorhergesagt. Daher sollen die Lübecker Verkehre von und nach Russland sowie Litauen an Land ziehen. Gelingt das, dann sehen die Experten den Umschlag bei 27,2 und 29,6 Millionen Tonnen in 2030. Gelingt das aber nicht, fällt das Wachstum geringer aus und liegt zwischen 23,9 und 26,3 Millionen Tonnen.

Ausschlaggebend für die Gutachter ist noch ein zweiter Punkt: der geplante Fehmarnbelttunnel, der Deutschland und Dänemark im Idealfall ab 2027 verbinden soll. Die Faustformel der Experten: Je später der Belt-Tunnel fertig wird, desto besser für Lübeck. Somit rechnen sie mehrere Szenarien. Der schlechteste Fall für Lübeck: Es gibt keine neuen Verkehre gen Osten, und der Belt-Tunnel ist fertig, dann kann der Hafen nur auf knapp 24 Millionen Tonnen Umschlag hoffen. Der beste Fall: Lübeck zieht viele Verkehre an Land, und der Fehmarnbelt-Tunnel ist 2030 nicht fertig, dann können an den Kaikanten knapp 30 Millionen Tonnen umgeschlagen werden.

Und andere Häfen? Die neue Studie untersucht nur Lübeck, die Prognose des Bundes hingegen hatte alle deutschen Häfen untersucht. Demnach hat Lübeck ein jährliches Wachstum von 2,3 Prozent – und damit ein viel größeres als die Konkurrenz. Kiel kommt nur auf 1,9 Prozent, Rostock lediglich auf 1,2 Prozent. Gewinner ist indes Puttgarden (dort wird der Fehmarnbelt-Tunnel gebaut) mit einem Plus von 4,9 Prozent.

 Josephine von Zastrow

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