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Lübeck Neue Kaikanten kosten 6,9 Millionen
Lokales Lübeck Neue Kaikanten kosten 6,9 Millionen
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20:38 17.04.2018
Fischereihafen: Das Areal wird von einem Investor zu einer Hafen-Meile mit Wohnungen umgebaut. Die Stadt saniert die Kaikanten. Quelle: Foto: Ulf-Kersten Neelsen

Es ist ein Großprojekt: Der Travemünder Fischereihafen erhält eine Frischzellenkur und wird komplett erneuert. Er soll zu einer Flaniermeile mit Hafen-Charme werden, mit Cafés, Restaurants und 200 Eigentumswohnungen. 50 Millionen Euro investiert die Hamburger Frank-Gruppe, die das Areal an der Trave seit 2012 entwickelt. Die Bauarbeiten am Fischereihafen sind im Herbst 2017 gestartet, fertig soll alles Ende 2020 sein.

Gestaltungsbeirat

Das Projekt Fischereihafen mit seinen neuen Gebäuden ist vom Gestaltungsbeirat abgesegnet worden. Die Lübecker Architekten Klaus Petersen vom Büro PPP und Steffen Soltau von SSO mussten ihre überarbeiteten Entwürfe dem Gremium im März noch einmal vorstellen. Im November fehlte den Wächtern über die Baukultur der „Lübeck-Bezug“.

Die Hansestadt macht indes die Kaikanten schick. Insgesamt kostet das 6,9 Millionen Euro. Davon zahlt die Stadt 4,2 Millionen Euro. Dabei geht es um fünf Projekte. Nummer eins: Um 600000 Euro teurer geworden ist die Erneuerung der Spundwände am Fischereihafen – geplant waren 1,2 Millionen Euro, nun sind es 1,8 Millionen Euro. Doch das Land hat eine Million Euro zugesagt, so dass die Stadt unterm Strich 800000 Euro investieren muss.

Grund für die Sanierung: Der Holzsteg entlang der Kaikante war marode und ist bereits abgerissen. Außerdem müssen die Uferwände gesichert werden. Sie werden erneuert – und dafür werden Spundwände vor die alten Uferbefestigungen gesetzt. Der Zwischenraum wird mit Sand gefüllt. Die Mehrkosten entstehen vor allem durch Altlasten-Untersuchungen, Entsorgung von altem Material sowie einer generellen Steigerung der Baukosten um 15 Prozent, denn geplant wurde die Erneuerung der Kaikanten 2015. Die Arbeiten beginnen Anfang Juni und sollen Mitte Oktober fertig sein.

Projekt Nummer zwei: Eine neue Fischerhalle für 600 000 Euro. Die Stadt baut, muss aber nichts bezahlen. Denn das Land übernimmt 450000 Euro, der Investor 150 000 Euro. Derzeit lagern die Fischer ihre Netze und Geräte in Containern. Die marode alte Fischerhalle steht leer und wird abgerissen. Im Sommer soll der Neubau fertig sein.

Dann folgt Projekt Nummer drei: die Umgestaltung der Promenade zur Hafen-Meile. Kosten: 2,5 Millionen Euro. Die Stadt zahlt davon 1,4 Millionen Euro, der Investor 1,1 Millionen Euro. Die 20 Meter breite Fläche wird in drei Längsabschnitte eingeteilt. Die Kaikanten- Zone ist für Fischer, die dort ihren frischen Fang direkt vom Kutter verkaufen können. Dann folgt ein Streifen, auf dem Autos fahren dürfen; und der Abschnitt vor den neuen Gebäuden ist für Tische und Stühle der Cafés gedacht.

Projekte vier und fünf: Schick gemacht werden auch die Kaikanten in Richtung Fährvorplatz und weiter bis zum Ostpreußenkai. Los geht es vom Fährhafen bis zum Ostpreußenkai. Die Arbeiten sind bereits gestartet. Fertig werden sie im Herbst. Kosten: 1,2 Millionen Euro. Die Stadt hofft noch auf Fördergelder. Der unattraktive Weg soll zu einer kleinen Promenade werden. Dort wird Naturstein verlegt, der bereits rund um die Marktfläche verbaut wurde, die daran angrenzt. Der Clou: Es entsteht ein exklusiver Platz am Wasser. Gebaut wird eine 17 Meter breite Holztreppe zur Trave – in der Nähe des Fährvorplatzes. Und es wird außerdem eine Sitzmauer errichtet – parallel zum Traveufer mit zwei Metern Abstand. Auch dort wird die baufällige Spundwand neu gebaut.

Der Abschnitt zwischen Fischereihafen und Fährvorplatz wird voraussichtlich erst 2020 erneuert. Vorgesehen sind 800 000 Euro, die die Stadt zahlt. Die Hafenzone soll verbreitert werden. Die Idee:

Eine zweite Spundwand wird vor die erste gesetzt – und der Bereich dazwischen aufgefüllt und asphaltiert.

Josephine von Zastrow

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