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Lübeck Neue Verkehrsführung, immer neue Probleme
Lokales Lübeck Neue Verkehrsführung, immer neue Probleme
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16:17 19.12.2015
Trotz des Rechtsabbiegeverbots fahren immer noch viele Autofahrer von der Holstenstraße aus in die Straße An der Untertrave. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Innenstadt

Rechtsabbiegen verboten, heißt es seit vergangenem Freitag in der Holstenstraße. Autofahrer, die in Richtung Holstentor fahren, dürfen bis zum 28. Dezember nicht mehr von der Holstenstraße in die Straße An der Untertrave fahren.

Der Grund: Da viele Lübeck-Besucher derzeit aus der Richtung des Bahnhofs zu Fuß in die Innenstadt zum Weihnachtsmarkt strömen, kommt es an der Ecke zu Staus: Fußgänger und Abbieger haben zeitgleich Grün, deshalb müssen die Autofahrer erst warten, bis die Menschen über die Straße gegangen sind. Busse und alle weiteren Verkehrsteilnehmer kommen nur mit Verzögerungen weiter — so dass sogar schon der Stadtverkehr- Fahrplan aus dem Takt gebracht worden ist.

Mit dem Abbiegeverbot möchte die Stadt diese Staus reduzieren, doch Anwohner und Verkehrsteilnehmer fragen sich, ob die Maßnahme so erfolgreich ist wie erhofft. „An das Abbiegeverbot halten sich viele nicht“, berichten Leser den LN, welche die Autofahrer an der Ecke Holstenstraße/An der Untertrave beobachtet haben.

Und selbst wenn es funktioniert, sei die Maßnahme nur eine „Scheinlösung“, wie Joachim Sachs darstellt. „Das Problem wird nur von der Kreuzung Holstenstraße/Untertrave in den Kreuzungsbereich Holstentor/Willy-Brandt-Allee verlagert.“

Der Leser hat den Verkehrsfluss beobachtet: Laut Sachs gibt es auch am Holstentorplatz das Problem, dass Rechtsabbieger den Geradeausverkehr stark verlangsamen, weil gerade die auswärtigen Autofahrer wegen mangelnder Ortskenntnis nicht gleich auf die rechte Spur fahren. „Diese Probleme gibt es nicht nur in der Weihnachtszeit, sondern auch zu den Hauptverkehrszeiten“, sagt der Leser, der unter anderem auch als Verkehrsplaner tätig ist.

Bereits im vergangenen Dezember habe er die Stadtverwaltung angeschrieben und eine Lösung für das Problem vorgeschlagen. „Die Grünphasen für den Pkw- und Busverkehr sowie für die Fußgänger und Radfahrer müssten an der Lichtsignalanlage getrennt werden, das heißt, der motorisierte Verkehr bekommt vor oder nach den Fußgängern beziehungsweise Radfahrern seine Grünphase“, so Sachs. „Denn damit wäre gewährleistet, dass Rechtsabbieger von der Holstenstraße in die Untertrave den nachfolgenden Verkehr nicht blockieren.“

Sein Vorschlag würde möglicherweise auch die für Radfahrer gefährliche Ecke entschärfen. Denn häufig kämen dort ja die Fahrradfahrer in missliche Situationen, weil die Abbieger sie nicht immer unbedingt sehen könnten.

Der Stadtverkehr jedoch zeigt sich mit der derzeitigen Lösung zufrieden. „Mit der Regelung läuft insbesondere am Schwerpunkttag Sonnabend der Verkehr viel besser“, sagt Mobilitätsmanagerin Dr. Carolin Höhnke. „Vor allem, als sich ein Polizist an die Ecke gestellt hatte, wurde das Abbiegeverbot eingehalten.“

Was die Ampelschaltung betrifft, äußert sich die Stadt wie folgt: „Eine getrennte Schaltung für die Fußgängerampel Untertrave und den Rechtsabbiegeverkehr aus der Holstenstraße hätte zur Folge, dass die Grünphasen für den gesamtem Kfz-Verkehr an der Kreuzung eingekürzt werden müssten“, heißt es in einer schriftlichen Antwort . „Dadurch würde etwa die Hälfte weniger Fahrzeuge durchkommen.“ Dazu sei die Stelle gerade zu den Hauptverkehrszeiten zu stark belastet.

„Das jetzige Rechtsabbiegeverbot ist
nur eine Scheinlösung.“
Joachim Sachs, Leser
„Mit der neuen Regelung läuft insbesondere am Sonnabend der Verkehr
viel flüssiger.“
Carolin Höhnke, Stadtverkehr
„Eine Änderung der Ampelschaltung würde die Grünphasen verkürzen.“
Antwortschreiben der Stadt

Lena Modrow

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