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23:07 22.09.2016
Der 28-jährige Johannes Lenz liebt den Platz am Orgeltisch. Er ist neuer Kirchenmusiker der Kirchengemeinde in St. Jürgen. Quelle: Fotos: Langhorst/kk-Ll
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St. Jürgen/St. Lorenz Nord

Es ist seine erste, unbefristete volle Stelle. Entsprechend groß ist die Freude bei Johannes Lenz. „Es ist schließlich nicht mehr so einfach, so etwas heute als Kirchenmusiker zu finden“, sagt der 28-Jährige, der in Hannover studiert hat. Direkt nach dem Studium konnte er für zwölf Monate eine Elternzeitvertretung in Bremen ergattern. Jetzt ist die Phase des Vorläufigen aber vorbei; übermorgen, am Sonntag, wird er um 10.30 Uhr in der Kirche St. Martin, Kastanienallee 15c, offiziell in sein Amt eingeführt. Pröpstin Petra Kallies hält die Predigt, die Kantorei singt und Johannes Lenz spielt an der Orgel.

Mit Johannes Lenz und Dennis Bischoff werden am Sonntag gleich zwei junge Kirchenmusiker durch die Pröpstin in ihr Amt eingeführt.

Vier Kirchen gehören zur Kirchengemeinde in St. Jürgen, also zu seinem musikalischen Betätigungsfeld. Vier Spielstätten, die unterschiedlicher kaum sein können. „Aber alle haben ihren Reiz“, betont Lenz. St. Martin und die Kreuzkirche haben viel Platz, für Menschen und Musik. „Die Bläser der Posaunenchöre können hier voll aufspielen“, kommentiert er. St. Augustinus und die St.-Jürgen- Kapelle bieten hingegen Raum für die leiseren Töne. Kammerkonzerte oder Orgel in Begleitung eines anderen Instrumentes bieten sich dafür an.

Und um den einzelnen Bedürfnissen gerade bei den Sonntagsgottesdiensten gerecht zu werden, werden dem gebürtigen Kieler noch zwei Kirchenmusikstudentinnen der Musikhochschule zur Seite gestellt. Sein Berufswunsch habe sich übrigens schon früh entwickelt, fügt er an – „da meine Eltern beide Pastoren sind, bin ich bereits als Kleinkind und dann anhaltend mit Kirchenmusik in Kontakt gekommen.“

Neben Johannes Lenz wird ebenfalls am Sonntag sein Kollege Dennis Bischoff im Gottesdienst eingeführt; allerdings nachmittags um 15 Uhr in St. Matthäi in der Schwartauer Allee. Dort ist er mit einer halben Stelle als Kantor angestellt. Weiterhin ist er zuständig für die Bläserarbeit sowie die Popularmusik im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg – woraus sich dann die weiteren 50 Prozent seiner Stelle speisen.

Noch vor ein paar Monaten war der 27-Jährige Student. Er hat in Hamburg Schulmusik mit dem Hauptfach Posaune studiert und einen Schwerpunkt auf Popularmusik gelegt. Der Kirchenkreis ging mit genau diesem Stellenprofil auf Bewerbersuche. Und Landesposaunenwart Daniel Rau hat vermittelt – „das ist genau meine Stelle“, freut sich Bischoff, der in Neumünster geboren und groß geworden ist.

„Gerade die Evangelische Kirche war schon immer eine musizierende Kirche. Sie ist zweifellos Hüterin einer großen kirchenmusikalischen Tradition, darf aber nicht nur verharren in dieser Rolle“, so Pröpstin Petra Kallies. „Musikrichtungen ändern sich – moderne Stile, moderne Instrumente prägen unseren Alltag.“ Auch Barock und Klassik seien einmal zeitgenössische Musikrichtungen gewesen. In vielen Gemeinden entstehen Bands und Popchöre und finden ein begeistertes Publikum. „Gut, dass wir jetzt mit Dennis Bischoff einen ausgebildeten Fachmann für Popularmusik haben“, resümiert Kallies.

Stellen sind knapp

13 hauptamtliche Kirchenmusiker und vier nebenamtliche gibt es zurzeit in der Propstei Lübeck – sowie etliche Vertretungskräfte. Vor 15 Jahren waren es noch über 20 hauptamtliche Kräfte. Nur sieben Stellen sind momentan zu 100 Prozent besetzt, davon drei in der Innenstadt. Dort sind die Stelleninhaber jeweils für eine Kirche zuständig. Andere Kirchenmusiker sind für zwei bis vier Kirchen oder noch für weitere Aufgaben wie zum Beispiel Posaunenarbeit verantwortlich. Insgesamt sind 30 Predigtstätten in der Propstei Lübeck, in denen regelmäßig Gottesdienste stattfinden, mit Kirchenmusik zu versorgen.

Michael Hollinde

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