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Lübeck Neue Stolpersteine in der Innenstadt
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20:16 09.05.2016

Es ist ein Gedenken an Lübecker, die in der Zeit des Faschismus ermordet wurden: Acht neue Stolpersteine verlegt Bildhauer Gunter Demnig morgen in der Innenstadt.

Beginn ist um 16 Uhr vor dem Haus Hartengrube 5. Zwei Stolpersteine erinnern bereits an Rosa Lissauer und Isaak Beutel. Zwei weitere sind der Tochter und dem Enkelsohn Lissauers gewidmet, die dort wohnten. 1942 wurden Jenny Kaminski, geborene Lissauer, und der siebenjährige Manfred Blum nach Riga deportiert und dort am 29. Oktober ermordet.

Zur Untermiete bei Rosa Lissauer lebten Hermann Opler und sein jüngster Sohn Leo Opler. Leo Opler wurde 1942 in Auschwitz, sein psychisch kranker Vater 1942 in Izbica ermordet.

Um 17 Uhr werden vor dem Haus Dankwartsgrube 43 drei Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an Caroline Lichtenfeld, ihren Sohn Friedrich Lichtenfeld und ihren Bruder Heymann Ephraim Lissauer. Sie flüchteten nach Holland.

Heymann Ephraim Lissauer wurde am 19. Februar 1943 in Auschwitz ermordet. Caroline Lichtenfeld und ihr Sohn Friedrich wurden 1943 nach Sobibor deportiert. Dort verlor Caroline Lichtenfeld im Alter von 64 Jahren am 2. April 1943 ihr Leben, Friedrich Lichtenfeld am 2. Juli 1943 mit 39 Jahren.

Um 17.30 Uhr wird vor dem Haus Depenau 41 ein Stolperstein verlegt. Der Stolperstein erinnert an den 1912 in Lübeck geborenen Josef Fryder, der dort sein Elternhaus hatte. Am 4. März 1943 wurde er in Majdanek ermordet.

Die Initiative Stolpersteine für Lübeck veranstaltet an den Orten der Verlegungen kleine Gedenkfeiern. An der ersten Verlegestelle in der Hartengrube 5 halten Rabbiner Yakov Yosef Harety und Leonid Kogan von der Jüdischen Gemeinde sowie Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer ein Grußwort. Annelie Sommer spielt Musik von Telemann auf der Oboe. Heidemarie Kugler- Weiemann verliest die Biografien der Menschen. Dorothee Dorendorf rezitiert Gedichte von Hilde Domin.

Bislang gibt es 178 Stolpersteine in Lübeck. Sie werden von privaten Spendern finanziert und gehen mit der Verlegung als Schenkung in den Besitz der Stadt.

• Weitere Informationen unter www.stolpersteine-luebeck.de.

LN

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