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20:28 19.08.2014
Gill und Chris Turner fällt gar nicht auf, dass am Heiligen-Geist-Hospital derzeit vier Türme fehlen. Quelle: Fotos: Heiko Pump
Innenstadt

Die Stadt ist voller Touristen. Besucher aus der ganzen Welt strömen derzeit nach Lübeck, um sich die vielen Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Holstentor, Marienkirche, der Dom, das Rathaus, das Heiligen-Geist-Hospital, St. Petri. Die Liste Lübecker Kulturschätze ist lang. Doch den Gästen bietet sich derzeit nicht das gewohnte Bild aus den Reiseführern. Viele Gebäude sind für Sanierungsarbeiten eingerüstet. Der Turm der Petrikirche ist komplett von einem Stahlgerüst umgeben. Die Fassaden von Zeughaus, Rathaus und Marienwerkhaus sind durch die grünen Netze in ihrer Ursprünglichkeit nur zu erahnen. Und schaut man vom Koberg auf das Heiligen- Geist-Hospital, wird das Auge durch eine Fotoplane getäuscht. Nicht genug, hat das ehemalige Kloster vor elf Tagen auch noch seine vier Ziertürme verloren. Sie mussten im Zuge der Sanierungsarbeiten entfernt werden (die LN berichteten).

Die meisten Gäste scheint diese Gerüstanhäufung nicht zu stören. „Mich erinnert das ein bisschen an den verhüllten Berliner Reichstag“, schmunzelt Stefanie Neumann aus Celle, die mit ihrem Sohn Hannes auf die grüne Plane der Rathaus-Rückseite schaut. Ein wenig weiter sehen sich Isabel und Reiner Buchweizen mit ihrem Sohn Lars das komplett verhüllte Marienwerkhaus an. „Uns ärgert das nicht.

Lübeck hat so viel zu bieten, da irritieren die Baugerüste kaum“, sagen alle drei. Die Familie aus Berlin macht Urlaub auf Fehmarn und will die Atmosphäre der Stadt schnuppern.

Vor dem Heiligen-Geist-Hospital hat Per Støving seine Kamera gezückt. Dem Dänen macht die Fotoplane nichts aus — im Gegenteil. „Ich war schon früher in Lübeck und habe das ehemalige Kloster im Original fotografiert“, erzählt der Urlauber aus Aalborg. „Jetzt habe ich sogar ein Bild, das es bald so nicht mehr geben wird.“ Auch Gill und Chris Turner aus Manchester erscheint das Heiligen-Geist-Hospital nicht ungewöhnlich. „Wir kennen den Originalzustand gar nicht. Dass das Baugerüst hinter einer Fotoplane verborgen wurde, ist eine klasse Lösung“, so die Britin.

Im Hof von St. Petri machen Ulf Murhagen, Corina Jäder und Corina Sjöstrand aus Schweden eine Pause, nur wenige Meter von den Gerüststangen entfernt. Von der Großen Petersgrube blicken Christiane und Jochen Bruhn aus Elmshorn mit ihrem Besuch aus Spanien auf den komplett eingerüsteten Aussichtsturm der Kirche. „Ist schon komisch, aber okay. Das muss wohl gemacht werden — und besser jetzt, als wenn es zu spät ist“, meinen Leonor Aznar und Rafael Perucho Navarro aus Cordoba.

Befürchtungen, dass Touristen sauer auf die vielen verhüllten Sehenswürdigkeiten reagieren, sind also unbegründet. „Selbstverständlich bevorzugt jeder Besucher ein Erinnerungsfoto ohne sichtbare Baustellen“, so Christian Martin Lukas von der Lübeck und Travemünde Marketing GmbH (LTM). „Unsere Gäste wissen aber auch, dass gerade Städte mit einer so schönen historischen Bausubstanz und Unesco-Welterbe-Status wie Lübeck einer regelmäßigen Pflege und Sanierung bedürfen.“

Viele Besucher
15,9 Millionen Tagesgäste besuchen die Hansestadt im Jahr. Sie setzen sich zusammen aus den Tagesgästen aus der Region (13,5 Millionen) und Geschäftsreisenden (2,4 Millionen). Bekanntestes Wahrzeichen und meistfotografierte Sehenswürdigkeit ist das Holstentor. Es ist das bedeutendste erhaltene Stadttor des Spätmittelalters in Deutschland.

Heiko Pump

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