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Lübeck Neue Idee: Nordermole für Kreuzfahrtschiffe ausbauen
Lokales Lübeck Neue Idee: Nordermole für Kreuzfahrtschiffe ausbauen
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21:31 16.05.2018
Für einen Kreuzfahrt-Anleger müsste die Nordermole um eine Landzunge in Richtung Meer erweitert werden. Quelle: Foto: Lutz Roessler
Lübeck

Der vor drei Jahren gegründete Förderverein, in dem die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG), die Tourismusgesellschaft LTM, die Industrie- und Handelskammer, die Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft oder auch der Gemüsegroßhandel Rasmussen organisiert sind, hat das Hamburger Beratungsunternehmen HPC mit einer Standortstudie beauftragt. Zahlreiche Plätze für ein neues Kreuzfahrtterminal wurden unter die Lupe genommen, fünf kamen in die nähere Untersuchung. Darunter ein schwimmender Ponton in der Lübecker Bucht oder Seebrücken, die zu Anlegern am Brodtener Steilufer oder vor dem Priwall führen würden. Alle diese Standorte wurden verworfen, weil sie zu aufwendig, zu teuer, für die Passagiere zu gefährlich oder für die Reeder zu unberechenbar ausfallen würden.

Der Förderverein „Lübeck Cruise“ mischt die festgefahrene Debatte über die Zukunft der Kreuzfahrer in Travemünde mit einer kühnen Idee auf. Die Nordermole an der nördlichen Hafeneinfahrt sei der „geeignete Standort“ für eine feste Pier für die ganz großen Urlauberschiffe.

23 Anläufe von Kreuzfahrtschiffen erlebt Travemünde in diesem Jahr. Gerade einmal 14 waren es 2017.

Übrig blieb die Idee, die Nordermole auszubauen und dort eine feste Pier für Schiffe von bis zu 300 Metern Länge zu errichten. Dafür müsste die Nordermole um eine Landzunge rund 500 Meter ins Meer hinein verlängert werden. „Das ist der ideale Standort“, sagt Gutachter Hartmut Beyer von HPC. Der grün-weiße Leuchtturm müsste weichen und woanders platziert werden. Das Terminal soll architektonisch anspruchsvoll sein und nicht nur der Abfertigung von Kreuzfahrtpassagieren dienen, sondern auch Raum für eine ganzjährige Nutzung bieten – beispielsweise durch Gastronomie.

„Die Autobahn führt bis an den Ortseingang, Travemünde hat mehrere Bahnhöfe, eine Kooperation mit dem Flughafen ist vorstellbar, und man könnte sogar die attraktive Revierfahrt auf der Trave als Anreiseweg nutzen“, schwärmt Ulf von Danckelmann von der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft von der Idee. Für die örtliche Wirtschaft würden Kreuzfahrtpassagiere, Crewmitglieder und Seh-Leute ein „enormes wirtschaftliches Potenzial“ bieten. „Lübeck Cruise“ hat das anhand eines großen Urlauberschiffes mit 3500 Passagieren und 1300 Crewmitgliedern durchgerechnet. 150000 Euro würden die am Tag in Travemünde lassen. Sollte das Schiff zum Bettenwechsel in Travemünde halten, würde die Summe auf eine Viertelmillion hochschnellen.

Mit diesem Anleger könnte Travemünde problemlos die 70 Anläufe im Jahr abwickeln, die eine 2013 veröffentlichte Potenzialstudie vorhersagte. Die Gesamtinvestition für Landzunge, Terminal, Verkehrsanbindung und Parkplätze beziffert der Verein auf 70 bis 80 Millionen Euro. „Wir schreien nicht nach Subventionen“, stellt Vereinsvorsitzender Prof. Sebastian Jürgens klar. Die ganze Anlage soll privat finanziert werden. Nach Angaben von Alexander Napp, Kreuzfahrtexperte der Port Services GmbH (PWL) aus Hamburg, suchen Reeder händeringend nach neuen Anlaufpunkten und würden Milliarden in neue Standorte pumpen. In den nächsten Jahren würde alle sechs Wochen ein neues Kreuzfahrtschiff fertig. Beliebte Ziele wie Warnemünde und Kiel seien ausgebucht. Napp: „Travemünde ist leider noch ein Vakuum.“

Christian Martin Lukas, LTM-Chef und Vorstandsmitglied bei „Lübeck Cruise“, fordert eine zügige Entscheidung, ob Lübeck diesen Weg gehen will: „Wir können nicht weiter herumeiern.“ Für die touristische Weiterentwicklung Travemündes wäre ein Kreuzfahrtterminal „ein fantastischer Impuls“, sagt Lukas.

Kai Dordowsky

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